Afghanistan - Taliban-Anschlag in Kabul - Autobombe tötet zwei Menschen // Syrien-Krieg - Hunderttausende sind in Gefahr // Dazu: Flucht und Vertreibung - Syrien, ein Land wird in den Abgrund getrieben ... // Ost-Ghuta: "Es geht ums nackte Überleben"

Afghanistan
Taliban-Anschlag in Kabul - Autobombe tötet zwei Menschen 
In Kabul kommt es trotz vieler Sicherheitsposten immer wieder zu Anschlägen. Nun sollte es eine Wagenkolonne ausländischer Ausbilder treffen.
ZDF 17.03.2018

 Afghanistan kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder gibt es Anschläge.
Quelle: Hedayatullah Amid/EPA/dpa

Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens drei weitere seien im Osten der Stadt verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Ziel des Anschlags sei eine britische Sicherheitsfirma gewesen. Der in einem Auto versteckte Sprengstoff sei aber zuvor detoniert. Das Gesundheitsministerium sprach von drei Toten und vier Verletzten. Die radikalislamischen Taliban beanspruchten die Tat für sich.
Quelle: dpa

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Taliban-Anschlag in Kabul - Autobombe tötet zwei Menschen / ZDF v. 17.03.2018

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Syrien-Krieg

 Hunderttausende sind in Gefahr

Experten warnen vor einem Massaker an Zivilisten in der nordsyrischen Kurdenenklave Afrin.

Von Frank Nordhausen

Rund 30.000 Menschen sollen die Stadt Afrin allein am
Donnerstag verlassen haben. Foto: rtr

Furchtbare Bilder erreichten die Welt am Freitag aus der von türkischen Truppen belagerten nordsyrischen Kurdenenklave Afrin: Bomben, Feuer, Blut, tote und verletzte Zivilisten. Bei Luftangriffen auf das bisher weitgehend unzerstörte Zentrum der gleichnamigen Großstadt Afrin wurden nach Angaben von kurdischen Organisationen mindestens 20 Menschen getötet, darunter Frauen und Kinder. 
Die Türkei gab gleichzeitig bekannt, dass ihre Flugzeuge auch Flugblätter über der belagerten Stadt abwarfen, mit denen sie die Bevölkerung aufriefen, sich gegen die als „Terroristen“ bezeichneten kurdischen Selbstverteidigungseinheiten (YPG) zu erheben, denen die Angriffe gelten. Das Signal ist klar: Der Endkampf um die Kurdenmetropole hat begonnen.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich schon als siegreicher Feldherr geriert, als er am Mittwoch vor Anhängern seine Hoffnung verkündete, dass Afrin „heute Abend komplett erobert ist“.
Tags zuvor hatten die türkische Armee und die mit ihr verbündeten, überwiegend islamistischen Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) den Belagerungsring so eng gezogen, dass den Menschen nur noch ein vier bis fünf Kilometer schmaler Korridor blieb, um die Stadt noch zu verlassen.
Vertreter der Kurden warnen seit Wochen vor einem drohenden „Völkermord und ethnischen Säuberungen“. Auch das Europaparlament hat die Türkei am Donnerstag aufgefordert, ihre Militäroffensive zu beenden und ihre Truppen zurückzuziehen.
Ankara beruft sich bei ihrer am 20. Januar gestarteten Invasion auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der Uno-Charta. 
Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages kam jedoch zu dem Schluss, dass konkrete Beweise für eine Bedrohung fehlten.
Zwar beteuern türkische Politiker täglich, dass man Zivilisten schone, doch die Fernsehbilder von Bombenangriffen und Hilferufe der mit schwer Verletzten überlasteten Krankenhäuser sprechen eine andere Sprache.

Nach Angaben der *Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London sind bisher durch die türkische Intervention über 200 Zivilisten getötet und weit über 600 verletzt worden. Die Sorge um ein Blutbad mit vielen zivilen Toten wächst jeden Tag.

