Afghanistan - Mehr als 54.000 Afghanen seit Jahresbeginn vertrieben // Afghanistan - Tote bei Angriff auf Koranschule // Erstaufnahmeeinrichtung Darmstadt - Erfolgreich gegen Abschiebung gewehrt // In eigener Sache - Teil II


Afghanistan
Mehr als 54.000 Afghanen
seit Jahresbeginn vertrieben

In Afghanistan sind wegen schwerer Kämpfe zahlreiche Menschen auf der Flucht. Besonders betroffen ist die Region Kundus, in der die Bundeswehr stationiert war.
Afghanische Frauen fliehen mit ihren Kindern aus Haska Mina in der Provinz Nangarhar. © Noorullah Shirzada/AFP/Getty Images

In diesem Jahr sind in Afghanistan bereits mehr als 54.000 Menschen aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem Bericht der Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) der Vereinten Nationen (UN) hervor. Demnach wurden allein in der vergangenen Woche fast 12.000 Menschen von Kampfhandlungen vertrieben.

Besonders stark betroffen sind die Menschen in der Region Kundus. Von dort seien in diesem Jahr bereits mehr als 13.600 Menschen geflohen, heißt es in dem Bericht. Die Provinz ist schwer umkämpft, bis vor einigen Jahren war dort noch die Bundeswehr stationiert. 

 Kundus-City, Hauptstadt des gleichnamigen Provinz.
Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt.
Am Montag hatte die afghanische Luftwaffe in der Region ein mutmaßliches Treffen von Taliban-Kämpfern angegriffen und nach unterschiedlichen Angaben zwischen 15 und 60 Menschen getötet. Darunter waren offenbar Zivilisten. Bei den erhobenen Zahlen handelt es sich um Menschen, die innerhalb Afghanistans auf der Flucht sind. Diese sogenannten Binnenflüchtlinge gehören zu den verwundbarsten Gruppen, warnen die UN.
Zu Beginn des Jahres hatten die UN geschätzt, dass etwa 900.000 Afghanen unter "unmenschlichen Bedingungen" in Camps leben.
Im vergangenen Jahr waren etwa 450.000 Binnenflüchtlinge registriert worden, 2016 waren es 660.000. Ob diese Menschen weiterhin ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN kaum festzustellen. Viele Regionen seien wegen der Kämpfe kaum zugänglich.
Hier der Link zum Artikel von Zeit-Online vom 03.04.2018 >>>
Afghanistan: Mehr als 54.000 Afghanen seit Jahresbeginn vertrieben / Zeit-Online v. 03.04.2018

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Afghanistan
Tote bei Angriff auf Koranschule

In Afghanistan sind bei einem Raketenangriff offenbar zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen.

Der Angriff der afghanischen Luftwaffe in der Provinz Kundus galt einem angeblichen Treffen der Taliban, traf aber nach Aussagen von Augenzeugen Kinder in einer Koranschule. 

Ein Stammesältester sprach von etwa 50 Toten. 

Er habe nach den Luftschlägen viele tote Kinder und nur vier tote Talibankämpfer gesehen. 

Auch der Fernsehsender Tolo TV berichtet davon. Die Vereinten Nationen leiteten eine Untersuchung ein. Der Angriff fand bereits gestern statt. Das afghanische Militär weist die Berichte über zivile Opfer zurück.

Diese Nachricht wurde am 03.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Hier der Link zur Nachricht von Dlf24 vom 03.04.2018 >>>
Afghanistan Tote bei Angriff auf Koranschule / Dlf24 v. 03.04.2018

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Erstaufnahmeeinrichtung Darmstadt
Erfolgreich gegen Abschiebung gewehrt

Ein Pilot weigert sich in Frankfurt, einen homosexuellen Nigerianer aus einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Darmstadt nach Italien mitzunehmen.

Von Jens Joachim

Der Pilot weigert sich den Flüchtling mitzunehmen. Die Maschine fliegt ohne ihn ab
(Symbolfoto). Foto: Boris Roessler (dpa)
Die vier Polizisten erschienen am Montag in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Starkenburg-Kaserne unangemeldet und um 5 Uhr in der Frühe. Ihr Auftrag lautete, einen Mann aus Nigeria zwecks Abschiebung nach Italien abzuholen und zum Flughafen zu bringen. Nur zwei Minuten blieben dem 23-Jährigen, um seine Sachen zu packen.

Nach Darstellung von Stefan Kräh, dem Vorsitzenden des Vereins Vielbunt, der mehr als zwei Dutzend homosexueller Flüchtlinge betreut und der das Vorgehen der Behörden kritisiert, klopften die Polizisten in der Einrichtung an die Tür des Zimmers, das der Nigerianer mit seinem Partner bewohnte, und traten ein, ohne eine Reaktion abzuwarten. Sie hätten dem Nigerianer mitgeteilt, er solle unverzüglich abgeschoben werden.

