Afghanistan - Bewaffnete überfallen Bus und entführen Fahrgäste // Wenn der Kellner aus Afghanistan kommt // Eine Initiative von ...

Afghanistan
Bewaffnete überfallen Bus und entführen Fahrgäste
Im Westen Afghanistans sind 20 Fahrgäste eines Reisebusses von mutmaßlichen Taliban-Kämpfern entführt worden.
Im Westen Afghanistans sind 20 Fahrgäste eines Reisebusses von mutmaßlichen Taliban-Kämpfern entführt worden.

Ein Mitglied des Rates der Provinz Farah erklärte, Bewaffnete hätten den Bus auf der Fernstraße von Kabul nach Herat gestoppt. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Die radikal-islamischen Taliban haben in verschiedenen Teilen des Landes illegale Kontrollpunkte eingerichtet, an denen sie Busse und Privatwagen durchsuchen. In den vergangenen zwei Jahren wurden hunderte Reisende entführt und Dutzende getötet.

Diese Nachricht wurde am 06.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Hier der Link zur Nachricht vom Dlf24 vom 06.01.2018 >>>  

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Wenn der Kellner aus Afghanistan kommt
 

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzen die Gastronomen jetzt auf Migranten als Köche und Restaurantfachleute. 
Von Julia Vollmer
Ahmad Rahimi aus Afghanistan absolviert seine Ausbildung als Kellner im Wyndham Garden Hotel
Fast 6 400 Kilometer sind es von Kabul nach Dresden. Diesen weiten Weg nahm Ahmad Rahimi auf sich, damals vor zwölf Jahren, als er vor Krieg und Zerstörung in seiner Heimat Afghanistan flüchtete. Seitdem ist er nie wirklich zur Ruhe gekommen, lebte im Iran, flüchtete von dort aus mit dem Boot nach Griechenland und landete vor zwei Jahren in Dresden. Hier ist der 24- Jährige nun heimisch geworden und fand einen Ausbildungsplatz als Restaurantfachmann. Denn sein Chef Marek Kvasnicak, Manager im Wyndham Garden Hotel, hat dem Fachkräftemangel in der Gastronomie den Kampf angesagt. „Die Lage ist schwer für uns alle und wir müssen neue Wege gehen. Doch ich habe Ahmad Rahimi nicht nur deshalb, sondern vor allem wegen seiner fröhlichen Art und seiner Einsatzbereitschaft eingestellt.“

Die Lage für die Gastronomen in der Stadt wird immer verheerender. Einige Restaurants wie das Bean&Beluga von Sternekoch Stefan Hermann, das Schlosshotel Pillnitz und das Ringhotel Alt Dresden haben mittlerweile an zwei Tagen in der Woche geschlossen – ihnen fehlt Personal. Köche und Kellner sind kaum noch zu finden auf dem Markt. Zuletzt musste das Piazza Nova am Neumarkt Insolvenz anmelden. Einer der Gründe: die hohen Kosten für die Mietköche. Diese müssen öfter aushelfen und verlangen rund 20 Euro pro Stunde. 
Immer mehr Hoteliers setzen deshalb jetzt auf Flüchtlinge und Migranten. Unter den 489 Koch-Azubis in Dresden sind zurzeit 19 Flüchtlinge, unter anderem aus Syrien und Afghanistan und 27 Migranten aus anderen Ländern, so Lars Fiehler, Sprecher der Industrie- und Handelskammer. 
Bei den Lehrlingen zum Restaurantfachmann sind es ein paar weniger. Von 184 Azubis sind sieben Flüchtlinge und neun Migranten. Damit haben sich die Lehrlingszahlen gegenüber 2016 schon leicht verbessert. Denn während 2007 noch 629 Azubis in Dresden ihre Lehre zum Koch begonnen haben, waren es 2016 nur noch 189, sagt Fiehler. Doch die Zahl der freien Stellen schnellt in die Höhe. Derzeit sind 91 Kellner-Stellen frei, vor zehn Jahren waren es nur 38, so Grit Löst, Sprecherin der Arbeitsagentur. Bei den Köchen sind es 76 freie Stellen, 2007 waren es 21.

Ahmad Rahimi ist jetzt im zweiten Lehrjahr und absolviert immer im Wechsel vier Wochen Arbeit im Restaurant und zwei Wochen Berufsschule. „Die deutschen Fachbegriffe fallen mir noch sehr schwer, da muss ich noch viel üben“, sagt er. Doch die Arbeit mit den Gästen bereite ihm viel Freude. Mit der Unterstützung seines Chefs konnte er aus der Erstaufnahmeeinrichtung an der Hamburger Straße in eine Wohngemeinschaft umziehen. Manager Marek Kvasnicak ist froh, ihn gefunden zu haben. Denn er muss aufgrund der fehlenden Leute viele Einschnitte im Ablauf hinnehmen. Er setzt nun auf Buffets statt à la carte, statt Tischwäsche gibt es nur noch Platzsets. „Die familienunfreundlichen Arbeitszeiten und ein immer geringer werdendes Trinkgeld sind Ursachen, warum keiner mehr den Beruf lernen will“, sagt er. 

