Getötetes Mädchen in Kandel - "Nationalität ist eine politische Kategorie. Die macht niemanden zum Kriminellen" // Telepolis: Verschleierter Frauenmord: Das unwerte Leben der Mia aus Kandel (Vorwort Horst Berndt)

Getötetes Mädchen in Kandel

"Nationalität ist eine politische Kategorie. Die macht niemanden zum Kriminellen"


Ein Jugendlicher aus Afghanistan ersticht seine deutsche Ex-Freundin: Der Fall aus Rheinland-Pfalz befeuert eine Debatte über Gewalt durch Flüchtlinge. Im Interview warnt ein Experte vor pauschalisierenden Verurteilungen.
Von Benjamin Schulz / Spiegel-Online 

Blumen und Kerzen am Tatort
Kandel in Rheinland-Pfalz ist Schauplatz eines Verbrechens geworden, das für Aufsehen sorgt. Ein Asylbewerber aus Afghanistan sitzt in Untersuchungshaft. Ermittler sind sicher, dass er in einer Drogerie in Kandel seine 15 Jahre alte Ex-Freundin erstochen hat. Das Mädchen hatte sich Anfang Dezember von dem Jugendlichen getrennt. Daraufhin soll er aufdringlich geworden sein. Die Eltern des getöteten Mädchens zeigten ihn wegen Beleidigung, Bedrohung und Nötigung ihrer Tochter an. Der Jugendliche schweigt nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen. Ermittler vermuten eine Beziehungstat.

Sollte der Tatverdächtige verurteilt werden, müsste er nach Angaben des rheinland-pfälzischen Justizministeriums mit Haft in Deutschland rechnen - unabhängig von seinem aufenthaltsrechtlichen Status. Selbst wenn er ausreisepflichtig wäre, hätte der Strafanspruch des deutschen Staates Vorrang. Der Verurteilte würde dann aus der Haft heraus abgeschoben.

Der Fall hat absehbare Reaktionen hervorgerufen. Volker Poß, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel, warnte vor pauschalen Forderungen nach einem härteren Umgang mit Flüchtlingen und vor Hass: "Fremdenfeindliche Parolen in die Welt zu setzen, ist im Moment der falsche Weg", sagte Poß im Südwestrundfunk.

Ihm seien dazu vereinzelte Mails und Wortmeldungen "in einer für mich beschämenden Art und Weise" zugegangen, sagte Poß. "Da ist von Politikerversagen die Rede, da werden Abschiebungen gefordert, da werden Konsequenzen in Bezug auf den Umgang mit unseren Flüchtlingen eingefordert." Poß rief zu Zurückhaltung, Sachlichkeit und Anteilnahme auf. Es sei zu früh um zu sagen, ob es Versäumnisse im Umgang mit dem Jugendlichen gegeben habe. 
2016: 385 tatverdächtige Zuwanderer bei Straftaten gegen das Leben

Der Fall befeuert die Debatte über Kriminalität und Zuwanderung. Es ist allerdings schwierig, dazu verlässliche Aussagen zu treffen - selbst die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) stößt hier an ihre Grenzen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zu dem Thema für 2016 ein Bundeslagebild auf Basis der PKS und Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellt. Im Mittelpunkt stehen Fälle, in denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde. Unter "Zuwanderer" wurden Menschen mit dem Aufenthaltsstatus Asylbewerber, Duldung oder Kontingentflüchtling oder unerlaubter Aufenthalt subsumiert.

Ein umfassendes Bild ergibt sich daraus indes nicht: Tatverdächtige mit positivem Asylbescheid etwa sind nicht erfasst. Und nicht jedem Tatverdächtigen kann eine Straftat vor Gericht nachgewiesen werden. Zudem werden als "Zuwanderer" auch Leute erfasst, die von außerhalb der EU überhaupt nur nach Deutschland kommen, um hier Straftaten zu begehen - grenzüberschreitende Einbrecherbanden etwa.

