Thomas Ruttig: Schwerer Anschlag auf Kabuls Interconti-Hotel – und was außerhalb Kabuls passierte - Dazu: Anm.d.Blog-Redaktion: Zum Artikel von Thomas Ruttig // Dr. Thomas Nowotny - Air de Maizière // Ahmad Pouya bittet um Hilfe

Thomas Ruttig / Blog zu Afghanistan

Schwerer Anschlag auf Kabuls (Inter-)Conti-Hotel – und was außerhalb Kabuls passierte
  
Wegen der aktuellen Ereignisse in Kabul unterbreche ich die Berichterstattung zur bevorstehenden neunten deutschen Sammelabschiebung nach Afghanistan. Morgen geht es wieder dazu weiter.
Posted by Thomas Ruttig
 Das teilweise ausgebrannte (Inter-) Continental-Hotel in Kabul nach dem Taleban-Angriff am 20.1.2018. Offenbar Sicherheitskräfte auf dem Dach. Foto: ToloNews
Die Taleban haben sich zum ersten großen Anschlag 2018 in Kabul bekannt. Am späten Abend des 20. Januar drang ein schwerbewaffnetes Kommando in das Kabuler Hotel Continental (meist noch unter seinem alten Namen Intercontinental bekannt) ein, tötete mehrere Gäste, nahm andere als Geiseln. 126 Hotelgäste, davon 41 Ausländer, seien gerettet worden (hier). Ob alle Angreifer erschossen oder festgenommen wurden, ist unklar. Mindestens drei sollen getötet worden seien (hier). 

Das Hotel geriet in Teilen in Brand und wurde schwer beschädigt. Es befindet sich nicht innerhalb des sogenannten Grünen Schutzgürtels (siehe hier). Erst nach etwa 17 Stunden konnten afghanische und ausländische Spezialeinheiten (hier) die Besetzung beenden.

Die Zahl der Opfer steht noch nicht fest. Angaben gehen sogar weit auseinander. Das Innenministerium sprach von fünf Toten und sechs Verletzten. Die afghanische Nachrichtenagentur Tolo hingegen berichtete von mindestens 18 Toten (hier). [Aktualisierung 21.1.18 15.50 Uhr: Die Nachrichtenagentur AP tweetet gerade, dass 4 Afghanen und 14 Ausländer umgekommen seien (hier). Eine weitere Quelle (hier) spricht von 9 aus der Ukraine, 1 aus Kasachstan [oder Kirgistan – hier], 1 Griechenland und 3 bisher nicht Identifizierten unter den ausländischen Todesopfern.] 

Ein afghanischer Journalist berichtete unter Berufung auf Statements der afghanischen Fluggesellschaft KamAir, dass zehn ihrer Angestellten bei dem Angriff umgekommen seien. Darunter seien zwei Venezolaner und sechs Ukrainer (hier). Die Fluggesellschaft brachte ihre Crews regelmäßig in dem Hotel unter und musste jetzt wegen Personalmangels alle Auslandsflüge absagen.
 Aufnahme aus dem Inneren des Kabuler Hotels nach dem Angriff. Foto: Khalil Noori/Twitter
  
 Das Hotel noch einmal aus der Entfernung. Foto: ToloNews
  
In dem Hotel fand zum Zeitpunkt des Angriffs ein Seminar des afghanischen Telekommunikationsministeriums statt, an dem dessen Provinzvertreter teilnahmen. Mindestens einer von ihnen, der Direktor für die Provinz Farah Dschamaluddin Patschachel, ist unter den Toten. Auch Afghanistans Generalkonsul in Karatschi, Dr Poyan (hier), ein Journalist von Tolo TV und ein Mitglied (oder Mitarbeiter) des Hohen Friedensrates (hier) sind unter den Toten. Zudem hätten die Angreifer auch auf Gäste einer Verlobungsfeier geschossen (hier).