Das beobachtet auch Marc Arendt vom Ringhotel Residenz Alt Dresden. „Viele Gäste geben leider kaum oder gar kein Trinkgeld. Dabei sind unsere Leute darauf angewiesen“, sagt er. „Die Löhne sind tatsächlich niedrig. „Der tarifliche Stundenlohn in der untersten Tarifgruppe beträgt in Sachsen 9,08 Euro brutto“, so Karin Vladimirov von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Eine ausgebildete Fachkraft bekäme also monatlich 1669 Euro brutto bei einer 40-Stunden-Woche.

Arendt beschäftigt jetzt einen Koch-Azubi aus Pakistan. „Viel Behördenkram“ sei das gewesen. „Aber ich bin sehr zufrieden, er ist pünktlich und sehr engagiert.“ Sehr international geht es auch in der Villa Marie am Schillerplatz zu. 35 Mitarbeiter arbeiten dort in Küche und Service, sie stammen unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Marokko, heißt es von der Geschäftsführung. Dresdenweit konnten rund 75 Migranten seit Juli 2016 in die Gastronomie vermittelt werden, so Grit Löst von der Arbeitsagentur. Dehoga-Sprecherin Stephanie Heckel kann den Trend, dass besonders Unternehmen im Gastgewerbe Migranten ausbilden und einstellen, auch bundesweit bestätigen. Der Anteil ausländischer Arbeitnehmer liege bei über 30 Prozent. „Fakt ist aber auch, dass unsere Unternehmer von fehlenden Deutschkenntnissen, kulturellen Unterschieden und fehlenden fachlichen Qualifikationen berichten“, so Heckel. Zudem sei das Erlangen von Beschäftigungs- und Arbeitserlaubnissen häufig langwierig und kompliziert.

Kellner Ahmad Rahimi aus Afghanistan hat für dieses Jahr noch viel vor: unter anderem weiter Deutsch zu lernen. „Vor allem Weinnamen und Gemüsesorten sind schwer für mich. Für viele dieser Dinge gibt es in meiner Sprache gar keine Begriffe.“
Kommentar
 
Seid nicht geizig und gebt Trinkgeld!

Von Julia Vollmer
 

Der Fachkräftemangel in der Gastronomie wird zu einem immer größeren Problem in der Stadt. Restaurants müssen tageweise oder ganz schließen. 
Die meisten Ursachen – familienunfreundliche Arbeitszeiten und niedrige Löhne – können wir als Gäste nicht lösen. Aber einen entscheidenden Beitrag können wir leisten. Wer gut kocht oder einen exzellenten Service bietet, verdient Trinkgeld. Und zwar nicht nur zwanzig Cent bei einer 60-Euro-Rechnung, sondern zehn Prozent. Wer gern Essen geht, darf beim Trinkgeld nicht geizen.

Stimmen, die jetzt sagen, Krankenschwestern oder Straßenbahnfahrer arbeiten ebenfalls zu Unzeiten und bekommen auch kein Trinkgeld, kann man nur antworten: Das stimmt, und doch sind hier die Trinkgelder beim Lohn nicht eingepreist. Bei Kellnern dagegen schon.

Und noch etwas können wir alle beitragen, damit wieder mehr Menschen Lust auf Berufe im Service haben. Freundlich und höflich sein. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, verschwindet mehr und mehr. Wie oft ist im Restaurant vom Gast zum Kellner zu hören: „Kaffee.“ Es tut nicht weh, zu sagen: „Ich hätte gern einen Kaffee, bitte.“ 
Hier der Link zum Artikel der Sächsischen Zeitung vom 05.01.2018 >>> 

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.
Eine Initiative von ...
Die Kabarettisten aus der Sendung >DIE ANSTALT< v.l., Dr. Dietrich Krauss, Max Uthoff und Claus von Wagner 

Die FB-Seite Ahmad Pouya ist willkommen entstand auf Initiative dieser Kabarettisten und einigen Mitgliedern aus der Fan-Club-Gruppe von DIE ANSTALT. Die Anstalt Fanclub
Der tägliche Blog entstand, als wir merkten, dass ein Interesse an Nachrichten zum Thema vorhanden war und wir auch über die Hilfe für Ahmad Pouya hinaus, berichten wollten. 

Der Blog erscheint täglich und wir können gar nicht alles präsentieren, was uns zum Thema aus der FB-Gruppe und über PN oder durch eigene Recherche erreicht. 
Der Blog läuft nunmehr seid über 10 Monaten und die Leserschaft wird immer größer. Vielen Dank für Euer Interesse am Thema, dass garantiert nicht sehr oft mit Spaß und Freude verbunden ist. Der Blog verzeichnet über 500000 Aufrufe in 10 Monaten. Solange die Gesamtsituation bzgl. der Asylpolitik und der Abschiebepraxis in Deutschland so ist, wie sie ist, werden wir unsere Berichterstattung im Sinne der Hilfsbedürftigen und natürlich auch im Sinne der vielen Helfer fortsetzen. 
Horst Berndt, Joachim Spehl Jan. ´18  
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