Dem Bundeslagebild zufolge gab es 2016 in Deutschland 2969 aufgeklärte Straftaten gegen das Leben, etwa Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. Bei 385 - also in 13 Prozent der Fälle - gab es mindestens einen tatverdächtigen Zuwanderer. 53 dieser Straftaten waren vollendete Tötungsdelikte. Die Tatverdächtigen waren nahezu ausnahmslos männlich und mehrheitlich jünger als 30 Jahre. Afghanen stellten zehn Prozent (17.466 Personen) der tatverdächtigen Zuwanderer, machten aber 14,3 Prozent der 2015/16 registrierten Asylsuchenden aus.

Das BKA konstatiert bei den Straftaten gegen das Leben, bei denen mindestens ein Zuwanderer tatverdächtig war, von 2015 zu 2016 eine Steigerung von 65 Prozent. Die Kriminalisten weisen darauf hin, dass gestiegene Fallzahlen auch eine Folge der starken Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 seien: mehr Menschen - mehr Gewalt.

Das BKA schreibt aber auch, dass 31 Prozent der tatverdächtigen Zuwanderer mehr als eine Straftat beging - und dass diese Gruppe für mehr als zwei Drittel aller durch Zuwanderer begangenen Straftaten verantwortlich war. Und: "Festzustellen ist, dass der weit überwiegende Teil der seit Anfang des Jahres 2015 nach Deutschland gekommenen Zuwanderer weiterhin keine Straftaten begeht." 
Was lässt sich über die Straffälligkeit von Zuwanderern sagen? Spielt die Nationalität eine Rolle? Fragen an Dominic Kudlacek, stellvertretender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen.
 
SPIEGEL ONLINE: Die Tat in Kandel hat die Diskussion über Gewalt durch Flüchtlinge befeuert. Lässt sich dazu pauschal überhaupt etwas sagen?

Kudlacek: Nein. Allerdings ist klar, dass prekäre Verhältnisse das Hineingleiten oder Abrutschen in delinquentes Verhalten begünstigen. Viele Menschen, die im Zuge der Flüchtlingskrise nach Europa gekommen sind, befinden sich in einer prekären Lebenssituation. Dies ist jedoch unabhängig von der Herkunft oder der ethnischen Zugehörigkeit.
SPIEGEL ONLINE: Besonders junge männliche Flüchtlinge stehen im Fokus der Debatte.

Kudlacek: Es gibt viele verlässliche Daten, die zeigen, dass Kriminalität eher von jungen Menschen begangen wird als von älteren Menschen. Zudem begehen Männer deutlich häufiger Straftaten als Frauen. Und im Zuge der Flüchtlingskrise sind nun mal überproportional viele junge Männer nach Europa gekommen.

SPIEGEL ONLINE: Überrascht es Sie, dass die Gruppe der jungen Flüchtlinge häufiger auffällt?

Kudlacek: Nein. Wenn diese Gruppe statistisch nicht auffallen würde, wären fast alle Befunde der kriminologischen Forschung der letzten Jahrzehnte obsolet. Wären junge Deutsche in einer vergleichbaren Situation, würden sie auch häufiger kriminell werden.
 

SPIEGEL ONLINE: Hat die Delinquenz etwas mit der Nationalität zu tun?

Kudlacek: Nein. Nationalität ist eine politische Kategorie. Die macht niemanden zum Kriminellen. Aber mit Migration geht zuweilen ein Konglomerat von Faktoren einher, die Delinquenz begünstigen können.

SPIEGEL ONLINE: Um welche Faktoren geht es?

Kudlacek: Alter und Geschlecht habe ich schon erwähnt. Dann der Wohnort: Diese Gruppe will im urbanen Raum leben. Und dort, in der Anonymität der Großstadt, gibt es generell weniger soziale Kontrolle als auf dem Land. Auch Bildung ist ein Faktor: Ohne findet man keine gute Arbeit, Perspektivlosigkeit ist die Folge. Der mutmaßliche Täter in Kandel ist nach bisherigem Kenntnisstand 15 Jahre alt. Es lässt sich kaum aufholen, dass ihm über Jahre nicht die Schuldbildung zuteil wurde, die in Deutschland üblich ist.
SPIEGEL ONLINE: Wie wichtig ist bei dieser Gruppe eine adäquate Betreuung hierzulande?

