Bayern - Krebskranker Flüchtling sollte kurz vor Tod noch abgeschoben werden // Beisetzung von jungem Mann aus Sierra Leone "Matteo" kritisiert mangelnde medizinische Versorgung in Transitzentren // Unsere Regierung entfernt sich gewaltig vom eigenen Grundgesetz // Kämpfe in Afghanistan - Viele Tote bei Taliban-Überfall

Bayern
Krebskranker Flüchtling sollte kurz
vor Tod noch abgeschoben werden
Krieg, Hoffnung, Verzweiflung, Tod – das war das kurze Leben von Lamine Condeh. Der 20 Jahre alte Flüchtling aus Sierra Leone kam vor einem Jahr nach Deutschland, landete im Bayerischen Transitzentrum in Deggendorf. Dort stellte sich wenig später heraus, dass er schwer leberkrank ist. Trotzdem wurde er nach Italien abgeschoben: Im Juli vergangenen Jahres holten ihn Polizeibeamte um 2 Uhr früh. Noch auf dem Weg zum Flughafen erzählte er den Polizisten von seiner Erkrankung, zeigte ihnen eine Bestätigung für einen Arzttermin. Trotzdem brachten sie ihn direkt zum Flughafen nach Frankfurt.
Lamine Condeh, Flüchtling aus Sierra Leone, ist am vergangenen Freitag im Alter von 20 Jahren an Leberkrebs gestorben. Noch aus dem Klinikum Passau sollte der Krebspatient abgeschoben werden – die Ärzte konnten das verhindern, sein Leben aber letztlich nicht retten. − Foto: privat

Lamine lebte in Mailand auf der Straße. Es ging ihm schlecht, aufgeben wollte er sich aber nicht. Er schaffte es nochmal, nach Deutschland zu kommen, wohnte hier in der Gemeinschaftsunterkunft in Hutthurm (Landkreis Passau). 
Inzwischen Krebspatient im Klinikum Passau, sollte der 20-Jährige Ende Januar erneut abgeholt werden und das Land verlassen – aus dem Krankenbett.
 Die Ärzte konnten das "angesichts seines lebensbedrohlichen Gesundheitszustands" zwar verhindern, wie das Klinikum Passau bestätigt, sein Leben aber nicht retten: Lamine starb am vergangenen Freitag im Klinikum Passau.
Am Mittwoch wurde er fern seiner Heimat auf dem Friedhof in Hutthurm beerdigt. Was bleibt, ist nicht nur Trauer, sondern auch die Fassungslosigkeit der Ärzte und Helfer über die Abschiebepolitik im Allgemeinen und die Art, wie mit Lamine umgegangen wurde im Speziellen.
Hier der Link zum Artikel der Passauer Neue Presse vom 09.03.2018 >>> 

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Beisetzung von jungem Mann aus Sierra Leone 
"Matteo" kritisiert mangelnde medizinische Versorgung in Transitzentren
In Hutthurm ist am Montag der 20-jährige Lamin aus Sierra Leone beigesetzt worden. Der Flüchtling starb am 1. März im Klinikum Passau, nachdem er unter einer Hepatitis-Erkrankung gelitten hatte. Der Verein "Matteo - Kirche und Asyl e.V." kritisiert Lamins Unterbringung im Transitzentrum Deggendorf.
Von: Christine Lehner  
 Lamine 20 Jahre, ist tot, die Anteilnahme am Begräbnis war sehr groß / Zur Beerdigung auf dem Gemeindefriedhof Hutthurm kamen Freunde, Helfer und Flüchtlinge aus Deggendorf und Passau. Der Verein "Matteo", der sich für die Flüchtlingshilfe einsetzt, kritisiert, dass der Afrikaner im Transitzentrum Deggendorf nicht ausreichend medizinisch behandelt wurde. /
Symbolbild: Grablicht | Bild: colourbox.com
 

Krank nach Italien geschickt

Lamin kam im Dezember 2016 erstmals nach Deutschland. Im Transitlager Deggendorf wurde er im Januar 2017 bei einer Untersuchung positiv auf Hepatitis B und C getestet. "Matteo" zufolge wurde der junge Mann nach Italien abgeschoben
Nachdem sich sein medizinischer Zustand dort offenbar verschlechtert hatte, kehrte Lamin im Herbst vergangenen Jahres nach Deutschland zurück. 

Im Klinikum Passau medizinisch versorgt

Anfang Januar wurde er im Klinikum Passau zur Behandlung aufgenommen, wo Ärzte ein fortgeschrittenes Leberkarzinom mit Metastasen in der Wirbelsäule feststellten. 
Im Klinikum sei er dort "sehr fürsorglich" versorgt worden - ein erneuter Versuch der Abschiebung wurde verhindert, sagt Theo Reichel, Geschäftsführer des Vereins und ehemaliger Beauftragter für Kirchenasyl und Migrationsfragen der evangelischen Kirche in Bayern, auf BR-Nachfrage.
"Matteo" fordert unter anderem die Etablierung einer ausreichenden medizinischen Betreuung in Deggendorf und anderen Lagern und die Untersuchung des Falles Lamin.

