Blick.ch: Mindestens neun Tote bei IS-Angriff auf Innenministerium in Kabul // Bayerischer Flüchtlingsrat: Hochschwangere wehrt sich gegen Abschiebung (2) // Anm.d.Blog-Redaktion: Deutscher Staat - es fehlen die Worte - unmenschlich! // Dazu > Bayerischer Flüchtlingsrat: Bayerischer Rundfunk - Abschiebung einer Schwangeren vorerst gescheitert // ZDF mima-Reporter: Auf dem Rettungsschiff Aquarius

Blick.ch vom 30.05.2018

Afghanistan
Mindestens neun Tote bei IS-Angriff auf Innenministerium in Kabul

Kabul – Bei einem Angriff auf das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle acht Attentäter und ein Polizist getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich, lieferte aber keine weiteren Details.
 Afghanische Sicherheitskräfte erreichen den Ort des Angriffs: Bei Kämpfen vor dem Innenministerium in Kabul wurde alle Attentäter getötet. KEYSTONE/AP/RAHMAT GUL
Ein Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, wies Berichte zurück, wonach es die Kämpfer auf das Gelände geschafft hätten. Die Gefechte hätten sich an einem Tor abgespielt. Im Ministerium arbeiten Hunderte Menschen.
*Der Angriff im Stadtzentrum nahe dem internationalen Flughafen dauerte am Mittag Ortszeit knapp zwei Stunden.
Wie Ministeriumssprecher Danisch in einer landesweit übertragenen Medienkonferenz sagte, wurden sieben der Attentäter von Sicherheitskräften erschossen.

Einer habe sich in die Luft gesprengt. Ausserdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Mitarbeiter kamen angeblich nicht zu Schaden.

Der Sprecher der für den nahegelegenen Flughafen zuständigen Grenzpolizei, Mohammed Adschmal Faisi, sagte, dass der Flugbetrieb während des Angriffs unterbrochen gewesen sei. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Flughafen Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

Es war der zehnte schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr mit nun insgesamt knapp 300 Toten und knapp 500 Verletzten. 

Sowohl die Taliban als auch der IS hatten sich zu Angriffen bekannt. Erst vergangene Woche hatten die Taliban die Zivilbevölkerung gewarnt, sich nicht in der Nähe von Regierungs- oder Militäreinrichtungen aufzuhalten, weil sie weitere Anschläge planten.
Zeitgleich mit dem Angriff auf das Ministerium in Kabul eroberten Taliban in der nordafghanischen Provinz Tachar einen strategisch wichtigen Bezirk. Das Zentrum von Dascht-e Kala sei «nach fünfstündigen Gefechten» gefallen, sagten örtliche Quellen. Alle Regierungsgebäude seien in ihrer Gewalt. Im Polizeihauptquartier hätten die Islamisten Feuer gelegt.
Der Bezirk Dascht-e Kala ist ein Haupteinfallstor für die Provinzhauptstadt von Tachar, Talokan. Mit der Einnahme des Bezirks sollen ausserdem Strassen in vier weitere Bezirke nun versperrt sein.

Die Taliban greifen seit Monaten immer wieder Bezirkszentren an und weiten so ihr Herrschaftsgebiet langsam aus. Vor zwei Wochen hatten sie sogar kurzzeitig die Provinzhauptstadt von Farah in Westafghanistan eingenommen. Sie kontrollieren heute nach Militärangaben wieder mindestens ein Siebtel des Landes.

Bei Angriffen der Taliban im südafghanischen Kandahar und im ostafghanischen Logar waren bereits am Mittwochmorgen mindestens zehn Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen. 
(SDA)

Anm.d.Blog-Redaktion:

* Viele der Anschläge aus der letzten Zeit fanden in der Nähe des Flughafens statt. Das der Flugbetrieb eingestellt werden mußte, zeigt uns deutlich, dass die afghanischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage sind die Sicherheit dort zu gewährleisten. Zur Erinnerung, dort landen die Maschinen mit den abgelehnten Asylbewerbern aus Deutschland, die monatlich deportiert werden.
Horst Berndt, Mai 2018