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Anm.d.Blog-Redaktion:
* Syrische Beobachtungsstelle für Memschenrechte. 
Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist sehr umstritten.  

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"Mit einem türkischen Vorstoß ins Stadtgebiet wird es unweigerlich mehr zivile Opfer geben". Wladimir von Wilgenburg, Kurden-Experte

Rund 30.000 Menschen sollen die Stadt laut UN-Angaben allein am Donnerstag verlassen haben. Gleichzeitig sind aber in den vergangenen Wochen mindestens 50.000 Menschen aus umliegenden Dörfern vor den anrückenden Türken in die Metropole geflohen. 
Auf bis zu 400.000 schätzt der niederländische Kurden-Experte Wladimir von Wilgenburg die derzeitige Bewohnerzahl. „Mit einem türkischen Vorstoß ins Stadtgebiet wird es unweigerlich mehr zivile Opfer geben“, sagt van Wilgenburg, der eine „lange, blutige Schlacht“ erwartet.

YPG-Kämpfer sind in der Defensive

Inzwischen kontrolliert die Türkei rund 60 Prozent der nordwestsyrischen Provinz. Doch schon für den Weg bis Afrin-Stadt brauchten die Angreifer in ihrer von Erdogan ursprünglich als Blitzkrieg angekündigten „Operation Olivenzweig“ fast zwei Monate, weil die YPG zähen Widerstand leistete. Jetzt steht der Wechsel vom ländlichen zum urbanen Kampf bevor. Ankara bekämpft die YPG, weil sie sie als Teil der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet - was die Kurden bestreiten. 
Dagegen sind die USA mit der YPG als wichtigster militärischer Bodentruppe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündet, doch fühlt sich Washington nicht für Afrin zuständig. Die Kurden werfen den USA Verrat vor.

Viele Beobachter hat erstaunt, dass die kampfstarke YPG in den Kleinstädten Raso und Dschindiris zwar eine gewisse Zeit Widerstand leistete, sich dann aber zurückzog und den Türken die leergeräumten Ortschaften überließ. Dabei verfügt die Miliz in Afrin über bis zu 10.000 gut trainierte und kampferprobte Milizionäre, dazu 30.000 Zivilisten mit einer militärischen Grundausbildung, die inzwischen durch mehrere tausend zusätzliche Kämpfer aus iranischen und arabischen Milizen verstärkt wurden. Doch die Verteidiger haben der strategischen Überlegenheit der Türkei wegen deren Lufthoheit wenig entgegenzusetzen. Solange Russland, das den Luftraum Nordsyriens kontrolliert, die Türkei nicht stoppt, sind sie in der Defensive.

Zu Beginn der Intervention hatte Erdogan wahrheitswidrig erklärt, dass in der Enklave nur 35 Prozent Kurden lebten, und seine Frau Emine hatte kürzlich angekündigt, dass 300.000 syrische Flüchtlinge aus der Türkei in Afrin angesiedelt werden sollten – mutmaßlich Turkmenen und Araber. 
Am Donnerstag kündigte ein Erdogan-Sprecher sogar an, dass die Türkei nach der Eroberung Afrins nicht plane, das Gebiet an das Regime in Damaskus zurückzugeben, sondern es selbst beherrschen wolle. Falls es nicht in letzter Sekunde zu einer Verhandlungslösung durch die Großmächte Russland und USA kommt, muss in Afrin mit einem apokalyptischen Szenario gerechnet werden.
„Ein Sprecher der Kurden sagte, sie würden kämpfen bis zum Ende, wie damals in Kobani“, sagt Wladimir van Wilgenburg. 
Es ist zu erwarten, dass die YPG Afrin zu einem Fanal und Symbol für den kurdischen Widerstand machen will – wie im Kampf gegen den übermächtigen IS in Kobani an der Grenze zur Türkei 2015, wo die Kurden schließlich durch Luftangriffe der USA gerettet wurden. Wie Kobani ist auch Afrin seit Jahrhunderten kurdisches Kernland mit rund 90 Prozent kurdischer Bevölkerung.
Es mag zwar sein, dass die Kurden auch auf ein Eingreifen der USA wie damals hoffen. „Doch die Lage ist diesmal anders“, sagt van Wilgenburg. „2015 ging es gegen den IS, diesmal gegen die Türkei, die ein Nato-Partner ist.“ Doch selbst wenn sie Afrin schließlich erobern sollten, dürften die Türken nicht viel Freude an ihrem neuen syrischen Protektorat haben. Afrin gilt als besonders YPG-treues Gebiet, in dem auch zahlreiche kampferprobte Kämpfer leben. Die Kurden Afrins würden sich „nie unterwerfen“, sagte ein kurdischer Sprecher kürzlich. Plan B der YPG könnte es sein, Afrin für immer unregierbar zu machen.
Hier der Link zum Artikel der Frankfurter Rundschau vom 17.03.2018 >>> 