Derselbe Journalist, Bilal Sarwary, meldete (hier), unter den 18 Toten seien 11 Ausländer, davon drei Frauen. Möglicherweise hielten sich auch US-Kontraktoren im Hotel auf. Die US-Zeitung Stars und Stripes hatte unter Berufung auf einen anonymen Landsmann gemeldet (hier), dass er mit einem Sicherheitskontraktoren in Verbindung gewesen sei, der als Leibwächter für einen (nicht genannten) Hotelgast engagiert gewesen und in den Angriff geraten war.

Taleban-Sprecher Sabihullah Mudschahed erklärte per Tweet (hier), dass „Dutzende ausländische feinde und Söldner [Bezeichnung für afghanische Regierungsmitarbeiter]“ getötet worden seien, der von fünf namentlich genannten Taleban-Kämpfern ausgeführt worden sei. 

Krankenwagen am Fuße des Interconti-Hügels in Kabil. Foto: Qadir Sediqi/Twitter

In einem Bericht hieß es, die Angreifer seien mit ihren Waffen mit einem Kleinbus zum Hotel gelangt. Dessen Bewachung – es ist offiziell Regierungseigentum – war vor drei Wochen von regulären Sicherheitskräften an eine private Sicherheitsfirma übergeben worden, wie das Innenministerium bestätigte. [21.1.18, 16.55 Uhr: Nach diesem Bericht des Guardian zogen sich die Sicherheitsleute zurück, ohne den Angreifern – die Armee-Uniformen getragen haben sollen – Gegenwehr zu leisten – hier.] 

Das Hotel liegt auf einen Hügel und man muss mehrere Kontrollpunkte mit Schranken durchqueren, um dorthin zu kommen. Weiter heißt es in Berichten, die Angreifer seien durch den Hintereingang und die Küche ins Hauptgebäude vorgedrungen (hier). Das könnte darauf hindeuten, dass sie – wie bereits bei einem ähnlichen Angriff im Juni 2011 mit 12 Toten (hier) – über die weniger bewachte Nordseite des Hügel gekommen sein und dort Sperren überwunden haben könnten. Schließlich berichtete Sarwari jetzt unter Berufung auf einen Offiziellen der afghanischen Terrorbekämpfung (hier), dass untersucht werden, ob sich einige Angreifer bereits vorher im Hotel einquartiert hätten.

Am 18.1.18 hatte es eine Warnung der US-Botschaft gegeben, derzufolge Berichte vorgelegen hätten, dass „extremistische Gruppen einen Angriff gegen Hotels in Kabul planen könnten.“ In der Warnung wurde aber ein anderes Hotel genannt (hier).

Wer steckt hinter dem Anschlag?/Reaktionen

Das afghanische Innenministerium hat inzwischen das Haqqani-Netzwerk, eine besonders eng mit Pakistan verbundene Untergruppierung, für den Anschlag verantwortlich gemacht, aber keine Details dafür vorgelegt (hier).

Der ehemalige Geheimdienstchef und jetzige Oppositionspolitiker Rahmatullah Nabil tweetete darauf (hier): „Taleban haben die Verantwortung für heutigen Angriff übernommen. Innenministerium sagt, es war Haqqani. Anas Haqqani ist der Bruder von Seradsch Haqqani, dem Chef des Haqqani-Netzwerks und de-facto-Chef der Taleban [er ist Vizechef]. Anas H. wurde in allen drei Instanzen zum Tode verurteilt! Aber die Ausführung wurde vertagt! Wartet die Nationale Einheitsregierung auf einen Deal?“

Es wird klar, dass er sich – wie auch andere Politiker – für die Hinrichtung Anas Haqqanis einsetzt; auch aus der Öffentlichkeit gab es nach vorangegangenen Anschlägen immer wieder diese Forderung. Aber das ist nicht nur fragwürdig, wenn man generell die Todesstrafe ablehnt – weder legt das Innenministerium Beweise für seine Behauptung vor noch (und das weiß ich aus Kabuler Quellen) ist A. Haqqani für die Beteiligung an terroristischen Anschlägen verurteilt worden. Die Beschuldigung war Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe, der als Finanzbeschaffer diente.