Hier der Link zum Artikel von Blick.ch vom 30.05.2018 >>>
Afghanistan Mindestens neun Tote bei IS-Angriff auf Innenministerium in Kabul / Blick.ch vom 30.05.2018



Bayerischer Flüchtlingsrat vom 30.05.2018

Abschiebepraxis in Deutschland
Hochschwangere wehrt sich gegen Abschiebung (2)

21-jährige sollte 2 Tage vor Beginn des Mutterschutzes, ohne Vater des ungeborenen Kindes mit ihrem fünfjährigen Sohn abgeschoben werden. (Der Pouya-Blog berichtete schon für den 31.05.2018, der Link dazu, am Ende des Artikels)
 Flughafen München, von hier aus sollte die Abschiebung der hochschwangeren
Frau aus Sierra Leone stattfinden.
Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt. Quelle: Wikipedia

Die hochschwangere Frau A. (21 Jahre alt) sollte heute früh zusammen mit ihrem fünfjährigen Sohn vom Flughafen München nach Italien abgeschoben werden; ohne Vater des ungeborenen Kindes. Ohne Gewissheit, was sie und ihren kleinen Sohn in Italien erwartet.

Der errechnete Entbindungstermin ist am 13.7.2018, der gesetzliche Mutterschutz beginnt somit am 1.6.2018. Ab diesem Datum darf Frau A. nicht mehr abgeschoben werden.

Am frühen Mittwoch morgen fuhren ungefähr 30 Unterstützerinnen und Unterstützer von Frau A. spontan zum Flughafen München, um gegen die Abschiebung von Frau A. und ihrem Sohn zu demonstrieren und Fluggäste auf die bevorstehende Abschiebung Aufmerksam zu machen.

Kurz bevor Frau A. von der Polizei in das Flugzeug geführt wurde, warf Sie sich vor dem Treppenaufgang zum Flugzeug auf den Boden und wehrte sich gegen ihre Abschiebung. Daraufhin wurde Sie zusammen mit ihrem Sohn weggebracht. Noch ist unklar, wie die Behörden weiter vorgehen und wo Frau A sich im Moment befindet. Den Behörden bleibt noch einen Tag, um die Abschiebung zu vollenden.

* Frau A. war seit dem 14.05.2018 wegen angeblicher Fluchtgefahr in Abschiebehaft in der JVA Erding, ihr Sohn wurde vom Jugendamt Deggendorf in Obhut genommen. Der Partner blieb im Transitzentrum Deggendorf zurück.

Am frühen Morgen des 14.05.2018 um 3.35 Uhr stürmte die Polizei das Zimmer von Frau A. Sie war unbekleidet und in Panik. Laut Polizei soll sie Widerstand geleistet und gedroht haben, aus dem Fenster zu springen. Für die geplante Abschiebung einer Hochschwangeren und ihres fünfjährigen Kindes bewachten mehrere Polizisten mit scharfen Hunden auf 2 Etagen der Unterkunft in Hengersberg die anderen Bewohner*innen, so dass diese nicht intervenieren konnten.

Ein Eilantrag auf Aussetzung der Abschiebung der Rechtsanwältin Petra Haubner wurde abgelehnt (siehe PM 28.05.2018 http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/beitrag/items/hochschwangere-in-abschiebehaft.html).

Der grundgesetzlich garantierte Schutz von Ehe und Familie gilt anscheinend nicht für Dublin Abschiebungen.

Die zuständige Richterin lehnte den Eilantrag ab mit der Begründung, solange das Kind noch nicht geboren sei, handele es sich bei Vater und Kind nicht um Familienangehörige im Sinne der Dublin-Verordnung. Eine familiäre Beziehung bestehe noch nicht. Die daraufhin eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde am Dienstag abend als unzulässig abgelehnt. Der Rechtsstaat hat entschieden, Frau A. für die Abschiebung freizugeben.

Was ist das für ein Rechtsstaat, der den Schutz der Familie nicht mehr garantiert, der diese menschenfeindliche Abschiebung für rechtens erklärt. Der plötzlich sehr schnell und effektiv arbeitet, nur um noch 48 Stunden vor der dem gesetzlichen Mutterschutz eine Hochschwangere junge Frau mit kleinem Kind abzuschieben und eine Familie zu trennen.

