Mehrere Tote bei Anschlägen in Afghanistan - Frankfurter Rundschau // H. Berndt: Abschieben in den Krieg beenden! // OÖ-Nachrichten: 15-jähriger Afghane gewann Jugend-Redewettbewerb // H. Berndt: Das ist Integration

Frankfurter Rundschau vom 30.04.2018 

Mehrere Tote bei Anschlägen in Afghanistan

Bei Anschlägen in Afghanistan werden mindestens 21 Menschen getötet. Gleich zwei Explosionen sind in der Hauptstadt zu hören. Eine weitere Bombe zielt auf Polizeimitarbeiter in Nangarhar.

Kabul Nach den Explosionen steht die afghanische Armee in Bereitschaft. (Foto: Reuters) 
Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt 
Bei zwei Explosionen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 21 Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden.

Einem Polizeisprecher zufolge soll ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad die erste Detonation ausgelöst haben, wie afghanische Medien am Montagmorgen berichteten.

Bei den Opfern handle es sich um Zivilisten, berichteten Medien unter Berufung auf Sicherheitskräfte.
Der Anschlag ereignete sich demnach im Viertel Schaschdarak in der Nähe eines Quartiers des Geheimdienstes NDS. Der Tatort liegt außerdem in der Nähe der US-Botschaft und des Nato-Hauptquartiers.
Wenig später wurde Berichten zufolge ein zweite Bombe in demselben Stadtviertel gezündet. Diese explodierte, als Helfer sich um die Verletzten des ersten Anschlags kümmerten. Unter den Toten ist auch der AFP-Fotograf Schah Marai, der nach dem ersten Selbstmordanschlag zum Anschlagsort geeilt war und dort von einer zweiten Detonation tödlich verletzt wurde. Die Verletzten seien in örtliche Krankenhäuser gebracht worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

In der Provinz Nangarhar wurde außerdem bei einem Anschlag ein Polizeimitarbeiter getötet. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete der Sender 1 TV News bei Twitter unter Berufung auf die Behörden.
(FR mit Agentur)

Hier der Link zum Artikel der Frankfurter Rundschau vom 30.04.2018 >>> 

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Anm.d.Blog-Redaktion:

Abschieben in den Krieg beenden!

Wann endlich wird die deutsche Regierung einen neuen Lagebericht zu Afghanistan präsentieren. Alle relevanten Organisationen haben dies längst gemacht und sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Afghanistan nicht sicher ist und in den Kriegszustand zurückgefallen ist. Wie anders ist es auch zu interpretieren, wenn die Militärkontingente für Afghanistan erhöht werden sollen. Die USA und auch Deutschland haben dies beschlossen. Zudem kann wohl kaum von Sicherheit gesprochen werden, wenn, wie auch hier im Beitrag der Frankfurter Rundschau wieder berichtet wird, dass es viele Tote unter der Zivilbevölkerung gibt, obwohl ganz in der Nähe der Anschlagsorte schwer bewaffnetes Militär stationiert ist. Wir erhalten wöchentlich/täglich solche Nachrichten, die es mitunter nicht einmal mehr bis in die Nachrichten-Sendungen unserer Leitmedien schaffen.

Am 30.04.2018 berichtet die ARD-Tagesschau um 08.00 Uhr zwar über den Doppelanschlag in Kabul, aber das hier folgende kommt nicht vor.

In der Provinz Nangarhar wurde außerdem bei einem Anschlag ein Polizeimitarbeiter getötet. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete der Sender 1 TV News bei Twitter unter Berufung auf die Behörden.

Herr Maas, seien Sie mutig und zeigen sie als SPD-Politiker Courage und unterbinden Sie diese unmenschliche Abschiebepraxis in den Krieg!

 Horst Berndt, April 2018


OÖ-Nachrichten vom 28.04.2018
Oberösterreich

15-jähriger Afghane gewann Jugend-Redewettbewerb 
TIMELKAM. Omid Rahimi kam vor zweieinhalb Jahren nach Oberösterreich. Nun wurde er zum besten Redner des Landes gekürt.

