heuteplus (ZDF) vom 08.02.2018 Taher hat sich das Leben genommen, kein Einzelfall, nicht in Bayern // bundeswehr-journal (vom 02.01.2018) Drastisch verschlechterte Sicheitslage in Afghanistan // In eigener Sache - Ein Jahr Pouya-Blog

heuteplus (ZDF) vom 08.02.2018
Taher hat sich das Leben genommen, kein Einzelfall, nicht in Bayern

Wenn man sich die Aussagen im Video genau angehört hat, dann wird ein jeder Humanist wohl sehr zornig werden. Was sich hier im Staat abspielt, und Bayern ist ja noch ein deutsches Bundesland, ist mit dem, was unser Grundgesetz aussagt, niemals in Einklang zu bringen. Wie offen menschenfeindlich sich der deutsche Staat fast unwidersprochen verhalten kann ... wer hätte es gedacht! 
Horst Berndt Febr.´18
 
Standfoto aus dem heuteplus Video vom 08.02.2018

Wie verzweifelt müssen Menschen sein, wenn sie solche Aussagen wie hier im Video tätigen.

Können wir uns eigentlich auch nur ansatzweise in die Lage dieser Menschen versetzen, wir leben hier in Europa/Deutschland in Gebieten, wo es keine Verfolgung in der Art und Weise, wie in Afghanistan gibt. Wir leben nicht in permanenter Todesangst. Wir sollten es uns nur mal für einige Sekunden/Minuten vorstellen, wie es wäre, wenn wir auf der Straße täglich damit rechnen müssen, dass an der nächsten Ecke, bei Aldi oder in der Nähe des Krankenhauses ein gewaltige Bombe hochgeht. Es könnten unsere Kinder auf dem Weg zur Schule von Bomben von Selbstmordattentätern zerfetzt werden. Ein Übersetzer, der für das US-Militär arbeitet, wäre in Stuttgart von Terrorbanden bedroht. Wie fühlt sich das an. Weitere noch schlimmere Beispiele ersparen wir uns, aus dem was sich in Afghanistan schon alles abgespielt hat, wäre es sehr einfach, noch ziemlich brutale Ereignisse zu schildern.
 
Standfoto aus dem heuteplus Video vom 08.02.2018 


Standfoto aus dem heuteplus Video vom 08.02.2018 

Die bayrische Asylpolitik ist leider vollkommen unerträglich, sie versucht den Hilfesuchenden das Leben so schwer wie möglich zu machen. 

Allein das Arbeitsverbot ist vollkommen inakzeptabel. Selbst wenn eine Lehrstelle gefunden wurde und die ausbildende Firma zufrieden ist und die Ausbildung gern bis zur Abschlußprüfung begleiten möchte, kann es ganz schnell passieren, dass ein Lehrling im zweiten Jahr in der Ausbildung nachts von der Polizei abgeholt wird und dann im nächsten Abschiebeflug nach Afghanistan sitzt. Die ausbildende Firma erfährt davon in den meisten Fällen noch nichteinmal etwas und wundert sich nur, warum der Lehrling nicht mehr kommt. 


Hier der Link zum heuteplus-Video (ZDF) vom 08.02.2018 >>> 

Hinweis:
Wenn du, oder jemand den du kennst, selbstmordgefährdet ist, oder im Begriff ist, Selbstmord zu begehen, ist es besonders wichtig, dass diese Person sofort ärztliche Hilfe erhält.

Wenn du dich in Deutschland befindest, kannst du im Notfall den Notruf 112 wählen, oder du wendest dich an die Telefonseelsorge unter 0800-1110111 oder 0800-1110222, dort ist rund um die Uhr jemand für dich da.
In Österreich kannst du im Notfall mit 144 die Rettung rufen. Um mit der Telefonseelsorge zu sprechen, wähle 142. Kinder und Jugendliche können sich außerdem unter 147 an Rat auf Draht wenden.
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bundeswehr-journal (vom 02.01.2018)

Drastisch verschlechterte Sicherheitslage in Afghanistan

Kabul. Afghanistan wurde kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal von verheerenden Anschlägen erschüttert. Am 31. Dezember zündete ein Selbstmordattentäter im ostafghanischen Jalalabad in der Nangarhar-Provinz bei der Beerdigung eines früheren Gouverneurs eine Bombe, mindestens 17 Menschen starben. Am 28. Dezember kamen bei einem Anschlag in der afghanischen Metropole Kabul mehr als 40 Personen ums Leben. Dann sprengte sich während einer Veranstaltung in einem Kulturzentrum ein Attentäter in die Luft; als Helfer das Gebäude betreten wollten, explodierten im Eingangsbereich weitere Sprengsätze. Drei Jahre nach Ende des Kampfeinsatzes der NATO in Afghanistan hat sich die Sicherheitslage in dem Land sehr verschlechtert.
  