AAN hat diese Problematik – Todesurteile als Vergeltung für Terroranschläge – bereits früher diskutiert (hier und hier).

Ansonsten ist es der erste größere Anschlag in Kabul seit einigen Monaten, für den die Taleban wieder die Verantwortung übernommen haben. Zuletzt gab es mehrere große Anschläge, zuletzt am 28. Dezember 2017 (siehe z.B. hier) auf ein wohl vom Iran finanziertes Bildungszentrum im vorwiegend schiitisch bewohnten Westen Kabuls, zu denen sich der örtliche IS-Ableger bekannte. Aber es wird in Kabul nicht nur von Verschwörungstheoretikern vermutet, dass zumindest hinter einigen dieser „IS-Anschläge“ entweder das Haqqani-Netzwerk oder sektiererische pakistanische Gruppen stecken (siehe mein taz-Beitrag von Ende Oktober 2017 hier). Es ist auch möglich, dass Elemente des Haqqani-Netzwerks oder der pakistanischen Gruppen sich mit Teilen ihrer Logistik dem IS angeschlossen haben oder eine Art Personalunion bilden. US-Sicherheitskräfte haben in der Vergangenheit dafür den Begriff des „Kabul-Angriffsnetzwerk“ verwendet.

[21.1.18 1.10 Uhr: Die UN-Mission in Afghanistan hat inzwischen erklärt (hier), dass es für den Angriff „einfach keine Rechtfertigung gibt, und [in dieser Form, gegen Zivilisten] spezifisch durch das internationale humanitäre Recht verboten ist“, da die Taleban mit der Intention in das Hotel eindrangen, Zivilisten zu töten.“ In der Tat ordnen die Taleban, die sich nach wie vor als rechtmäßige Regierung betrachten, auch zivile Regierungsmitarbeiter als ‚legitime Ziele‘ ein. Das widerspricht allerdings dem Völkerrecht.]

 Und so sah es in der Nacht aus. Foto: Omaid Sharifi/Twitter
Und außerhalb Kabuls?

Wie fast immer überschatten die Ereignisse in Kabul, was außerhalb der Hauptstadt geschieht:

Die afghanische Killid-Mediengruppe berichtete (hier), dass ebenfalls in der Nacht zum 21.1.18 18 Angehörige der Afghanischen Lokalpolizei (ALP) sowie sogenannter örtlicher Anti-Taleban-Aufstandskräfte bei einem Taleban-Angriff getötet wurden. Einige afghanische Medien sprechen sogar von einer möglichen „Hinrichtung“ (hier).

Im Distrikt Gulran (Provinz Herat) starben acht Arbeiter bei der Explosion eines Sprengsatzes (IED), berichtete ToloNews (hier). Sie sollen auf dem Weg nach Herat und von dort nach Iran gewesen sein.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 20.1.18 in der Stadt Gardes in Paktia. Ein Mensch wurde dabei getötet, ein weiterer verletzt (hier).

In der Provinz Nangrahar wurden am 21.1.18 zwei afghanische Journalisten auf der Rückfahrt aus dem umkämpften Distrikt Ghanichel bei einem Angriff auf ihr Fahrzeug verletzt und ihr Fahrer getötet (hier).

In Helmand griffen die Taleban das Distriktzentrum von Gereschk an, töteten vier Soldaten und verwundeten drei andere (hier).

Aus dem Provinz Nimrus wurde berichtet, das Taleban dort auf der Verbindungsstraße zwischen der Provinzhauptstadt Zarandsch und Dilaram an der Hauptverkehrsader des Landes, der Ringstraße Kabul-Kandahar-Herat, eine Straßensperre errichtet hätten und kontrollierten, dass für durchfahrende LKWs Steuern entrichtet würden (hier).

