Kinder im Krieg "Wir wollen endlich in Frieden leben" - mit Kurzvideo - Dazu > ... und wir werfen weiter Bomben, weil wir so gierig und machtgeil sind. // Prantls Blick - die politische Wochenvorschau

Spiegel-TV vom 18.02.2018

Kinder im Krieg
"Wir wollen endlich in Frieden leben"

18.02.2018 - Während auf der Münchner Sicherheitskonferenz über Kriege geredet wird, sitzen die Leidtragenden mitten drin: 375 Millionen Kinder leben weltweit im Krisengebieten. Lama aus dem Jemen und Yannick aus dem Kongo berichten von ihren traumatischen Erfahrungen.

Standbild aus dem Video von Spiegel-TV, demnach wird es noch viel mehr flüchtende Menschen in der Zukunft geben.

Lama, 10 Jahre alt, aus dem Jemen, berichtet im Video, was ihr passiert ist.

... und wir werfen weiter Bomben, weil wir so gierig und machtgeil sind.

 von H.Berndt Febr.´18

Wenn erwachsene Menschen auf Kinder dieser Welt Bomben werfen, dann fehlt jede Spur von Zivilisation. 

Wenn die Mächtigen dieser Welt es zulassen, dass diese Bomben geworfen werden, dann sollten diese Mächtigen der Welt ganz schnell ausgetauscht werden, egal aus welchen Staaten diese Verbrecher kommen. Wenn es Helfer gibt, die dazu beitragen, das diese Bomben geworfen werden, das Panzer und anderes Gerät an Staaten geliefert wird, dann sind das auch Verbrecher und entsprechend aus den Positionen zu entfernen. 

Wir berichten jeden Tag über tote Kinder und über ganze Familien in der Welt, die vollkommen wehrlos sind und nichts anderes wollen als Frieden, wie dieses kleine 10 jährige Mädchen aus dem Jemen. Es kann auch aus Syrien, Afghanistan sein, die Liste der Staaten ist sehr lang, die man dazu aufführen kann.

Wann hört das endlich auf, dass die Gier nach Profit und nach weltweiter Macht diese Opfer in tausendfacher Art hervorbringt.

Wann hört es auf, dass sich Regierungen gegenüber dem Volk mit Wirtschaftszahlen brüstet, die auch daraus bestehen, dass in den Exportzahlen, die verkauften Waffensysteme enthalten sind, die dann wehrlose Menschen in sehr vielen Staaten abschlachten wie Vieh. Menschenrechte oder Wohlstand. Was bedeutet denn Wohlstand, der darauf aufgebaut ist, dass Exportüberschüsse zur Sanierung von Schulen verwendet werden? 

Wo sind die Menschen, die ganz laut sagen, AUFHÖREN- sofort AUFHÖREN, wo sind die humanen Menschen, die eine friedliche Weltbevölkerung braucht, um eine feste und friedlich-starke Stimme zu haben, wo sind sie denn?

Wir lassen es zu, dass gleich mehrere Militärmächte einen Staat wie Syrien zerfetzen. Wir lassen es zu, dass in der Folge von solchen Konflikten, flüchtende Menschen, ja ganze Familien im Mittelmeer ertrinken müssen. Die EU-Staaten helfen hier nicht wirklich.

Afghanistan ist laut UN klares Kriegsgebiet und es gibt zivilisierte europäische Staaten, die sogar einzelne Kinder dorthin abschieben. 

Uns geht es doch gut. Geht's noch Frau Merkel? Und hier ist natürlich die gesamte Parteienlandschaft angesprochen. Könnt ihr eigentlich noch ruhig schlafen, oder ist eure Abgestumpftheit schon so groß, wie sie ja auch bei den Waffenverkäufen in alle Welt ist?

Es gibt einen weltweiten Virus. Das sind Politikerinnen und Politiker + Konzerne + Finanzwirtschaft + Lobbyisten + neoliberale Organisationen, die unseren Planeten verwüsten, die Natur und die Ressourcen gnadenlos ausschlachten und versuchen, noch funktionierende Kreisläufe und Systeme zu zerstören. 