Kudlacek: Extrem wichtig. Die Betreuer geben sich meist sehr viel Mühe, sind überaus engagiert. Aber die Ressourcen sind einfach endlich. Man muss viel stärker auf diese Jugendlichen aufpassen, die Betreuung müsste viel engmaschiger sein. Abweichungen müssen Konsequenzen nach sich ziehen. Und leider neigt die Peergroup häufig auch zur Delinquenz. Diese Jugendlichen sind ja meist nicht mit jungen Deutschen unterwegs, die gerade ihr Abitur machen.

SPIEGEL ONLINE: Es werden nun Stimmen nach mehr und schnelleren Abschiebungen laut.

Kudlacek: Viele der Menschen haben nicht die Möglichkeit, gesichtswahrend zurückzukehren. Die Familien sind oft in große Vorleistung getreten, haben Geld zusammengebracht, um die Flucht zu ermöglichen. Die Flüchtlinge sollen dann die Familie zu Hause unterstützen. Wenn hier dann klar wird, dass man ohne Bildung keinen guten Job kriegt, wächst der Frust. Es gibt teilweise lediglich 500 Euro Rückkehrprämie für Menschen, die freiwillig zurückgehen. Eine Zwangsrückführung kann bis zu 14.000 Euro kosten. Aus kriminologischer Sicht wäre eine höhere Prämie sinnvoll, damit die Leute gesichtswahrend zurückkehren und sich dort etwas aufbauen können, da viele hier nur schlechte Perspektiven haben. Das mag politisch schwer durchsetzbar sein, wäre aber sinnvoll und würde im Endeffekt sicherlich eher Geld sparen.
 


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Anm.d. Blog-Redaktion:

Ich habe mir diesen TELEPOLIS-Artikel auch zweimal durchlesen müssen. Allein der Titel war für mich mindestens etwas provokativ gehalten, es mag für den Einen oder Anderen sogar eher abstoßend klingen, was dort im Titel mitschwingt. Lassen wir uns aber durch den Artikel führen und versuchen wir mal, uns auf die Gedankengänge der Autorin einzulassen, dann wird schnell klar, was hier gemeint und angesprochen ist. Also, lasst euch nicht vom Titel abhalten, den Artikel zu lesen. Denn - dieser Artikel deckt sehr viel auf und ich meine, wir sollten uns darüber, was hier alles angesprochen wird, auch Gedanken machen. 
Hier nun der provokante Titel zum Artikel, wer den Artikel dann gelesen hat, wird den Titel dann auch richtig einordnen können! 
Horst Berndt Jan. ´18 

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Verschleierter Frauenmord: Das unwerte Leben der Mia aus Kandel 
Der ihr das Leben nahm, ist ein Flüchtling. Als solcher genießt er den Schutz der linksliberalen Öffentlichkeit - während sie der Trauer offenbar nicht wert ist
Von Birgit Gärtner


Foto: pixabay.com / CC0 
   
Der ihr das Leben nahm, ist ein Flüchtling. Als solcher genießt er den Schutz der linksliberalen Öffentlichkeit - während sie der Trauer offenbar nicht wert ist

Am vergangenen Mittwoch ereignete sich im rheinland-pfälzischen Kandel eine furchtbare Bluttat: Ein 15-jähriges Mädchen wurde von einem Jungen in einem Drogeriemarkt niedergestochen und erlag ihren Verletzungen. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Beschuldigten um den Ex-Freund des Mädchens handelt. Laut Polizeijargon eine "Beziehungstat". 

Was führen Polizeibeamte eigentlich für Beziehungen?

Mit dem Begriff "Beziehungstat" werden diese Frauenmorde verschleiert. Das suggeriert, dass es um etwas Persönliches ging, ein Streit, wie er in Beziehungen halt mal vorkommt, den sie leider nicht überlebt. Leider. Leider.