Zudem gibt es seit über einer Woche schwere Kämpfe um die Provinzhauptstadt Farah, die auch am 21.1.18 anhielten und viele Einwohner zur Flucht zwangen (hier). Provinzratsmitglieder und Parlamentarier hatten bereits vor einigen Tagen vor dem Fall der Stadt an die Taleban gewarnt (hier). Bei diesen Kämpfen wurde auch der Vizepolizeichef der Provinz, Gulbahar Mudschahed, durch eine IED-Explosion getötet (hier).

Nach dem IED-Anschlag in der Provinz Herat. Foto: Pajhwok
  
Desweiteren wurde in der vergangenen Woche im Distrikt Balch eine weitere IED entschärft; zwei weitere gingen in Sabul und Kandahar (hierbei kam der Bombenleger ums Leben) hoch, ohne Schaden anzurichten. Im Distrikt Muhammad Agha (Logar) wurde wohl von Taleban und ein ALP-Mitglied erst angeschossen und dann enthauptet und sein Kopf mit einer Warnung gegen die Zusammenarbeit mit der Regierungstruppen in einem nahegelegenen Dorf ausgestellt. Gekämpft wurde desweiteren in den Provinzen Kunar, Nangrahar, Laghman, Dschausdschan, Farjab, Balch und Badghis.

Hier der Link zum Artikel von Thomas Ruttig vom 21.01.2018 >>> 

Anm.d.Blog-Redaktion: 

Die Artikel von Thomas Ruttig präsentieren uns immer wieder ein Detailtiefe, die uns ein klareres Bild liefern. Wer in dieses Land abgeschoben wird, der lebt in permanenter Lebensgefahr, dieser Artikel belegt dies wieder nur zu deutlich. 

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Dr. Thomas Nowotny
Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Air de Maizière 
22. Jan. 2018 — Es ist schon traurige Routine – vor jedem neuen Abschiebeflug wird ein schwerer Anschlag in Afghanistan bekannt. Das ist kein Zufall – es gibt einfach ständig massiven Terror gegen Zivilbevölkerung und Sicherheitskräfte in Kabul wie in der Provinz. Es gibt keinen sicheren Ort. 

Protestkundgebung am 23.01.2018 am Airport Düsseldorf

Es ist schon traurige Routine – vor jedem neuen Abschiebeflug wird ein schwerer Anschlag in Afghanistan bekannt. Das ist kein Zufall – es gibt einfach ständig massiven Terror gegen Zivilbevölkerung und Sicherheitskräfte in Kabul wie in der Provinz. Es gibt keinen sicheren Ort.

https://thruttig.wordpress.com/2018/01/21/schwerer-anschlag-auf-kabuls-inter-conti-hotel-und-was-auserhalb-kabuls-passierte/

https://thruttig.wordpress.com/2018/01/19/air-de-maiziere-fusion-mit-fly-bavaria-bayern-schiebt-vermehrt-ab-und-wohl-auch-nicht-straftater-sz-18-1-18-u-a/

http://www.sueddeutsche.de/bayern/abschiebung-die-staatsregierung-laesst-auf-biegen-und-brechen-afghanen-einsammeln-1.3828967

Nachdem heute der SPD-Parteitag erwartungsgemäß die Gro(ß)Ko(tz)-Pläne durchgewinkt hat, hier ein guter und passender Kommentar der taz: http://www.taz.de/!5474567/
 Doch es gibt auch noch gute Nachrichten!

Gestern auf Facebook:
„Ich freue mich gerade vom Herzen.
Ein Afghane, der schon in der AB sass, um seine freiwillige Ausreise zu unterschreiben, hat heute seine Urteilsverkündung vom Verwaltungsgericht Arnsberg bekommen. Er hat erfolgreich geklagt und statt dem erhofftem subsidiären Schutz, sogar das Flüchtlingsmerkmal anerkannt bekommen!“
Nur Mut! Über 44% der Klagen abgelehnter afghanischer Asylbewerber waren erfolgreich.
http://www.ulla-jelpke.de/2018/01/fehlerhafte-asylentscheidungen-aufgrund-politischer-vorgaben/