Die Regierung von Niederbayern äußert sich auf BR-Anfrage nicht zu den Vorwürfen. 
Hier der Link zum Artikel von BR24 vom 07.03.2018 >>> 
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Unsere Regierung zumindest entfernt sich mit gewaltigen Schritten vom eigenen Grundgesetz

Der Fall des schwerkranken Lamine sollte uns wachrütteln.
Lamine ist tot. Seine Ärzte konnten es gerade noch in letzter Minute verhindern, dass er, als schwerstkranker Krebspatient im Klinikum Passau, erneut abgeholt wurde und das Land verlassen sollte – dies direkt aus dem Krankenbett.
von H.Berndt
 Darauf sollte die deutsche Gesellschaft bestehen, zu jeder Zeit.
Hier wird mehr als deutlich, wie extrem menschenverachtend der deutsche Staat ist. Das dieser Fall dann in Bayern verortet ist, wundert uns dann auch nicht mehr. Nun wird Horst Seehofer Innenminister der Bundesrepublik Deutschland. Wir können jetzt schon davon ausgehen, dass es eher noch schlimmer wird. Die Würde des Menschen, ist das überhaupt noch ein Leitbild in der deutschen Gesellschaft? Unsere Regierung zumindest entfernt sich mit gewaltigen Schritten vom eigenen Grundgesetz. 
Schwere Verstöße gegen Menschenrechte, anders können wir es wohl nicht bezeichnen, die massive Empörung der behandelnen Ärzte sollte dazu führen, diesen Fall vor ein Gericht zu bringen. Das Bundesland Bayern sollte hier der Angeklagte sein und natürlich auch der deutsche Staat. Wenn man es genau nimmt, stehen wir als der Souverän (Staatsvolk) vor Gericht, weil die von uns gewählten Vertreter sich extrem menschenfeindlich verhalten.
Die Entwicklung, die sich hier ab 2015 abzeichnet, ist äußerst bedenklich. Dass der Rassismus im Staat eine Basis hat, das war bekannt, aber dass geltende Menschenrechte in diesem Ausmaß von staatlicher Seite einfach missachtet werden, dass wollte man nicht glauben. Die Behandlung von sehr vielen Schutzsuchenden nimmt mittlerweile Formen an, die unsere Gesellschaft niemals hinnehmen darf. Hier muss einfach mehr Öffentlichkeit hergestellt werden. Das hier die AfD laut jubelt und eine Frau von Storch im ZDF-MoMa vom 12.03.2018 sofort ihre Zusammenarbeit mit CDU/CSU und FDP anbietet, war natürlich klar.
Hier sollten wir daran erinnern, dass es einen sogenannten "tiefen Staat" in Deutschland gibt. Institutioneller Rassismus der sich im Handeln der deutschen Behörden niederschlägt.
Horst Berndt März ´18

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Kämpfe in Afghanistan
Viele Tote bei Taliban-Überfall
In West-Afghanistan haben Taliban afghanische Sicherheitskräfte angegriffen. Wieder gab es zahlreiche Tote.
ZDF/heute 10.03.2018
 
Soldat in Afghanistan. Quelle: Massoud Hossaini/MH/dpa
Im Westen Afghanistans haben radikalislamische Taliban mindestens 18 Sicherheitskräfte getötet. Bei dem Überfall in der Provinz Farah seien auch Dutzende Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen, teilte ein Sprecher des Provinzrates mit.

Den Angaben zufolge bekamen die Sicherheitskräfte von Nato-Einheiten Luft-Unterstützung. Dabei sei eine Bombe auf ein Haus gefallen und habe eine Familie getötet. Nach Ende des Kampfeinsatzes der Nato Ende 2014 kommt es fast täglich zu Angriffen der Taliban.
Quelle: dpa

 Die afghanische Provinz Farah (rot gekennzeicnet) Das Foto wurde vom Pouya-Blog hinzugefügt.
Hier der Link zur Nachricht von ZDF-heute vom 10.03.2018 >>>
Kämpfe in Afghanistan - Viele Tote bei Taliban-Überfall / ZDF-heute v. 10.03.2018

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.

Bevor Herr Seehofer zum Innenminister vereidigt wird, sollte er sich einmal die Zeit nehmen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu lesen. Danach dann noch die internationalen Verträge zu den Menschenrechten. Dann wäre es sehr schön, wenn er auch danach handeln könnte.
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