Frauenmord ist aber nichts Beziehungstechnisches - oder was für Beziehungen führen Polizeibeamte? -, sondern Frauenmorde sind ein gesellschaftliches Problem. 2016 versuchte nahezu jeden Tag ein Mann, seine (Ex)-Frau oder seine (Ex)-Partnerin zu ermorden, bzw. verletzte sie lebensgefährlich. Zwei Drittel dieser Frauen überlebten den Angriff nicht. Mit anderen Worten: Fast jeden zweiten Tag starb 2016 eine Frau an den Folgen männlicher Gewalt (siehe Häusliche Gewalt: Alarmierende Fakten).

Der Begriff "Beziehungstat" macht diesen Femizid zum persönlichen Problem der Opfer. Mia, so ist der Name des ermordeten Mädchens, hat aber gleich zweifach Pech: Sie war mit dem Beschuldigten nicht nur bis wenige Wochen vor der Tat liiert, er hatte zudem eine falsche Nationalität: Bei dem Verhafteten handelt es sich um einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan. Da setzen bei der Refugee-Welcome-Community sämtliche Schutzreflexe ein.

Nein, der Schutz gilt nicht dem Opfer - sondern dem Tatverdächtigen. Ein 15-jähriges Mädchen wird auf dem Altar des Kulturrelativismus geopfert. Um nicht über den Beschuldigten, dessen Nationalität und Verankerung in einer zutiefst patriarchalen, frauenverachtenden Kultur, sprechen zu müssen, wird über die Tat geschwiegen. Ein 15-jähriges Mädchen ist es nicht wert, betrauert zu werden; ein Gewalttäter geschützt zu werden, indes schon.

Denn nicht nur die Tagesschau entschloss sich zu schweigen (siehe unten), sondern die linke und liberale Öffentlichkeit, die ansonsten (völlig zu Recht) jeden Anlass für öffentliches Gedenken, das Ablegen von Blumen und das Aufstellen von Kerzen nutzt - wenn das Opfer männlich und ein Flüchtling ist -, schweigt ohrenbetäubend laut.

Bis heute gibt es keine Stellungnahme aus linken Zusammenhängen, die Partei für die Opfer der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 ergreift - wohl aber zahlreiche, die sich mit den Tätern solidarisieren, die sie als zu Unrecht beschuldigt erachten. Bis heute übrigens, obwohl inzwischen erwiesen ist, dass die überwiegende Mehrheit der Täter von Silvester 2015/16 keinen deutschen Pass hatte.


Mediale Selbstzensur

Die Redaktion der Tagesschau entschied sich, zunächst nicht über den Vorfall zu berichten. Marcus Bornheim, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell begründete die Entscheidung auf dem Facebook-Profil des Formats folgendermaßen:

Kandel - wie die tagesschau damit umgeht

Am Mittwoch ist im rheinland-pfälzischen Kandel eine ganz fürchterliche Tat geschehen: Ein Jugendlicher hat in einem Drogeriemarkt ein gleichaltriges Mädchen erstochen. Unser Mitleid ist bei den Eltern und den Angehörigen. Nichts wird diesen Verlust wettmachen können. Diese Trauer erfasst jeden, der von ihr hört.

Selbstverständlich müssen wir als Berichterstatter einen professionellen Blick auf diese Tat richten: Seit einigen Stunden wird uns in den Sozialen Netzwerken vorgeworfen, die tagesschau würde darüber nicht berichten. Wir würden bewusst etwas verschweigen. Die Identität des mutmaßlichen Täters ist bekannt. Er ist nach Polizeiangaben ein unbegleiteter jugendlicher Flüchtling aus Afghanistan. Nach bisherigen Erkenntnissen war er der Ex-Freund des Mädchens. Andere Medien haben dies bereits groß berichtet.