 Unsere Aufnahme zeigt Fahrzeuge der NATO nach einem Selbstmordanschlag am 2. August 2017 in der afghanischen Provinz Kandahar. Bei dem Angriff starben zwei amerikanische Soldaten.
(Bild: amk)
Anschläge in Afghanistan und in der Landeshauptstadt Kabul, überall ist damit zu rechnen

Bei zwei weiteren Anschlägen am 25. Dezember waren bereits ein Dutzend Menschen umgekommen. Vor dem Kabuler Gebäude des afghanischen Inlandsgeheimdienstes NDS (National Directorate of Security), unweit des NATO-Hauptquartiers, hatte sich ein Attentäter in die Luft gesprengt und dabei sechs Personen mit in den Tod gerissen. Sechs Polizisten starben in der Südprovinz Helmand bei einem Anschlag mit einer Sprengfalle.

Im Jahr 2017 war es in Afghanistan zu mehr als 60 Selbstmordattentaten gekommen, bei denen fast immer unbeteiligte Zivilisten getötet und verletzt wurden. 

Am schwersten betroffen von den Anschlägen waren Kabul und die Provinzen Nangarhar und Herat.

Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ attackiert schiitische Minderheit

Von den insgesamt 63 Selbstmordanschlägen in Afghanistan im Jahr 2017 gehen wohl 48 auf das Konto der radikal-islamischen Taliban, 15 Anschläge reklamiert die auch am Hindukusch aktive Terrorbewegung „Islamischer Staat“ (IS) – in Afghanistan als „Daesh“ bekannt – für sich. Der sunnitische IS attackiert vor allem schiitische Moschee und andere religiöse Orte. So waren am 1. August bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in der westafghanischen Stadt Herat 33 Gläubige getötet und 66 verletzt worden. 

Nach einer Erhebung des Unternehmens ESRI in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen amerikanischen Institut PeaceTech Lab wurden 2017 global 1133 terroristische Anschläge verübt, bei denen 7633 Menschen starben. Dem IS schreibt diese Untersuchung für das vergangene Jahr weltweit 417 Terrorangriffe mit 3301 Todesopfern zu. Laut ESRI-Team und PeaceTech Lab verübten die Taliban 2017 insgesamt 101 Anschläge, dabei wurden 1064 Menschen getötet.

Südprovinz Helmand weiterhin gefährlichste Region in Afghanistan

Das Neue Jahr begann für die US-Truppen in Afghanistan und die dort stationierten NATO-Angehörigen mit einem traurigen Ereignis. Am 1. Januar wurde bei Kämpfen in der Provinz Nangarhar ein US-Soldat getötet, vier weitere Amerikaner wurden verwundet.

2017 verloren insgesamt 17 Soldaten des westlichen Bündnisses in Afghanistan ihr Leben. 15 der Toten waren US-Soldaten, ein Soldat stammte aus Rumänien, ein anderer aus Georgien. Seit Beginn des Einsatzes der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan starben 3545 Militärangehörige (den traurigen Rekord mit 711 Toten hält dabei das Jahr 2010). Die gefährlichste aller afghanischen Provinzen ist und bleibt dabei die Südprovinz Helmand: hier wurden seit dem Jahr 2001 insgesamt 957 Angehörige der in Afghanistan eingesetzten NATO-Truppen getötet.
 

Bald eine halbe Million afghanische Binnenflüchtlinge

Dass Afghanistan mittlerweile wohl nicht mehr als ein „teilweise sicheres Herkunftsland“ gelten kann, dokumentiert auch der am 1. Januar veröffentlichte Länderbericht der Agentur der Vereinten Nationen zur Koordinierung humanitärer Hilfe (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, OCHA).

Dem OCHA-Report zufolge wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2017 insgesamt 445.335 Afghanen kriegsbedingt aus ihrer vertrauten Umgebung vertrieben und somit für lange Zeit heimatlos. Allein in den letzten Tagen mussten landesweit rund 7428 Menschen wegen der Kämpfe zwischen Regierungstruppen mit den Taliban oder dem IS fliehen.