Dazu >> 

Flucht und Vertreibung - Syrien, ein Land wird in den Abgrund getrieben

Es gab ja schon europäische Politiker, die die geflüchteten syrischen Menschen (Familien) wieder in ihre Heimat zurückschicken wollte. Rechtspopulisten (AfD) sahen gar in Syrien Gebiete, die vollkommen ungefährlich und friedlich seien. Womit wir derzeit zu rechnen haben, ist ein weiterer Exodus und weitere Flucht aus dem Kriegsgebiet Syrien.
Von Horst Berndt März ´18

Die Türkei will es unbedingt verhindern, dass ein zusammen-
hängendes kurdisches Gebiet entsteht.

Tausende Zivilisten fliehen vor den Kämpfen in Ost-Ghuta.

Tausende Zivilisten fliehen vor den Kämpfen in Ost-Ghuta. Foto: afp

Aus der Frankfurter Rundschau -  vom 16.03.2018

Assads Armee ruft zum Exodus aus Ost-Ghuta auf

Zehntausende fliehen vor dem Bombenhagel der syrischen Armee aus der umzingelten Rebellen-Hochburg. Viele Kranke und Verletzte warten jedoch auf eine Evakuierung.

In ihren Gesichtern stehen Erschöpfung und Verzweiflung, einige der Frauen, Männer und Kinder weinen. Die Menschen schleppen, was sie an Habseligkeiten tragen können – Decken, Taschen und Körbe. Andere haben Kleinkinder auf dem Rücken oder schieben gebrechliche Verwandte in Schubkarren durch die Ruinenlandschaft. Ihr Ziel sind die Fluchtkorridore, die syrische und russische Soldaten in den Ortschaften Hammurije, Jisreen und Beit Sawa eingerichtet haben.

Vor 48 Stunden begann der spektakuläre Exodus aus heftig umkämpften Bezirken der Rebellenenklave von Ost-Ghuta, die die syrische Armee mittlerweile zu 70 Prozent unter ihre Kontrolle gebracht und in drei Teile zerschnitten hat. Ungeachtet dessen gingen auch am Freitag die russischen und syrischen Luftangriffe weiter und töteten 57 Menschen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Die syrische Armee forderte die Bewohner ausdrücklich zum Verlassen der Enklave auf.
Insgesamt wechselten am Donnerstag und Freitag etwa 15.000 bis 20.000 Menschen auf das vom Regime kontrollierte Gebiet, um sich vor dem Bombenhagel in Sicherheit zu bringen. „Es gibt kein Wasser, keine Medikamente, kein Essen – nichts mehr“, berichtete einer der Evakuierten dem Sender Al-Dschasira. Andere erklärten im staatlichen syrischen Fernsehen, die Rebellen hätten versucht, die Menschen mit Waffengewalt an der Flucht zu hindern. Pro Stunde kämen mittlerweile etwa 800 Personen raus, sagte der russische General Wladimir Solotuchin der Nachrichtenagentur Ria. Sie werden vom Syrischen Roten Halbmond in Empfang genommen und mit Bussen in provisorische Unterkünfte gebracht. Wie eine Unicef-Sprecherin mitteilte, bereiten sich die Hilfswerke derzeit darauf vor, insgesamt 50 000 Evakuierte zu versorgen.
Hier der komplette Artikel der Frankfurter Rundschau vom 16.03.2018 >>> Syrien-Krieg Assads Armee ruft zum Exodus aus Ost-Ghuta auf / Frankfurter Rundschau v. 16.03.2018