Warum waren wir so zögerlich? Das hat einen guten Grund. Nach allem, was wir bisher wissen, handelt es sich um eine Beziehungstat. So schrecklich sie gewesen ist, vor allem für die Eltern, Angehörigen und Bekannten - aber tagesschau und tagesschau.de berichten in der Regel nicht über Beziehungstaten. Zumal es hier um Jugendliche geht, die einen besonderen Schutz genießen. Noch ist die Polizei am Anfang ihrer Ermittlungen und deshalb halten wir uns sehr zurück. Das Motiv ist derzeit unklar. Inzwischen gibt es neue Details. Die Eltern hatten vorab Anzeige gegen den Jugendlichen erstattet, wie die Polizei bekanntgab. Einer Vorladung ist der Jugendliche offenbar nicht gefolgt. Es stellen sich weitere Fragen.

Die Kollegen des SWR sind an diesen Ermittlungen dran und berichten darüber. Wir werden diesen Fall weiter beobachten. Aber wir werden das mit dem journalistischen Know-How machen, das geboten ist. Marcus Bornheim, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell 
Die Tagesschau entschied sich später doch, vermutlich aufgrund des öffentlichen Drucks, in den Haupt-Nachrichten um 20h kurz über den Vorfall zu berichten.

Der Facebook-Eintrag wurde mehr als 10.000 Mal geliked.

Die Begründung ist absolut ungeheuerlich. Im Klartext heißt das: Die Tagesschau hat sich entschieden, über Morde dann nicht zu berichten, wenn eine Frau das Opfer und der Beschuldigte ihr (Ex)-Partner ist.

Somit bereinigt die Tagesschau ihre Berichterstattung um eine für Frauen essentielle Information: Weltweit ist sexualisierte und häusliche Gewalt für Frauen bis 44 Jahren die häufigste Ursache für Tod und Behinderung, für Mädchen und Frauen bis 19 Jahren sind es Schwangerschaft und Geburt. Die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) spricht daher vom "Risikofaktor Beziehung".

"Weltweit" bedeutet nicht "irgendwo", sondern auch in Deutschland. 373 Frauen wurden 2016 lebensgefährlich von ihren (Ex)-Partnern verletzt, 203 von ihnen überlebten diesen Angriff nicht. Das ist die Lebensrealität von Frauen in Deutschland 2016, aktuell wird nahezu täglich über einen solchen Fall irgendwo im Land berichtet. Zu finden sind diese Berichte meist in 5 - 7- Zeilern in den Lokalseiten der Lokalmedien. Denn, nur so ist Bornheim zu verstehen, der Tagesschau sind die Opfer keine Erwähnung wert. Beziehungsprobleme halt. Wer kennt das nicht? 

Der Täter war polizeibekannt

Ob der Beschuldigte in dem Drogeriemarkt zufällig auf Mia traf, das muss nun durch polizeiliche Ermittlungen geklärt werden. Der Haftbefehl lautet laut Sueddeutsche.de auf Totschlag.

Bekannt ist, dass der Beschuldigte bereits eine Anzeige wegen körperlicher Gewalt hatte und auch die Eltern des ermordeten Mädchens ihn "unter anderem wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung" angezeigt hatten. Am Tag ihres Todes hatten Polizeibeamte ihm persönlich eine Vorladung übergeben.
Seine Drohungen waren allerdings nicht ernstgenommen worden. Diese Fahrlässigkeit bezahlte Mia mit ihrem Leben.
Aufklärung statt Rassismus

Die Tagesschau erntete allerdings nicht nur Beifall für ihre Verschleierungstaktik, sondern auch heftige Kritik. Auch mit rassistischen Sprüchen wurde in der WeltWeitenWeisheit nicht gespart. Da schaltete sich Kandels Bürgermeister Volker Poß (SPD) ein. "'Fremdenfeindliche Parolen in die Welt zu setzen, ist im Moment der falsche Weg', sagte der Kommunalpolitiker im Südwestrundfunk", zitiert ihn die Welt.