Erst wenn uns klar wird, dass unser aller Leben damit bedroht ist und natürlich auch unser Heim, der Planet Erde damit zerstört wird, erst dann, wenn wir richtige Angst haben, weil unser Land, unser Heim, unsere Familie unsere Kinder bedroht sind, werden wir erfühlen können, wie es gerade diesem kleinen Mädchen aus dem Jemen geht. Erst dann! Denkt mal drüber nach.

Ich könnte hier Fotos aus dem Blog-Archiv und vor allem aus dem Privat-Archiv präsentieren, die sind so katastrophal schlimm, dass es nicht auszuhalten ist. Die Menschen müssen lernen, das Leben, jedes Leben, zu achten. Wir sind derzeit davon sehr weit entfernt.

Horst Berndt Febr.´18

Hier der Link zum Spiegel-TV-Video vom 18.02.2018 (2.38min.) >>>Kinder im Krieg "Wir wollen endlich in Frieden leben" / Spiegel TV vom 18.02.2018

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Prantls Blick -

die politische Wochenvorschau

Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung)  

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich fahre oft am Gefängnis von München-Stadelheim vorbei. Bisweilen schalte ich dann die Musik im Autoradio aus, weil die Gedanken Stille brauchen. Dort, in München-Stadelheim, wurde die Weiße Rose von den Nazis umgebracht. Das ist jetzt 75 Jahre her. Am 22. Februar 1943 wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst im Gefängnis von München-Stadelheim ermordet. Sie hatten Flugblätter gegen den Krieg und die Diktatur unter Adolf Hitler verbreitet: „Hitler und das Regime müssen fallen, damit Deutschland lebt“, stand auf dem von Christoph Probst entworfenen Flugblatt, das Hans Scholl bei seiner Verhaftung bei sich trug.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter wird am Donnerstag an den Grabstätten der Geschwister Scholl im Friedhof am Perlacher Forst einen Kranz niederlegen; anschließend wird man zum Grab von Alexander Schmorell gehen. Schmorell war Mitgründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose, hatte nach der Verhaftung der Scholls vergeblich versucht, über Schloss Elmau in die Schweiz zu fliehen, war nach München zurückgekehrt und am Tag der Beerdigung seiner Freunde in einem Luftschutzkeller erkannt und denunziert worden. Auch er wurde vom sogenannten Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und im Juli 1943 zusammen mit Professor Kurt Huber in Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.

Wenn jeder wartet, bis der Andere anfängt, wird keiner anfangen

Geschichte, lang her? Es stimmt nicht, dass die Weiße Rose Geschichte ist und nichts als Geschichte. Es stimmt nicht, dass aus der Weißen Rose für heute nichts zu lernen sei. Die Sätze aus den Flugblättern der Weißen Rose haben ihre eigene Bedeutung in jeder Zeit, auch in der gegenwärtigen: "Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt!“ Und: „Wenn jeder wartet, bis der Andere anfängt, werden die Boten der rächenden Nemesis unaufhaltsam näher und näher rücken, dann wird auch das letzte Opfer sinnlos in den Rachen des unersättliches Dämons geworfen sein.“ Also: Wenn jeder wartet, bis der Andere anfängt, wird keiner anfangen. Dann werden wir eingeholt von den Folgen unserer Versäumnisse. Jeder und jede muss für sich nachdenken, was ihm und was ihr das heute sagt und wozu es ihn und sie verpflichtet. Die Gefahr, bequemer Anpassung zu erliegen, wie sie die Weiße Rose angeprangert hat, gibt es heute so wie damals.

