Fluchtursachen bekämpfen - Europa muss teilen lernen, mit Video-Kommentar von Isabel Schayani und Video von Georg Schramm // Bundesregierung will freiwilligen Rückkehrern Küchen finanzieren

Fluchtursachen bekämpfen - Europa muss teilen lernen

Ein unglaublich guter Kommentar von Isabel Schayani. Hauptsache sie halten uns die Menschen vom Hals - sind doch Menschen, oder?

Isabel Schayani, Journalistin ARD/WDR

Der schmerzhafte Prozess!

Was Isabel Schayani in (01.34min) auf tagesschau.de im Kommentar präsentiert, ist für die europäischen Regierungen und somit auch für die deutsche Regierung ein schallende Ohrfeige.
Frau Schayani, die nicht zum ersten Mal sehr klare Worte findet, wenn es um dieses Thema geht, hätte es gut zu Gesicht gestanden, wenn dieser kurze Kommentar auch in den gut frequentierten Tagesthemen der ARD gesendet worden wäre. Ihre Reportagen und Beiträge, oft im WDR gesendet, beinhalten einen sehr hohen journalistischen Standard.


Ja, Europa muss teilen lernen, dies von Grund auf, denn Teilen, das ist hinsichtlich Wirtschaft und Entwicklung und ja, einfach mal nur helfen ohne gleich etwas dafür zu verlangen, nicht so das Ding der westlichen Industrienationen. Das war es nie und daher ist es nun ein schmerzhafter Prozess des Lernens.

Wie lernen kapitalistisch-neoliberale Gesellschaften, die nur das Ausschlachten von anderen Staaten kennen. Durch hohen Druck der Teile der Gesellschaften, die diesem Gier-Kapitalismus entgegenwirken. Wenn die westliche Welt, also auch Europa,  verhindern will, dass uns noch viel größere Menschenwanderungen bevorstehen, dann muss dieser schmerzliche Prozess des Teilens, so wie es Frau Schayani im Kommentar beschrieben hat, umgehend in die Wege geleitet werden.

Reich gegen Arm, ich erinne hier an den Kabarettisten Georg Schramm**. Er hat es vor Jahren auch schon klar beschrieben. Das ist der Konflikt. Erste extreme Auswirkungen davon erleben wir nun.

Wissenschaftler heben schon den Finger und erklären uns in aller Ruhe, was auf uns noch alles zukommen kann, wenn wir nicht sehr klar und schnell handeln. Das Wort Klima-Flüchtlinge wird uns dann beschäftigen müssen. Dagegen ist der derzeitige Entwicklungsstand in Sachen Menschenwanderungen wohl eher ein Kinderspiel, wenn es um die Massen geht, die sich dann in Bewegung setzen könnten.

Die Kommentare, die in der Kernaussage wie der von Frau Schayani klingen, werden höchstwahrscheinlich in der Zahl noch zunehmen. Wir sollten als Zivilgesellschaft Worte, wie die von Frau Schayani sehr ernst nehmen und Druck auf die Politik ausüben.


Horst Berndt Dez.´17


Hier der Link zum Kommentar (Video, 01.34min.) von Isabel Schayani vom 29.11.2017 >>>

** Georg Schramm mit Video zum Thema Reich gegen Arm >>>Der Krieg Reich gegen Arm / Video mit Georg Schramm (09.18min.)

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Flüchtlinge (Menschen)

 Bundesregierung will freiwilligen Rückkehrern Küchen finanzieren

Damit abgelehnte Asylbewerber das Land schneller verlassen, bietet die Bundesregierung ihnen eine Wohnkostenhilfe von bis zu 3000 Euro an. Der Plan von Unions-Innenministern zur Abschiebung von Syrern stößt auf Kritik in der eigenen Partei. 


 Thomas de Maiziere, Innenminister, geschäftsführend

Mit einer zusätzlichen Prämie will die Bundesregierung abgelehnte Asylbewerber zur freiwilligen Ausreise bewegen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) richtete in der „Bild am Sonntag“ einen direkten Appell an die Betroffenen: „Wenn Sie sich bis Ende Februar für eine freiwillige Rückkehr entscheiden, können Sie neben einer Starthilfe erstmals eine Wohnkostenhilfe für die ersten zwölf Monate in Ihrem Herkunftsland erhalten.“

Der Zeitung zufolge können Ausreisepflichtige bei freiwilliger Heimkehr zusätzlich zu den bisherigen Leistungen Unterstützung für Miete, Bau- und Renovierungsarbeiten oder die Grundausstattung für Küche oder Bad bekommen. Bei Familien geht es dabei um Prämien bis zu 3000 Euro, bei einzelnen Betroffenen bis zu 1000 Euro.

Die Aktion „Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt!“ soll auf drei Monate begrenzt bleiben. Minister de Maizière appellierte an die Betroffenen: „Es gibt Perspektiven in Ihrem Heimatland. Wir unterstützen Sie mit konkreten Hilfen bei Ihrer Reintegration.“

Bislang erhalten Flüchtlinge über zwölf Jahren, die sich bereits vor Abschluss des Asylverfahrens für eine Rückreise entscheiden und den Asylantrag zurücknehmen, 1200 Euro, Kinder 600 Euro. Eine Familie mit einem Kind konnte also 3000 Euro erhalten, bei Inanspruchnahme des neuen Programms das Doppelte.

Debatte über Abschiebungen nach Syrien

Unterdessen stoßen die Pläne von Unions-Innenpolitikern zur Abschiebung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat in den eigenen Reihen auf Bedenken. Unionsfraktionschef Volker Kauder und Kanzleramtsminister Peter Altmaier (beide CDU) sprachen sich gegen solche Abschiebungen in naher Zukunft aus. Kauder sagte der „Welt am Sonntag“: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das für mich angesichts der Sicherheitslage kein Thema.“

Kanzleramtsminister Altmaier, der zugleich auch Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung ist, sagte der „Bild am Sonntag“: „Der Bürgerkrieg ist nicht beendet, und viele Menschen sind vor dem Assad-Regime geflohen, das ja nach wie vor an der Macht ist.“ Zwar kehrten in Syriens Nachbarland Irak inzwischen viele Flüchtlinge zurück - „diese Entwicklung sehen wir bei Syrien noch nicht“, betonte Altmaier.
Freiwilligen Rückkehrern soll Küche finanziert werden
Die uniongeführten Länder wollen ab Juli 2018 wieder nach Syrien abschieben. Der Antrag soll auf der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche in Leipzig beraten werden.
Unionsfraktionschef Kauder wollte nicht ausschließen, irgendwann zu einer positiveren Lageeinschätzung zu kommen. „Natürlich muss man die Situation immer wieder neu bewerten“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Heftige Kritik an dem Vorstoß der Länder zu den Abschiebungen war auch von SPD, Grünen und Linkspartei gekommen. Quelle: spo./AFP/dpa 

Hier der Link zum Artikel der Frankfurter Allgemeinen vom 03.12.2017 >>>

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Isabel Schayani (ARD/WDR)

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