Flucht und Vertreibung

Wie im Titel schon erwähnt, Syrien steht am Abgrund und es ist mittlerweile vollkommen unübersichtlich, welche Kriegsparteien hier insgesamt in Allianzen in bestimmten Gebieten beteiligt sind und bestimmte Interessen vertreten, dies mit absoluter Waffengewalt. Um die syrische Bevölkerung geht es schon lange nicht mehr. Es wird wieder dazu kommen, dass sich die Menschen, die friedliebenden Menschen, mit ihren Familien in Bewegung setzen und ihr Land verlassen, um überhaupt am Leben zu bleiben.
Die Lage in Afrin ist ja schon weiter oben beschrieben worden. Ein Land, das NATO-Mitglied ist, führt dort in Syrien einen Angriffskrieg und die NATO läßt dass alles mit sehr leisen Tönen in den Kommentaren dazu zu. Die USA haben die Kurden jetzt wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen und die Türkei darf hemmungslos bombardieren.
Also, wer nur ansatzweise auf die Idee kommt, Menschen aus Syrien, die derzeit in Europa Asyl gefunden haben oder  beantragt haben, wieder in das Kriegsgebiet zurückzuschicken, schickt Menschen in den Tod.
Die Lage in Ost-Ghuta ist sehr ähnlich, hier sind es nur andere Beteiligte, die hier dafür sorgen, dass das Leid der Menschen kein Ende nimmt.
Horst Berndt März ´18

Ost-Ghuta: "Es geht ums nackte Überleben"



400.000 Menschen sind in dem Vorort von Damaskus von der Außenwelt abgeschnitten. Seit Wochen kommen zur Belagerung noch Luftangriffe. CARE-Mitarbeiter Marten Mylius schildert im DW-Interview die humanitäre Lage. (Bericht vom 21.02.2018)


DW.com: Wie lässt sich die humanitäre Lage in Ost-Ghuta beschreiben?

Marten Mylius: Die humanitäre Situation ist schon seit geraumer Zeit sehr angespannt und schwierig in Ost-Ghuta. Diese Vorstadt von Damaskus wird seit vier Jahren mehr oder weniger belagert von den Regierungstruppen. In den vergangenen Monaten wurde der Belagerungsring noch einmal enger gezogen. Das heißt: Die verschiedenen Tunnel und Checkpoints wurden zerstört und man kommt gar nicht mehr hinein. Und jetzt in den letzten Tagen hat es natürlich mit dieser militärischen Offensive nochmal eine Eskalationsstufe gegeben, die sehr dramatisch ist für die Leute: 
Es werden Krankenhäuser angegriffen und Zivilisten sind in einem Ausmaß gestorben, wie wir das in den letzten vier, fünf Jahren nicht gesehen haben. Das ist eine ganz dramatische Zuspitzung der Situation.

CARE-Nothilfekoordinator Marten Mylius 

Wie viele Menschen leben in Ost-Ghuta? Und wenn Sie von Belagerung sprechen: woran fehlt es besonders?

Wir gehen davon aus, dass dort um die 400.000 Menschen eingeschlossen sind. Nachdem die Tunnel zerstört wurden und die Übergänge geschlossen, sind die Preise für Grundnahrungsmittel dramatisch in die Höhe geschossen. Ein Kilo Reis kostet jetzt viereinhalb Dollar. Das können sich viele Leute überhaupt nicht mehr leisten. Das heißt: Wir sehen eine sich rapide ausbreitende Unterernährung. Wir sehen Frauen, denen die Haare ausfallen, denen die Zähne ausfallen. 
Wir gehen davon aus, dass mehr als zehn Prozent der Kinder akut mangelernährt sind. Es geht dort wirklich um die ganz essenziellen Dinge: Nahrung und Medikamente. Und es geht in diesen Tagen vor allen Dingen auch um die Sicherheit, ums nackte Überleben.
Könnten denn Menschen das umzingelte, belagerte Ost-Ghuta verlassen, wenn sie das wollten?