Laut Kräh hatte sich das schwule Paar vor einigen Monaten wegen der extrem homophoben Haltung der nigerianischen Gesellschaft entschlossen, sein Heimatland zu verlassen. Via Italien flüchteten die beiden Männer nach Deutschland, um hier „frei und sicher leben zu können und für ihre Liebe weder verachtet noch einsperrt oder getötet zu werden“. „Emile“, wie ihn Kräh nennt (er heißt jedoch anders), sei es nicht erlaubt worden, sich von seinem Partner zu verabschieden.
Bernd Hochstädter, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen, bestätigte den Vorgang auf Nachfrage der FR. Dem Mann sei allerdings „angemessen Zeit“ gegeben worden, um seine Sachen zu packen.
Auf einem Polizeirevier, berichtet Kräh, sei der Mann an einen Stuhl gefesselt worden. 

Auch habe man ihm sein Mobiltelefon abgenommen; seinen Anwalt habe er wegen der frühen Uhrzeit nicht erreicht. Dann sei er zum Flughafen gebracht worden. Als er mit Handschellen gefesselt das Flugzeug bestieg, soll er laut gerufen haben, er fliege nicht freiwillig nach Italien. Daraufhin hätten die Polizisten damit gedroht, ihn ins Gefängnis zu stecken, berichtet Kräh. 

Pilot weigert sich

Nach Darstellung des Darmstädter Flüchtlingshelfers hat sich schließlich der Pilot des Flugzeugs geweigert den Mann mitzunehmen. Er soll sogar angeboten haben, dem jungen Afrikaner ein Ticket nach Darmstadt zu bezahlen.

Nach Auskunft von Polizeisprecher Hochstädter wurde der Mann daraufhin von den Beamten nach Darmstadt zurückgefahren. Er sei damit einverstanden gewesen, am Hauptbahnhof abgesetzt zu werden, der anderthalb Kilometer von der Erstaufnahmeeinrichtung entfernt ist. Hochstädter bestätigte auch die Angaben Krähs, dass die Beamten dem Mann seine noch gültigen Aufenthaltspapiere abgenommen und ihm nicht wieder ausgehändigt hätten. Dies, so der Polizeisprecher, sei auf Anweisung der zuständigen Ausländerbehörde beim Regierungspräsidium Gießen erfolgt.

Thorsten Haas, der stellvertretende Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen, sagte im Gespräch mit der FR, ihm sei die Darstellung des Falls durch den Verein Vielbunt bekannt. Der Behördensprecher kündigte für nächste Woche eine Stellungnahme an.

Hier der Link zum Artikel der Frankfurter Rundschau vom 01.04.2018 >>>
Erstaufnahmeeinrichtung Darmstadt Erfolgreich gegen Abschiebung gewehrt / Frankfurter Rundschau v. 01.04.2018

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In eigener Sache
Teil II

Uns erreichte per eMail erneut ein kritischer Beitrag zu einem von uns eingestellten Artikel zu unserem speziellen "Freund" IM Seehofer:

"...Meine Kritik an einzelnen Artikeln oder Formulierungen ist immer solidarisch! Ich habe aber wieder was zu kritteln:

Innenminister Seehofer will konsequenter abschieben – und zwar mit bundesweiten Rückführungszentren. In Bayern gibt es die schon. Aber eignet sich das Modell auch für den Bund?
Das schriebt ihr am 29.03., und das ist ein falscher Zungenschlag, weil dadurch angedeutet wird, dass die Zentren in Bayern okay sind und nur nicht auf den Bund übertragen werden dürfen!
So weit sollten wir Bayern aber nicht abschreiben! Auch da müssen diese Zentren abgeschafft werden!"

Dazu unsere Anm.d.Blog-Redaktion:
Zunächst einmal sind wir natürlich dankbar für jeden kritisch-konstruktiven und solidarischen Hinweis.