Und immer wieder auch persönlicher Einsatz – das war die gute Nachricht zum Jahreswechsel:
http://www.mittelbayerische.de/region/kelheim-nachrichten/gewehr-gegen-pinsel-getauscht-21029-art1597294.html

Auch dies zähle ich mal zu den guten Nachrichten...
http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bundespolizei-zu-wenig-personal-fuer-abschiebungen-psychisch-und-koerperlich-belastend-a2326475.html

Verehrte Beamtenschaft: Remonstration – schon mal gehört?
https://de.wikipedia.org/wiki/Remonstration

Es gibt gute Petitionen und Appelle aus Österreich...über Kurz oder Lang...
https://www.change.org/p/innenminister-herbert-kickl-nematullah-muss-bleiben?recruiter=643778234&utm_source=share_petition&utm_medium=facebook&utm_campaign=psf_combo_share_initial.undefined&utm_term=share_for_starters_page

https://www.change.org/p/unser-bruck-hilft-aref-muss-bleiben

https://derstandard.at/2000072501505/Afghanische-Botschafterin-in-Wien-will-Zwangsabschiebungen-stoppen?ref=article

...und Aktionen in Deutschland!
 Eine Möglichkeit der Organisierung der Flüchtlingshelfer...
https://www.unserveto.de/

Die Initiatorin einer sehr erfolgreichen Petition gegen die AFD-Hetze macht diese
*** Mailaktion zu geplanter Abschiebung von Menschen nach Afghanistan am 23.01.2018! ***
Bitte schließt Euch an und protestiert!
Wir müssen unsere Stimmen erheben!
Schickt Eure Mails, in denen Ihr Eure eigenen Beweggründe formuliert, an
thomas.demaiziere.wk@bundestag.de
landesleitung@csu-bayern.de
horst-seehofer@csu-bayern.de
markus.soeder@soeder.de
 
Hier mein offener Brief:
Sehr geehrter Herr Seehofer,
sehr geehrter Herr Söder,
sehr geehrter Herr de Maiziere,

ich schreibe Ihnen heute, weil ich zutiefst erschüttert bin über die Tatsache, dass Sie am 23.01.2018 eine erneute Sammel-Abschiebung nach Afghanistan planen.

Sie alle drei, die sich in Parteien zusammengefunden haben, deren höchstes ethisches Ziel sein sollte, nach christlichen Werten zu handeln, treten mit diesen Maßnahmen diese in erschütterndem Maße mit Füßen.
Ich selbst bin Christin.
Da ich mich auf unterschiedlichen Ebenen gegen Rassismus engagiere, gemeinsam mit vielen Menschen, habe ich Petra Rose aus Bayreuth kennen gelernt.

Sie engagiert sich intensiv in der Flüchtlingshilfe.
Auf der seelischen Ebene, die außerordentlich wichtig ist, kann sie das durch ihre eigene Geschichte ganz besonders gut.
Frau Rose ist 1960 als Sindhiza geboren und in der für die Sinti und Roma noch lange traumatischen Nach-NS-Zeit aufgewachsen.
Ihre Verwandten wurden in Auschwitz, Ravensbrück und Dachau vernichtet und sie und alle Opfer des Holocaustes werden duch die solidarische Angst mit den geflüchteten Menschen, des Erstarkens des Rassismus und der erneut eingesetzten Methoden dieser Zeit getriggert und traumatisiert! Diese Methoden wenden SIE an!
In Ihren Entscheidungen und Handlungen sind sie auch diesen durch das NS-Regime traumatisierten Menschen verpflichtet.
Die Menschen, die dieses heute betrifft, die von der Abschiebung (die NS-Opfer nennen diese Deportation) Betroffenen, werden durch Sie auf Listen gesetzt und sehenden Auges in lebensgefährliche Situationen geschickt und deportiert.