Das ist absolut unmöglich. Da kommt man weder heraus noch herein. Da kann man nicht weg. Man kann sich zwar innerhalb von Ost-Ghuta bewegen. Das ist ein relativ dicht besiedelter Satellitenstaat mit einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern. Aber auch da gibt es nicht mehr viele sichere Orte - und heraus kommt man schon mal gar nicht.
Ich denke, man kann das sehr gut mit Aleppo vergleichen. Wir haben schon seit längerer Zeit eine militärische Offensive erwartet. Jetzt haben wir Angst, dass auf die Luftangriffe eine Bodenoffensive folgt - Anzeichen dafür gibt es bereits. Das wäre dann eine Parallele zu Aleppo, wo ebenfalls massive Luftangriffe geflogen wurden. Die Menschen konnten nicht heraus; es gab keine Fluchtmöglichkeiten. Erst als die Bodenoffensive startete, wurden Menschen evakuiert.

Ost-Ghuta gehört zu den sogenannten Deeskalationszonen. Was sind denn solche Zonen und Vereinbarungen überhaupt noch wert?

Im Prinzip sind sie gar nichts wert. Zur Vereinbarung gehörte, dass für diese Deeskalationszonen der Zugang für humanitäre Hilfe erleichtert werden sollte, dass die Zonen befriedet werden sollten. Aber es ist genau das Gegenteil eingetreten! Wir erleben eine massive Eskalation der Situation und eine Verschlechterung des humanitären Zugangs. Nach Ost-Ghuta haben wir zuletzt im November einen Konvoi schicken können. 
Rechnen Sie damit, dass es irgendwann wieder humanitären Zugang gibt? 

Ost-Ghuta ist sehr schwierig, weil es keinen direkten Zugang von den Nachbarländern gibt. Es ist umzingelt von den Truppen des Regimes. Anders ist das zum Beispiel in Idlib, wo man direkt aus der Türkei über die Grenze hinein kommen kann. Man kann dort mit Lieferungen an der Grenze warten und dann den Konvoi reinbringen. Das ist in Ost-Ghuta wesentlich schwieriger. Weil man dann natürlich verhandeln muss mit dem syrischen Regime und den Entscheidungen ausgeliefert ist. Wir haben noch Mitarbeiter, Partner vor allen Dingen, in Ost-Ghuta. Aber aufgrund der Sicherheitslage wurde das ganze Programm jetzt temporär aus Sicherheitsgründen gestoppt.

Was kann die internationale Gemeinschaft denn tun, um dort Zugang zu erzwingen?

Die UNO hat am Dienstag einen einmonatigen Waffenstillstand gefordert und sofortigen Zugang für humanitäre Hilfslieferungen. Jetzt muss diplomatischer Druck aufgebaut werden. Das ist natürlich schwierig. Wir kennen die Konstellationen im UN-Sicherheitsrat. Und der Konflikt hat sich in den vergangenen Jahren derart verkompliziert und internationalisiert, dass die Mittel heute sehr beschränkt sind. Diplomatischer Druck über die humanitäre Lage, über das internationale humanitäre Völkerrecht: Das muss der Ansatzpunkt sein, um eine Feuerpause zu erzwingen.
Marten Mylius ist Nothilfekoordinator bei der Hilfsorganisation CARE für den Nahen Osten und arbeitet von der jordanischen Hauptstadt Amman aus.
Die Fragen stellte Matthias von Hein.
Hier der Link zum Artikel von DW vom  21.02.2018 >>> 
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Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Universales Gesetz.


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