Es gibt, damals wie heute, die Formeln, die man gern zur Beschwichtigung oder zur Tarnung der eigenen Bequemlichkeit benutzt. Dazu gehört der Satz: „Alleine kann man ja doch nichts bewirken.“ So oft heißt es also: „Was soll man machen?“ – das war schon immer so und das wird auch so bleiben. Es sind Sätze der Gleichgültigkeit, Sätze der Trägheit, der Apathie, der Resignation, manchmal auch der Feigheit. In uns allen stecken solche Sätze: „Was soll man machen? Da kann man gar nichts machen.“ Und: „Nach uns die Sintflut“. Eine Demokratie kann man aber mit solchen Sätzen nicht bauen. Einen guten Rechtsstaat auch nicht. Und die Menschenrechte bleiben, wenn man solchen Sätzen nachgibt, papierene Rechte. „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt!“ Dieser Satz ist ein Satz der Anklage in einer Zeit, in der die Gleichgültigkeit globalisiert ist und in der Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer sterben. Sie verdursten auf dem Wasser. Sie gehen unter. Sie erfrieren in der Kälte der europäischen Flüchtlingspolitik. Papst Franziskus nennt die Gleichgültigkeit „ein Virus, das lähmt, das unbeweglich und unempfindlich macht“.

Nie wieder? Schon wieder!

Vor bald 25 Jahren habe ich für mein Buch „Deutschland, leicht entflammbar“ in der Aula der Münchner Universität sehr bewegt den Geschwister-Scholl-Preis entgegen nehmen dürfen. Das war 1994, in einer Zeit, in der viele Flüchtlings- und Ausländerwohnheime angezündet wurden. Ein Jahr zuvor war, nach heftigen politischen Auseinandersetzungen, das alte Asylgrundrecht geändert und eingeschränkt worden. In meiner Dankesrede habe ich mich damals mit dem Wort „Mut“ befasst – vom Mut der Mitglieder der Weißen Rose in einer Zeit, in der das freie Wort Lebensgefahr bedeutet hat.

Wer vom Mut der Weißen Rose spricht, der tut sich schwer, dieses Wort in einer Gegenwart zu gebrauchen, in der Mut fast nichts kostet. Umso mehr, so dachte ich damals und so denke ich heute, ist das Handeln der Geschwister Scholl Verpflichtung. Es ist Verpflichtung in einer Gegenwart, in der sich der Neonazismus und der Rassismus wieder aufblasen wie seit Jahrzehnten nicht. Wenn ein AfD-Politiker in öffentlicher Rede auf einer großen Aschermittwochs-Veranstaltung vor johlenden Anhängern Deutsche mit ausländischen Wurzeln als „Kümmeltürken“ und „Kameltreiber“ beschimpft, die wieder ausgeschafft gehörten, dann weiß man, dass das Motto „Nie wieder“ nicht mehr gilt. Man muss jetzt „Schon wieder“ schreiben.

Vor 25 Jahren wussten wir nicht, was wir heute wissen: Damals, in der Zeit des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen, in den Monaten der ausländerfeindlichen Ausschreitungen, begannen braune Kameradschaften, sich zu radikalisieren. In dieser Zeit wurden die Mörder vom Nationalsozialistischen Untergrund NSU erwachsen. In dieser Zeit begann das „Klima der Angst“, das Rechtsextremisten in Teilen Ostdeutschlands geschaffen haben – ein Lagebericht des Bundeskriminalamts nennt das so. Die Aufdeckung der zehn Neonazi-Morde durch den NSU ist nun sechs Jahre her. Erstaunlich schnell sind Politik und Sicherheitsbehörden wieder zum Alltag übergegangen. Das Entsetzen über die Verbrechen des NSU hat sich gelegt. Die Aufregung ist abgeflaut, der Ruf nach Konsequenzen verstummt. Der Bundesinnenminister hat ein paar Spitzenbeamte ausgewechselt, das war es dann. Eine Zeitlang hörte man noch makabre Nachrichten aus den Untersuchungsausschüssen über das unsägliche Versagen der Sicherheitsbehörden; deren Vertreter reden das dann schön. Vor ein paar Jahren gab es noch kleine öffentliche Aufwallungen, wenn bekannt wurde, dass einschlägige Akten vom Verfassungsschutz vernichtet wurden. Und manchmal erinnerte man sich dann an die Erregung, die das ganze Gemeinwesen zur Zeit der RAF-Morde erfasste, und man wunderte sich über die allgemeine Gelassenheit von heute.