Sicher werden Sie argumentieren, es befänden sich Straftäter und verurteilte Menschen unter den abzuschiebenden Personen.
Wenn dies der Fall sein sollte, bin ich selbstverständlich dafür, diese in vollem Umfang den Konsequenzen unserer Justiz und unseres Rechtsstaates zuzuführen.
Welches Vertrauen besitzen Sie eigentlich in unseren Rechtsstaat, der von Ihrer Politik nachhaltig geprägt wurde und wird, wenn Sie nun durch die Abschiebungen - gerade nach Afghanistan - den Menschen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit absprechen, die einem Todesurteil gleichkommen?
Womöglich werden diese Menschen, die in IHRER Verantwortung stehen durch von Ihnen gelieferte Waffen executiert.
Wir haben in unserem Land aus guten Gründen keine Todesstrafe.
Je schlimmer die Verbrechen der Menschen wären, die abgeschoben werden sollten, desto wichtiger wäre es doch, sie in unserem System sicher zu verurteilen und die Menschheit, die als Gesamtheit gesehen werden muss, vor ihnen zu schützen und auch mit ihnen zu arbeiten.

Meine Mitstreiter*innen kämpfen nach Kräften gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und menschenverachtendes Gedankengut und Handeln.
Dieses findet sich - leider - nicht nur in den Reihen der AfD.

Wenn Sie als Vertreter christlicher Parteien weiter handeln, wie Sie dies jetzt tun, schaden Sie unserem Rechtsstaat und unserer "Leitkultur" mehr als Parteien, die sich doch offensichtlich nur durch Parolen und Polemik definieren.
Handeln Sie endlich moralisch, rechtsstaatlich und ehrlich werteorientiert.

Ich tituliere diesen offenen Brief an Sie mit Absicht nicht als "Gnadengesuch".
Denn - wer wären wir, einem Lebewesen Gnade zu gewähren oder abzusprechen.
Das kann in meinen Augen nur eine höhere Macht - der "Chef", in dessen Namen Sie offiziell agieren.
Dass dieser Gnade walten lassen wird, hinsichtlich unser allen Handelns, das hoffe ich sehr.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Bettina Jung 

https://www.change.org/p/justiz-beatrix-vstorch-alice-weidel-afd-wegen-volksverhetzung-verurteilen/u/22277337

Auch ich habe mit Frau Rose telefoniert und Gemeinsamkeiten festgestellt – wir sind beide Nachfahren von Überlebenden des Naziterrors – und versprochen, ihre Botschaft weiterzugeben.


Noch eine Botschaft ist es absolut wert weitergegeben zu werden:

https://www.facebook.com/WorldJewishCong/videos/10156000895049805/?hc_ref=ARSa3TmbXFLJ8I82BM9UnQdvvvzF_cYRvyMFHgRW8EkSF_PVUX2EDLlQQS2Xaeiu0KY

Am 27. Januar ist der internationale Holocaustgedenktag, der 73. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz. WE REMEMBER!

http://www.worldjewishcongress.org/en/weremember


Aus den Niederlanden kommt die Idee zu einer weiteren, immerhin europaweiten Aktion am 18. Februar 2018:

https://dontsendafghansback.eu/information/protest-18-2-18/

https://www.facebook.com/groups/287056371797292/?notif_id=1516192726942056&notif_t=group_r2j_approved


und morgen Dienstag 23.1. die Demos gegen den Abschiebeflug!