Diese Quellen, wie auch der genannte Artikel zu Seehofer, veröffentlicht durch die Berliner Zeitung und weiter verbreitet auch über das Nachrichtennetzwerk von msn, sind ja nicht nur von uns gefunden und im Blog dann präsentiert worden.
Im Gegenteil, werden uns solche Artikel oft durch Geflüchtetenhelfer, Paten und Aktivisten und weitere Unterstützer, insbesondere aus dem bayerischen Raum, zugespielt.
Auch z.B. durch Mitglieder der neuen bayerischen Partei mut, u.a. mit der Vorsitzenden Claudia Stamm (Details zum Vorstand hier: Die Doppelspitze bilden die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm und der Soziologe Stephan Lessenich, als weiteres Mitglied des Vorstands sind die IT Beraterin Nicole Britz und als Schatzmeister der Personalleiter im Ehrenamt Axel Schweiger gewählt worden).
Diese Partei hat es sich zur Aufgabe gesetzt gerade gegen Seehofer und die bayerische CSU einen klaren Kontrapunkt zu setzen.
Zu den Mitgliedern haben wir als Blogbetreibende einen sehr guten und recht direkten Draht.
Auch Aktivisten, wie beispielsweise Thomas Nowotny unterstützen uns mit Beiträgen.
All diese Menschen, die im bayerischen Umfeld für Geflüchtete tätig sind und sie unterstützen, sehen die Machenschaften
des Herrn Seehofer, und der vor einer Landtagswahl in Bayern stehenden CSU mit großer Sorge, was die Abschieberitis und immer weiter gehende Zentralisierung angeht.
Das sehen wir als Blog-Redaktion natürlich genau so.
Vielleicht müssen wir uns noch mehr bemühen, wenn wir schon Artikel dieser Art in den Blog nehmen, zum einen unsere Position noch klarer und deutlicher zum Ausdruck zu bringen und auch IM- und CSU-kritische Artikel diesen dann gegenüber zu stellen.
Und das denken wir, machen wir durchaus, aber vielleicht noch nicht klar genug, so dass Kritik, wie sie da an uns gerichtet wurde, aufkommt.
Uns ist aber trotz allem wichtig, diese Dinge und solche Artikel in die Öffentlichkeit zu bringen.
Dieser Teil der Öffentlichkeit, in die wir unsere Artikel verbreiten, steht uns ja eher wohlwollend zur Seite. Aber da unsere Artikel ja vollständig offen im Internet verfügbar sind, können die natürlich auch von jedem anderen, und uns vielleicht nicht so wohlmeinend gegenüberstehenden Personen gelesen werden.
Wir machen uns also, und das sehr bewusst, angreifbar.
Das zeigt sich z.B. durch die Veröffentlichung in der FB-Fan-Gruppe der Anstalt. Dort sind auch Leute zum Beispiel der AfD angemeldet.
Diese Gruppe hat über 33.000 Mitglieder. Ab und an erreichen uns dort ziemlich unterirdische Kommentare, wo uns dann die Spucke wegbleibt, wir erst einmal schlucken müssen und dann entweder wir oder auch einer unserer UnterstützerInnen dagegen anschreiben.
Will sagen, unsere Blog-Unterstützer verstehen das schon so, dass wir ganz sicher keine IM-Seehofer-Befürworter sind.
Für Vorschläge, wie wir das besser machen können, sind wir natürlich offen. Wir sind ja nunmal keine professionellen Journalisten, sondern seit mehr als einem Jahr hauptsächlich immer noch als privates 2-Mann-Team, mit Unterstützern aus unserer Pouya- und anderen FB-Gruppen mit diesem Blog unterwegs.
Wir haben mit dem Blog dann natürlich die Möglichkeit, entsprechend unsere Meinung dazu zu vertreten. Dafür sind Blogs ja u.a. gerade gemacht.

Die Auswahl an Artikeln und Kommentaren und von uns unterstützen Aktionen sollten eigentlich keine Zweifel daran aufkommen lassen, wie wir zu der aktuellen, sich weiter verschärfenden Asyl- und Geflüchtetenpolitik stehen.

Es steht übrigens jedem frei, unsere Artikel zu kommentieren. Im Blog haben wir dafür die Kommentar-Funktion vorgesehen.
Jede öffentliche Debatte dazu ist uns sehr willkommen. Wir erhalten einiges an Feedback über die Facebook-Gruppen, in die wir unsere Artikel einstellen (immerhin um die 70 Gruppen an der Zahl). Kommentare sind zwar rar gesät, trudeln aber hier und da immer wieder mal ein.

Zum Seehofer-Artikel haben wir geschrieben:
"Anm.d.Blog-Redaktion:
Natürlich distanzieren wir uns von diesen Plänen der Bundesrepublik Deutschland sehr deutlich. Wir lehnen derart menschenverachtendes Verhalten ab und verlangen, dass unser Grundgesetz überhaupt mal wieder Beachtung erfährt durch unsere Politiker, die diese menschenverachtende Politik vertreten.
Horst Berndt, Joachim Spehl, April´18"

Ist das nicht klar genug?

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Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Universales Gesetz für den gesamten Erdkreis.

 

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