Das stimmt natürlich. Rassismus ist nie eine Lösung - egal für was.  
Aber Kulturrelativismus, also die Verherrlichung fremder Kulturen und die Negierung der mit dieser Kultur verbundenen Probleme, z. B. ein archaisches Frauenbild, das durchaus existenzgefährdend in die Praxis umgesetzt wird, auch nicht. Im Gegenteil.

Nein, es sind nicht alle so. Aber zu viele. Der tödliche Angriff auf die 15-jährige Mia ist der dritte lebensbedrohliche Angriff auf ein Mädchen innerhalb von zehn Tagen. Zumindest soweit die Taten bekannt geworden sind. In allen drei Fällen waren die Mädchen mit dem Angreifer liiert, in allen drei Fällen handelte es sich um junge Geflüchtete aus Afghanistan.

Bei 30% aller Fälle im Rahmen sexualisierter und tätlicher Gewalt im Rahmen einer Ehe oder Partnerschaft, bzw. nach deren Ende, sind die Tatverdächtigen Männer ohne deutschen Pass. Eine Gruppe, die ca. 5% der Gesamtbevölkerung stellt. Dieses Gefährdungspotential muss endlich zur Kenntnis genommen werden.

Auch - oder gerade - im Interesse derjenigen männlichen Geflüchteten und der Migranten aus dem muslimischen Kulturkreis, die in Frieden miteinander und auch mit dem weiblichen Teil dieser Gesellschaft leben möchten. Vor allem aber im Interesse ihrer potentiellen Opfer. Denn sie haben unseren Schutz verdient - insbesondere, wenn sie minderjährig sind und Gefahren selbst noch nicht einschätzen können.

Wenn Frauen und Mädchen bedroht werden von ihrem (Ex)-Partner, egal ob Deutscher oder welcher Nationalität auch immer, dann brauchen sie Polizeischutz. Das Leben von Frauen ist nicht weniger wert als das von Politikern oder Superstars.

Das muss Männern plausibel gemacht werden, ebenfalls egal welcher Nationalität. Denn neben 30% nicht-deutschen Tätern im Bereich "Partnerschaftsgewalt" bleiben ja noch 70% deutsche Täter.

Frauen haben das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit. Überall - auch im heimischen Schlafzimmer. Sie haben das Recht, Beziehungen einzugehen, und diese auch wieder zu beenden. Sie haben das Recht, ihre Meinung zu sagen, ohne dafür niedergemacht, bepöbelt, beleidigt oder bedroht zu werden. Sie haben das Recht, sich unbehelligt in der Öffentlichkeit zu bewegen. Begreift das endlich.

RIP Mia! Es tut mir unendlich leid, dass Dich niemand schützen konnte.
 

Hier der Link zum Artikel von Telepolis vom 29.12.2017 >>> 
Verschleierter Frauenmord: Das unwerte Leben der Mia aus Kandel / Telepolis vom 29.12.2017

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.
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Kommentare

  1. Viele Reaktionen auf die tragische Tat sind äußerst verabscheuungswürdig, und das muss man als anständiger Mensch auch kundtun. Das Problem ist, dass man als Freund/in einer differenzierten Betrachtung sehr schnell in Verdacht gerät, den Täter in Schutz zu nehmen und das Opfer aus dem Blick zu verlieren. Bei allen Freunden und Bekannten, mit denen ich Kontakt habe, war aber eines immer klar: Der Täter muss angemessen zur Rechenschaft gezogen werden. Selbstverständlich. Das heißt im Detail: Es ist Aufgabe des Gerichts, die Reife des Täters und die Hintergründe der Tat festzustellen, denn davon hängt das Strafmaß ab. Es ist vollkommen gleichgültig, welcher Nationalität der Täter angehört, und m. E. darf es keine "mildernden Umstände" für kulturelle "Besonderheiten" geben. Vor allem das "etwas andere Frauenbild" darf bei der Strafzumessung m. E. kein "mildernder Umstand" sein.
    Mit anderen Worten: Da die Tat in Deutschland begangen wurde, unterliegt der Täter der deutschen Rechtsprechung, mit ALLEN Konsequenzen - auch der späteren Inhaftierung.

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