Keine Abschiebung nach Afghanistan! Afghanistan ist nicht sicher!
• Proteste gegen Sammelabschiebung(en) am Düsseldorfer Flughafen und am Düsseldorfer Hauptbahnhof
• Datum: Dienstag, 23.01.2018
• Uhrzeit: 16 Uhr Düsseldorf Hauptbahnhof, 17 Uhr, Terminal B
• Weitere Informationen: https://www.facebook.com/events/760636087466703/ und unter https://www.facebook.com/nedajeafghan/
farsi Version (نسخه فارس) // english version
Am Dienstag, den 23. Januar sollen erneut Menschen vom Düsseldorfer Flughafen nach Afghanistan, Kabul, abgeschoben werden.
Wir, als das Düsseldorfer Bündnis „Afghanischer Aufschrei“ im Verbund mit Geflüchteten jeglicher Herkunft, ihren Unterstützer*innen und Menschenrechtler*innen, sowie zahlreiche weitere Initiativen und Organisationen aus NRW verurteilen die geplante Abschiebung und fordern die sofortige Aussetzung aller Abschiebungen nach Afghanistan und die Anerkennung der Schutzbedürftigkeit geflüchteter Menschen aus diesem Gebiet.
Abschiebungen nach Afghanistan bedeuten Gefahren für Leib und Leben der betroffenen Menschen, denn in Afghanistan gibt es keine sicheren Gebiete. Dies bezeugen zahlreiche Berichte von Menschenrechtsorganisationen und der UN, welche von der unsichersten Lage des Landes seit 2001 sprechen. Tägliche Anschläge und Gewalt im gesamten Staatsgebiet werden trotz der alarmierenden Berichte weiterhin von der Bundesregierung ignoriert. Allein in Kabul gab es im letzten Jahr 20 größere Anschläge mit zahlreichen Todesopfern. Die Zahl der Binnenflüchtlinge ist im letzten Jahr laut UN um ca. 450.000, im Vorjahr um circa 660.000 Menschen angestiegen.
Die in der Vergangenheit durch die Bundesregierung vorgebrachte Argumentation, es handele sich bei den abgeschobenen Menschen „nur“ um „Straftäter“, „Gefährder“ und Menschen, die „hartnäckig ihre Mitwirkung an der Identitätsfeststellung verweigern“ ist nicht nur mehrfach widerlegt worden, sondern in Anbetracht der Lage in Afghanistan verantwortungslos und menschenverachtend.
Alle afghanischen Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus leiden unter Angst vor der Abschiebung. Seit der Wiederaufnahme der Abschiebungen Ende 2016 hat es allein in Bayern 43 versuchte Suizide von afghanischen Geflüchteten gegeben. Immer wieder wurden nach den vergangenen Sammelabschiebungen Fälle bekannt von Menschen, die keinerlei Straftaten begangen hatten oder deren Straftat im Fahren ohne Ticket bestanden hatte. Die meisten waren Menschen, von denen keinerlei Gefahr ausging und die teilweise eine Ausbildungsstelle oder Arbeit hatten. Und auch wenn ein Mensch eine strafbare Handlung begangen hat, gleichgültig welcher Schwere, hat er das Recht auf eine menschenwürdige Behandlung und Resozialisierung. Das ist in Anbetracht der Lage in Afghanistan nicht gewährleistet. Die Duldung einer indirekte Todesstrafe durch Rückführung in eine entsprechendes Land widerspricht zudem der hiesigen Verfassung.
Wir fordern ein Ende der von rechtsaußen vorangetriebenen Abschiebepolitik der Bundesregierung! Wir sind solidarisch mit allen Geflüchteten!
Für Dienstag, den 23. Januar rufen wir daher zum Protest am Düsseldorfer Flughafen (Terminal B) und am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf. Die genauen Uhrzeiten werden unter folgendem Link zeitnah bekannt gegeben: https://www.facebook.com/events/760636087466703/
Am Flughafen wird es neben einem lautstarken Protest auch Redebeiträge geben. Überdies sollen vor Ort Blumen niedergelegt werden für jene Menschen, welche bereits nach Afghanistan abgeschoben wurden, für jene, welche an diesem Tag nach Afghanistan deportiert werden und für all jene, welche täglich in Angst leben, zurück in das Kriegsgebiet geschickt zu werden. Das Tragen schwarzer Kleidungsstücke als Ausdruck der Trauer ist erwünscht. Um unser Anliegen den Außenstehenden so deutlich wie möglich zu machen, bitten wir zudem darum
ausschließlich themenbezogene Botschaften auf Postern und Bannern zu zeigen.
Neben dem Protest am Flughafen wird es auch eine Aktion am Düsseldorfer Hauptbahnhof geben.
Weitere Infos hierzu folgen.
Auch wird dazu aufgerufen am Tag der geplanten Abschiebung unter dem Hashtag #afghanistannotsafe
die Solidarität mit den Betroffenen zu bekunden.
Wir bitten darum den Aufruf zu unterzeichnen, ihn zu verbreiten und zahlreich zu den Protesten zu
kommen!
Nedaje Afghan – Afghanischer Aufschrei Düsseldorf & Unterstützer*innen
 Dienstag 23.1.2018 von 18-20 Uhr, München, Marienplatz:

Bayerischer Flüchtlingsrat und Karawane München rufen auf zur Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Am 23. Januar wird von Düsseldorf der nächste Abschiebeflieger nach Kabul starten. Vor allem Bayern lieferte in der Vergangenheit viele Afghanen zur Abschiebung – dabei keineswegs nur Straftäter oder Gefährder, sondern Menschen, die hier kurz vor der Heirat standen, gut integrierte junge Männer, und auch kranke Flüchtlinge. Damit schürt die bayerische Regierung gezielt Angst unter afghanischen Flüchtlingen. Im vergangenen Jahr wurde Afghanistan erneut von den Vereinten Nationen zu Kriegsgebiet erklärt. Die Bundesregierung, aber vor allem Bayern ignorieren sträflich die Situation in Afghanistan.
Protestieren wir gegen diese Politik der Menschenfeindlichkeit, Ignoranz und des zynischen Wahlkalküls! Stehen wir ein für Integration statt Abschiebung!

https://www.facebook.com/events/137710640359816/

Es gibt auch viele regionale Aktionen am 23.2. gegen den Abschiebeflug – informiert Euch und macht mit!

Hier der Link zum Artikel (Update-Petition) von Thomas Nowotny >>>

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Ahmad Pouya bittet um Hilfe 


Unterstüzung für die Krebs-Behandlung von Pouyas Mutter

Ahmad Pouya, nach dem unser Blog benannt ist bittet um Hilfe für seine krebskranke Mutter 


Liebe Freunde, Familie und Bekannte,

Ich wende mich mit der Bitte um eure Unterstüzung an euch, um meiner Mutter die Behandlung ihrer Krebserkrankung zu ermöglichen.

Meine Mutter ist mir – wie wahrscheinlich den meisten von euch – eine der wichtigsten und liebsten Menschen der Welt. Leider wurde bei ihr vor Kurzem Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Das erfordert eine zeitnahe Operation und eine Folgebehandlung vermutlich in Form einer Chemo- und oder Strahlentherapie.

Meine Mutter befindet sich in Afghanistan. Dort ist eine solch aufwendige Operation nicht möglich. Deshalb ist es erforderlich, dass sie die Operation in einem Nachbarland durchführen lassen kann. Das lässt leider auch die Kosten für diesen Eingriff steigen.

Mein Geschwister und ich kümmern uns nun um die Organisation und benötigen dafür finanzielle Unterstützung.

Die Kosten für die Reise werden vermutlich etwa 1500 - 2000 € betragen.

Für die Operation schätzen wir 5000 €.

Die Kosten für die Folgebehandlung lassen sich im Moment schwer voraussagen.

Mit eurem Beitrag könnt Ihr mir und meiner Familie den größten Herzenswunsch erfüllen – unserer Mutter die erforderliche Operation zu ermöglichen um sie noch möglichst lange in unserer Mitte zu behalten.

Mit nur einem Klick könnt Ihr Euch beteiligen.
Gebt soviel Ihr möchtet.
Alle Bezahlungen sind sicher mit SofortÜberweisung, VISA, Mastercard oder Giropay.
Warum Leetchi? Weil es übersichtlich, transparent und schnell ist.

Vielen Herzlichen Dank!


Euer Pouya
Hier der Link zum Hilfeaufruf von Ahmad Pouya >>> 
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