Ein Mitglied unserer Facebookgruppe ruft um Hilfe! - Samer Amin soll bleiben! // Die gute Nachricht! BAMF-Fehlentscheidung: Afghane "sehr froh", wieder in Deutschland zu sein // Fingerabdrücke ...

Ein Mitglied unserer Facebookgruppe ruft um Hilfe! - Samer Amin soll bleiben!
Wir wollen ja die vorweihnachtliche Ruhe nicht stören - doch wir wollen sie stören! Nicht nur in Deutschland gibt es zahlreiche Schicksale, die dem von Samer Amin sehr ähnlich sind, auch die humane Gesellschaft in Österreich kennt diese Schicksale 
 Horst Berndt
 V. l.: Margareta Pavlata, Ingrid Oth (Haydn-Bibliothek), Julia Neumair, Samer Amin, Margit Huber, Wolfgang Gangl und Renate Glaw. | Rittler 
 Mahnwache für Samer Amin 
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Anm.d.Blog-Redaktion:

Wie sich die Schicksale doch gleichen. In über 300 Blog-Artikeln, die wir täglich präsentieren, sind diese Entwicklungen sehr oft fast deckungsgleich im Ablauf. Staaten greifen sich einfach diejenigen, die sie mit einfachen Mitteln einfangen können, auch unter Vorspiegelung falschen Tatsachen, bis hin zu perfider Trickserei. 
Das findet in Deutschland wie auch in Österreich statt. Anstatt die wirklichen Gefährder und augenscheinlich erkannte Terroristen zu arrestieren und dann abzuschieben, werden integrationswillige, friedliche, arbeitssame und sozial ausgeprägte Charaktere gefangen genommen, um dann die Abschiebung zu vollziehen, dies im Bewusstsein, wie auch hier im Fall des Samer Amin, dass der junge Mann in Syrien sofort in höchster Lebensgefahr schwebt. 
Das Engagement von Menschen, wie Margit Huber ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Man bekommt unweigerlich beim Lesen und recherchieren solche Entwicklungen das Gefühl, dass man sich als humaner Bürger eines Staates mit dem Staat massiv anlegen muss, um die Menschenrechte zu schützen. Das ist dann nicht mein Deutschland, es wäre auch nicht mein Österreich. 
Horst Berndt Dez.´17 

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Hier nun der Brief/Mail von Frau Margit Huber

Bitte LIKEN, TEILEN UND PROTESTMAIL SCHICKEN gegen die Abschiebung von Samer! Kopiert meinen Brief oder verändert ihn nach Belieben - und teilt die Nachricht von seiner drohenden Abschiebung! DANKE!


BMI-III-5@bmi.gv.at

BFA-RD-N-Einlaufstelle@bmi.gv.at

Betreff: Samer Amin aus der Schubhaft entlassen!

Sehr geehrter Herr Innenminister,

heute am Morgen wurde Samer Amin (Karten Nr. 151993779-001), ein syrischer Asylwerber, der nachweislich in seiner Heimat aufgrund politischer Aktivitäten gegen das Assad-Regime, verfolgt wird, in Schubhaft genommen und soll morgen schon nach Kroatien abgeschoben werden.

Samer Amin ist ein Vorbild für die Integration in Österreich:

Er spricht Deutsch auf B1-Niveau, er hatte schon drei öffentliche Ausstellungen seiner hervorragenden Fotografien, eine weitere ist gerade in Planung. Samer hat Vorträge vor Schülern gehalten und über seine Flucht berichtet - auf Deutsch!

Er hat seit einem Jahr zwei Jobzusagen schriftlich in der Tasche.

Bei unzähligen Veranstaltungen des örtlichen Heimatvereins, des Filmfestivals, des Höfefestes usw. war er ehrenamtlich als Fotograf tätig.

Er hat stets mitgeholfen, wenn Hilfe benötigt wurde - bei Veranstaltungen von Kulturvereinen, in der Pfarre usw.

Samers Bruder Ashraf hat Asyl und macht eine Lehre in Linz.

Samer hat viele Freunde hier in seinem Wohnort Groß Enzersdorf und Umgebung, ist vielen Menschen durch seine Ausstellungstätigkeit bekannt und hat hier Familienanschluss und enge Bindungen aufgebaut.

Samer wäre ein Gewinn für Österreich. Er würde dem Staat nicht auf der Tasche liegen, denn er könnte morgen schon zu arbeiten beginnen.

Diese Abschiebung soll immer noch aufgrund der unsäglichen Dublin III-Regelung erfolgen.

Ich ersuche Sie eindringlich: Entlassen Sie Samer Amin aus der Schubhaft und gewähren Sie ihm das Recht darauf, sein Asylverfahren hier in Österreich abzuwickeln!

Hochachtungsvoll

Margit Huber

2301 Groß Enzersdorf
 Samer Amin

Was Gestern am 14.12.2017 geschah!
Die Schilderung von Margit Huber ist schier unglaublich. Wie perfide ist das denn! 

Heute ist das Unglaubliche passiert: Samer Amin, der seit fast zwei Jahren hier in Groß Enzersdorf lebt, wurde vor einer Stunde in Schubhaft genommen und soll morgen schon nach Kroatien abgeschoben werden. Er wurde gestern am Morgen von der Polizei gesucht und nicht an seiner Meldeadresse angetroffen, er war bei einem Freund in Essling. Zu Mittag wurde nochmals geschaut, er war noch nicht da. Am späten Nachmittag hat seine Anwältin mit der Polizei telefoniert und gesagt, Samer sei gerade bei ihr und das Verfahren sei ja noch gar nicht abgeschlossen. 