Im früher als eher ruhig geltenden Norden und Nordosten wurden im vergangenen Jahr 139.900 Binnenflüchtlinge registriert. Dies entspricht rund 31 Prozent aller registrierten Fälle innerhalb des Landes, so die Vereinten Nationen. In der Ostprovinz Nangarhar, wo sich Taliban und Daesh bekämpfen, mussten 123.538 Menschen ihr Heim verlassen. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Afghanen, die momentan unter „unmenschlichen Bedingungen“ in Camps leben, auf rund 900.000. 
Hier der Link zum Artikel vom >bundeswehr-journal< vom 02.01.2018 >>> 
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In eigener Sache
Ein Jahr Pouya-Blog
Kommentar von Joachim Spehl


Ein Jahr gibt es diesen Blog nun schon. Entstanden in der Gruppe Ahmad Pouya ist willkommen. Das hatten wir vor einem Jahr so noch nicht kommen sehen.
Im Laufe dieser Zeit haben sich die Dinge rund um Afghanistan und die deutsche, die europäische oder die Asylpolitik der Welt nicht verbessert, sondern im Gegenteil, stetig verschlechtert. So unser Eindruck.
Die, die eigentlich ein Vorbild für menschliche Asylpolitik sein sollten, haben sich entschlossen, dem entgegengesetzt zu handeln. Unmenschlichkeit, Empathielosigkeit, eiskaltes Handeln gegen Menschenrecht, Abschottung... Das scheinen die neuen Werte derer zu sein, die da Entscheidungen treffen und die Länder regieren.
9 europäische Länder schieben allein nach Afghanistan ab, um nur ein Beispiel zu nennen. Von all den Abschiebungen in andere Länder, von denen wir im Blog auch berichteten, mal abgesehen.
Für mein Empfinden sind das Rückschritte hin zu Werten, die ich nicht vertreten möchte.


Abdul Ghafoor, der Gründer von A.M.A.S.O. (Afghanistan Migrants Advice & Support Org, www: https://amasosite.wordpress.com),  schreibt in seinem Post vom 9. Februar: 
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Together we are strong!

Während meines Besuchs in Hamburg für das CIM - Forum 2018, afghanische Diaspora für Entwicklung. Ich hatte auch die Gelegenheit, einige der Aktivisten zu treffen, die afghanischen Flüchtlingen in Hamburg, Deutschland, helfen.

Während meines Gesprächs mit den Aktivisten in Hamburg war es sehr schön zu sehen, wie Aktivisten aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, um afghanischen Flüchtlingen zu helfen. Norwegische Aktivisten sind zum Beispiel mit deutschen und französischen Aktivisten verbunden, um jungen afghanischen Flüchtlingen zu helfen, die aus Norwegen fliehen, um der Abschiebung zu entgehen.

Die andere Gruppe von afghanischen/deutschen Aktivisten bereitet sich auf eine europaweite Demonstration am 17. Februar gegen Abschiebungen nach Afghanistan vor, um an der Seite von Aktivisten aus anderen europäischen Ländern zu stehen.

Es ist mir eine Freude, mit Menschen aus verschiedenen Ländern verbunden zu sein, die afghanische Flüchtlinge unterstützen. Ich habe und bin immer bereit, alles zu tun, um afghanische Flüchtlinge in Europa und überall zu unterstützen und alles in meiner Macht stehende zu tun, um die Rückkehr nach Afghanistan zu unterstützen.
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Nur so geht es. Gemeinsam. Gegen eine entmenschlichte Abschiebepolitik. Für Lösungen, die nachhaltig sind, für die Integration und menschliche Behandlung derer, die da bei uns Schutz und Perspektive suchen. Die Chancen aller Beteiligten erkennen und umsetzen.

Mir erscheint es immer wichtiger, auf die Missstände in der Asylpolitik hinzuweisen, aber auch auf gelungene Integration. Das Positive auch nach vorne kehren.
Im Blog sollen, neben den Unsäglichkeiten vieler Entscheidungen auch Lösungen und Perspektiven verbreitet werden.

Wir machen jedenfalls solange mit unseren Artikeln weiter, wie es aus unserer Sicht notwendig ist.
Und mir scheint, dass es diesen Blog noch einige Zeit geben wird.

"Together we are strong!"

Passend dazu nochmals unser Dankeschön an alle, die diesem Blog in der einen oder anderen Weise zuarbeiten, in dem sie uns mit Artikeln versorgen oder kritische Kommentare schreiben oder von ihren Fällen berichten oder, oder, oder ...

Wir machen weiter und unterstützen dort, wo es mit unseren Mitteln möglich ist.

Joachim Spehl. 11.02.2018

Der Link auf den Post von Abdul Ghafoor >>>


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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.

Es gilt auch in Bayern, Herr Seehofer!
Horst Seehofer, CSU

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