Der alltägliche gewalttätige Rassismus in Deutschland ist nach der Aufdeckung der NSU-Morde kein großes Thema geworden. Die Bürger, die sich Neonazis entgegenstellten, erhielten nach wie vor wenig Hilfe. Wenn Neonazis couragierten Leuten zur Einschüchterung das Auto demolierten, wurde das von der Polizei wie eine ganz normale Sachbeschädigung behandelt. Die Morde der NSU haben keine neue Sensibilität der Behörden ausgelöst. Es gab keine Anweisungen, gegen braune Gewalt mit aller Energie vorzugehen. Es gab keine neuen Prioritäten in der Politik. Es gab keine Indizien für neue Verve, neue Tatkraft, neue Courage im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Man tat und man tut so, als seien die NSU-Morde das eine – und die alltäglichen Gewalttätigkeiten gegen Ausländer etwas ganz anderes.

Diejenigen Politiker, die Neonazis engagiert entgegentraten, erlebten merkwürdige Dinge. Gegen sächsische Abgeordnete, die an Protesten gegen einen Neonazi-Aufmarsch teilgenommen hatten, ermittelte die Staatsanwaltschaft in Dresden wegen „Sprengung" einer genehmigten Versammlung.

Und das Parlament in Sachsen hob bei den demonstrierenden Anti-Nazi-Abgeordneten die Immunität auf.

Sind das die Zeichen, die wir brauchen? Selbst Wolfgang Thierse musste, er war damals Bundestagsvizepräsident, seltsame Erfahrungen machen: Als er sich an einer Sitzblockade gegen Neonazis beteiligte, wurde ihm vorgeworfen, er habe die „Würde des Amtes verletzt“. Wer Zivilcourage zeigt, muss mit Unbill rechnen. Thierse teilt eine Erfahrung, die viele couragierte Bürger machen.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch
Seit der Aufdeckung der zehn Neonazi-Morde und seit den Erkenntnissen über das braune verbrecherische Netzwerk – seitdem ist klar, dass ein berühmter Satz von Bertolt Brecht nicht nur Bedeutung für den Deutschunterricht an Gymnasien hat. Seit fünfzig Jahren kennen die Deutschen diesen Satz: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“. Er steht im Epilog des Theaterstücks „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, das die Hitlerei und den Nazismus in die Welt des Gangstertums transferiert. Es ist dies, so hat sich grausam gezeigt, ein Satz von kriminalistischer Wahrheit.

Er ist auch von politischer Wahrheit. Der Neonazi Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Thüringen, hat in seiner berüchtigten Rede vom Januar 2017 im Dresdener Ballhaus Watzke das Berliner Holocaust-Denkmal als „Denkmal der Schande“ geschmäht. Er hat die Kultur der Erinnerung als „mies und lächerlich“ beschimpft. „Erbärmliche Apparatschiks“ nannte er die Politiker der anderen Parteien, denen er vorwarf, „unser liebes Volk“ in den Untergang zu führen. Dann folgte der Aufruf: „Wir können Geschichte schreiben. Tun wir es.“ Viele Wähler haben es am 24. September 2018 getan. Sie haben eine Partei gewählt, die als Parteifarbe ein schmeichelndes Blau auf ihre Plakate druckt, die aber im Inneren immer brauner wird.

Das sind Gedanken, die mir bisweilen durch den Kopf gehen, wenn ich am Gefängnis von München-Stadelheim vorbeifahre. Dann schalte ich die Musik im Autoradio aus.

 „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt!“ heißt es im Fünften Flugblatt und danach eindringlich: „Entscheidet Euch, eh‘ es zu spät ist!“ Wenn jeder wartet, bis der Andere anfängt, wird keiner anfangen.

Nachdenklich grüßt Sie

Ihr
Heribert Prantl,
Mitglied der Chefredaktion und Leiter des neuen SZ-Ressorts Meinung

Hier der Link auf Prantls Blick vom 18.02.2018 >>> 

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.

Wir wollen, dass diese Kinder, dieses 10 jährige Mädchen mit Namen Lama in Würde leben kann, egal wo auf der Erde!

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