Es herrscht Bestürzung und Fassungslosigkeit. Die hochschwangere Frau A. musste sich selber zu Wehr setzen und hat in letzter Sekunde für sich, ihr ungeborenes Baby und ihren Sohn gekämpft.

„Wir sind entsetzt, dass es wirklich möglich ist, eine hochschwangere Frau auf den letzten Drücker abzuschieben. Das Leben eines ungeborenen Kindes wurde durch diesen Abschiebeversuch enorm gefährdet und ein fünfjähriges Kind großem Stress ausgesetzt mit noch nicht absehbaren Folgen. Das sollte strafrechtliche Konsequenzen haben. Wir fordern die sofortige Freilassung der Familie und ein Abschiebeverbot.“, so Jana Weidhaase, Sprecherin des Bayerischen Flüchtlingsrats.
Hier der Link zum Artikel vom Bayerischen Flüchtlingsrat vom 30.05.2018 >>> 
Hochschwangere wehrt sich gegen Abschiebung / Bayerischer Flüchtlingsrat vom 30.05.2018

Hier der Link zum Artikel (1) mit Bericht vom Bayerischen Flüchtlingsrat, vom Pouya-Blog vom 31.05.2018 >>>
Pouya-Blog vom 31.05.2018

Anm.d.Blog-Redaktion:
Deutscher Staat - es fehlen die Worte - unmenschlich!
So wird nun eine Familie auseinander gerissen. Welchen Sinn macht es, das 5-jährige Kind von Mutter und Vater zu isolieren. Deutschland, geht's noch! Vielleicht sollten hier im Land mal einige von den Schreibtischtätern unser geltendes Grundgesetz lesen, bevor sie solche komplett unmenschlichen Entscheidungen treffen. Wir können nur empfehlen, dass die deutsche Gesellschaft dagegen mit Zivilcourage angeht, wie es z.B. die jungen Menschen getan haben, die direkt am Flughafen München gegen diese perfide und unmenschliche Abschiebung der hochschwangeren Frau aus Sierra Leone getan haben.

Zivilcourage, gegen den eigenen deutschen Staat ist gefragt, wie hier am Flughafen München. Die deutschen Schreibtischtäter müssen hier vor Gericht gebracht werden.
Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt. Quelle: hier

Horst Berndt, Mai 2018

Dazu >> 

Bayerischer Flüchtlingsrat vom 30.05.2018
Bayerischer Rundfunk, 30.05.2018
Abschiebung einer Schwangeren vorerst gescheitert
Eine geplante Abschiebung einer hochschwangeren Frau aus Sierra Leone über den Flughafen München ist zunächst gescheitert. Die Frau hatte sich auf dem Weg zum Flieger heftigst gewehrt

Die Frau setzte sich laut Bayerischem Flüchtlingsrat massiv gegen die geplante Abschiebung zur Wehr - mit Erfolg. Die Maschine nach Mailand startete dann gegen 7 Uhr ohne die Frau und deren fünfjährigen Sohn. Sie sollten wegen des Dublin-Abkommens nach Italien zurückgeschickt werden. Die Frau wurde in einem Krankenhaus in Erding untersucht und ist inzwischen wieder in Abschiebehaft. 

Ab 1. Juni könnte die Frau aufgrund des Mutterschutzes nicht mehr abgeschoben werden.

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Hier der Link zum Artikel des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 30.05.2018 >>>

ZDF vom 30.05.2018
Rettungsschiff Aquarius, im Mittemeer
mima-Reporter: Auf dem Rettungsschiff Aquarius
Ein ZDF-Team hat mehrere Tage die Besatzung des zivilen Rettungsschiffs Aquarius, die Flüchtlinge in Seenot rettet, begleitet. Die Besatzung der Aquarius fordert mehr Menschlichkeit aus See.
Lebensrettende Maßnahmen sind an der Tagesordnung auf der Aquarius
Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt. Quelle: Video mima

Sie haben uns vergewaltigt / Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt. Quelle: Video mima 
  
Hier der Link zum Video vom ZDF vom 30.05.2018 >>> 

Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Gesetz für den gesamten Erdkreis.

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