Integration - Albanische Pflegehelferin wird abgeschoben - mdr // Ulla Jelpke/DIE LINKE: Familiennachzug ist ein Menschenrecht und kein humanitärer Gnadenakt

Integration
Albanische Pflegehelferin wird abgeschoben
Silvana wird als Pflegekraft dringend gebraucht. Bei den Heimbewohner ist die junge Albanerin beliebt, bei ihren Kollegen geschätzt. Nun muss sie Deutschland verlassen - ihr Härtefallantrag wurde abgelehnt.
Die Härtefallkommission in Sachsen hat ihren Antrag abgelehnt: Silvana muss Deutschland verlassen. Für ihren Arbeitgeber ist das eine "absolute Katastrophe". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Silvana Bulla hat einen festen Job als Pflegehelferin, als Polizisten sie im Februar in Abschiebehaft bringen wollen. Ihr Asylantrag war abgelehnt worden. Nur ein Nervenzusammenbruch und ein damit verbundener Krankenhausaufenthalt bewahrte sie vor der sofortigen Abschiebung.

Für ihre Kolleginnen und die Heimleitung war es ein Schock. Die 37-Jährige hatte sich in das Team eingefügt und sich Respekt und Sympathie erarbeitet. Ihr Arbeitsgeber will sie gern halten.

Silvana stammt aus Albanien und arbeitet seit anderthalb Jahren im Leipziger Altenpflegeheim als Pflegehilfskraft. Die Heimleitung wollte sie ab Herbst zur Pflegekraft ausbilden lassen. Das Heim sucht händeringend Personal. Doch aus der Ausbildung wird nichts mehr. In Deutschland hat Silvana Bulla keine Zukunft. 

Als MDR-exakt die Pflegehelferin besuchte, war der Asylantrag sowie ein Widerspruch bereits abgelehnt. Albanien gilt als sicheres Herkunftsland. Ihre letzte Hoffnung war die Härtefallkommission des Freistaats Sachsen. Doch diese lehnte den Antrag jetzt ab: Die Albanerin wird abgeschoben und darf in den kommenden drei Jahren nicht mehr nach Deutschland einreisen. Und das obwohl sie längst hier angekommen ist.
Susi Hartmann, die Chefin von Silvana, sagte nach dem Bekanntwerden der Entscheidung MDR-exakt: "Es ist eine absolute Katastrophe. Meinen guten Glauben in die Welt habe ich erst einmal verloren." Auch für den Sächsischen Flüchtlingsrat sei die Ablehnung nicht nachvollziehbar.
Die Heimleiterin Susi Hartmann ist enttäuscht, dass Silvana trotz des
festen Jobs und einem Ausbildungsplatz, nicht in Deutschland bleiben kann.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hartmann setzt nun ihre letzte Hoffnung auf Gesundheitsminister Spahn (CDU), der angekündigt hat, mehr Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben zu wollen. "Unsere Geschäftsleitung will sich nun wahrscheinlich noch an Gesundheitsminister Spahn wenden, der ja vor ein paar Tagen erst gesagt hat, dass dem Fachkräftemangel nur durch Anwerben ausländischer Kräfte begegnet werden kann."

Hier der Link zum Artikel vom mdr (exakt) vom 10.04.2018 >>> 

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Familienzusammenführung
Ulla Jelpke/ DIE LINKE
Familiennachzug ist ein Menschenrecht und kein humanitärer Gnadenakt 
"Härtefallprüfungen sind nichts Weiteres als ein Feigenblatt für die permanente Verletzung des Menschenrechts auf Zusammenleben der Familie".
Ulla Jelpke, DIE LINKE 
Seit Beginn der Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte haben gerade mal 160 Familienangehörige ein Visum zum Nachzug erhalten.

Aber jede Familie, die mit Gewalt zerrissen wurde, ist ein Härtefall.
"Diese Regelung schafft de facto Härtefälle in zehntausenden Fällen“, kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage. Die Abgeordnete weiter:
„Es geht hier um etwa 60.000 Menschen, die unter schwierigsten oder gar lebensbedrohlichen Bedingungen weiter im Ausland ausharren müssen, obwohl ihre Angehörigen in Deutschland einen rechtmäßigen Schutzstatus als international Schutzbedürftige erhalten haben. Für die Betroffenen ist das eine unerträgliche alltägliche Qual, für Deutschland wäre es hingegen ein Leichtes, die Familienzusammenführung zu ermöglichen und diese Menschen aufzunehmen. Auch für die Integration der bereits hier Lebenden wäre das extrem wichtig.“
Die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage kann unter folgendem Link abgerufen werden: SF-Nr. 3-431 Erteilung von Visa nach § 22 AufenthG

Hier der Link zum Artikel von Ulla Jelpke (DIE LINKE) vom 12.04.2018 >>>

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Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Universales Gesetz für den gesamten Erdkreis.
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