 Omid Rahimi von der NMS Timelkam Bild: NMS TImelkam
Als Omid Rahimi vor zweieinhalb Jahren in die NMS Timelkam kam, sprach er kein Wort Deutsch. Nun hat der 15-jährige Afghane beim Jugend-Redewettbewerb des Landes in der Kategorie "Klassische Rede" gewonnen. Als Sieger wird er Oberösterreich beim Bundesbewerb Ende Mai in Kärnten vertreten.

Seine Rede, die er ohne Hilfsmittel halten musste, trug den Titel "Meine ersten 15 Lebensjahre". Sie handelte von seiner Vergangenheit in Afghanistan, von der Bedrohung durch die Taliban und von der Flucht, die seine Familie in einer zweimonatigen Odyssee nach Österreich führte.
"Es war eine sehr authentische und bewegende Rede", sagt Omids Deutschlehrerin Renate Hoffelner, die ihn ermutigt hatte, an dem Bewerb teilzunehmen. Der Sieg habe den Burschen ziemlich überrascht: "Er ist sehr zurückhaltend, aber er hatte danach die ganze Zeit ein breites Lächeln im Gesicht."
Spezielle Kurse
Aber wie schafft es jemand, in so kurzer Zeit so gut Deutsch zu lernen? Zum einen sei Omid intelligent und fokussiert, sagt Hoffelner:
"In Mathematik ist er zum Beispiel Klassenbester."
Zum anderen praktiziert die NMS Timelkam seit Jahren, was derzeit öffentlich diskutiert wird: Es gibt spezielle Förderstunden für Schüler, die nicht genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht folgen zu können, sieben Einheiten in der Woche.

Zudem legt Renate Hoffelner, die in den vierten Klassen im Team mit einem Kollegen unterrichtet, in ihren Stunden Wert auf Kommunikation und Präsentation. Mit Erfolg: Die NMS Timelkam hat den Redewettbewerb heuer zum vierten Mal in Folge gewonnen.

Traum vom Studium

Für Omid Rahimi soll nach der NMS nicht Schluss sein: Er möchte die Oberstufebesuchen, die Matura machen, Medizin studieren, später für "Ärzte ohne Grenzen" arbeiten. Auch davon handelt seine Rede: Wie sehr er es genieße, dass er und seine Schwester in Österreich in die Schule gehen können. In Afghanistan ist das nicht selbstverständlich, vor allem nicht für Mädchen.

Ob er seine Träume verwirklichen kann, ist jedoch noch ungewiss: Der Asylantrag seiner Familie wurde in erster Instanz abgelehnt, nun hoffen sie auf die zweite Anhörung. In der Schule wurde eine Petition gestartet, sagt Lehrerin Renate Hoffelner:

"Es wäre sehr traurig, wenn eine so gut integrierte Familie abgeschoben würde."

Anmerkung der Redaktion: 
In der Regel sind Berichte auf nachrichten.at öffentlich kommentierbar. Aufgrund zahlreicher unpassender und beleidigender Kommentare musste die Funktion in diesem Fall leider nachträglich deaktiviert werden. Zur Erinnerung für alle Beteiligten: Hier geht's zu den Forumsregeln.

Hier der Link zum Artikel von OÖ-Nachrichten vom 28.04.2018 >>> 
Dazu >>  

Das ist Integration 
Oft können wir ja hier nicht über sehr gelungene Integration berichten. Hier haben wir ein tolles Beispiel dafür, wie es funktionieren kann, wenn sich Menschen dafür einsetzen, Integration mit Leben zu erfüllen.

 Gemeinsam für Menschen / Integration hilft allen.

Solche Projekte sollten in der EU präsentiert werden und sie sollten im wahrsten Sinne des Wortes "Schule machen". 

Diese Integrationsarbeit beweist uns, dass es sich lohnt, diesen Menschen, die nach einer meist lebensgefährlichen Flucht aus der Heimat, eine Chance zu geben, ihr Fähigkeiten, Lernbereitschaft zu präsentieren. Dieser junge Mann (15), wird dem Staat Österreich ewig dankbar sein. Er wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit eine große Bereicherung für den Staat sein.
Renate Hoffelner, die Lehrerin von Omid.

Hier der Link zur NMS / Neue MittelSchule >>> 

Horst Berndt, April 2018


Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Gesetz für den gesamten Erdkreis.

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