Der Antrag auf inhaltliche Fortführung seines Asylverfahrens in Österreich wurde noch nicht beantwortet. Die Polizisten telefonierten mit dem Sachbearbeiter in Traiskirchen und es wurde mit der Anwältin ein Termin für eine Anhörung vereinbart für heute um 8 Uhr am Morgen. Es sollte zu einem Gespräch über die inhaltliche Fortführung des Verfahrens in Österreich kommen. Das war so mit Samer, der Anwältin, der Polizei und den Beamten in Traiskirchen vereinbart.

Reingefallen: Statt eines Gesprächs mit den Beamten, wurde Samer auf der Stelle verhaftet und in Schubhaft genommen!!!
Die Polizei hatte Samer schon gestern abgemeldet!


Samer Amin ist einer derjenigen, dessen Dublin III-Fall noch immer offen ist und der in Ö einfach nicht zum Asylverfahren zugelassen wurde.

Samer Amin ist ein Vorbild für die Integration in Österreich:
Er spricht Deutsch auf B1-Niveau, er hatte schon drei öffentliche Ausstellungen seiner hervorragenden Fotografien, eine weitere ist gerade in Planung. Samer hat Vorträge vor Schülern gehalten und über seine Flucht berichtet - auf Deutsch!

Er hat seit einem Jahr zwei Jobzusagen schriftlich in der Tasche.
Bei unzähligen Veranstaltungen des örtlichen Heimatvereins, des Filmfestivals, des Höfefestes usw. war er ehrenamtlich als Fotograf tätig.

Er hat stets mitgeholfen, wenn Hilfe benötigt wurde - bei Veranstaltungen von Kulturvereinen, in der Pfarre.

Samers Bruder Ashraf hat Asyl und macht eine Lehre in Linz.
Samer hat viele Freunde hier in Österreich, er hat hier Familienanschluss und enge Bindungen aufgebaut.

Samer wäre ein Gewinn für Österreich. Er würde dem Staat nicht auf der Tasche liegen, weil er ja sofort zu arbeiten beginnen könnte, wenn man ihn ließe.

 Samer Amin, wird er eine Chance erhalten in Österreich die Gesellschaft zu bereichern? 

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Vernissage 

 Ansichten von Flucht und neuer Heimat
 

In der Haydn-Bibliothek zeigt der junge syrische Fotograf Samer Amin unter dem Motto „Alles ist möglich“ seine Aufnahmen.
 Kulturstadtrat Martin Sommerlechner, die Kunst.Lokal-Betreiber Susanne Stadler und Georg Niemann sowie Margit Huber standen dem syrischen Flüchtling von Anfang an zur Seite. Unter den Vernissage-Besuchern waren auch die Fotografen-Kollegen Kurt Kracher und Herbert Slad. | Kremsmayer 



Die August-Vernissage im Kunst.Lokal bestritt diesmal ein außergewöhnlicher junger Künstler: Amin Samer aus Aleppo (Syrien) präsentierte Fotos mit Groß-Enzersdorfer Motiven aus ungewöhnlichen Blickwinkeln.

Das ausdrucksstarke Fotografieren von Details aus Natur und Alltag ist ihm seit Jahren ans Herz gewachsen. Seine Kamera war auch vor zwei Jahren auf seiner Flucht mit dabei. Sie wurde ihm in der Zeit der Sprachlosigkeit zum wichtigsten Ausdrucksmittel. Mittlerweile hilft ihm auch die deutsche Sprache, seine Gefühle auszudrücken.

Zur Vernissage legte er auch berührende Texte vor, die vom Abschiednehmen und einem Neubeginn handeln und somit eine besondere Situation in seinem Leben als Flüchtling widerspiegeln.

„Ich rufe meine Seele zurück, weil ich unterwegs sehr müde war. Aber ich muss neu anfangen. Der Anfang ist klein. Du musst besonders sein, besonders freundlich und besonders gut arbeiten“, erklärt der Künstler. Er sei in der Mitte zwischen Vergangenheit und Zukunft. Manchmal brauche er eine Pause, müsse nachdenken und dann aber den Weg weitergehen.

Dieser wird noch steinig sein, denn Amin Samer hat das Pech, seine Fingerabdrücke in Kroatien hinterlassen zu haben. Nun droht ihm die Abschiebung dorthin.

Hier der Link zum Artikel von NÖN.at vom 11.08.2017 >>>   
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Vernissage

 Ansichten von Flucht und neuer Heimat (II)

 Anlässlich der Vernissage am Freitag schilderte der im Jahr 1990 geborene Amin, wie er vor knapp zwei Jahren nach Europa aufgebrochen war. „Die Situation ist gefährlich geworden“, berichtet er, „ich stehe auf einer Liste des Militärs, wenn ich zurückkäme, würde ich verhaftet werden.“ Also machte er sich auf den Weg – zunächst in die Türkei. Seine Kamera begleitete ihn.

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Der junge syrische Fotograf Samer Amin präsentiert in der Haydn-Bibliothek eine Auswahl seiner Aufnahmen. Die Fotos zeigen Eindrücke aus seiner Heimat im Norden Syriens nahe der türkischen Grenze, von der Flucht über die Türkei nach Griechenland und Makedonien und weiter nach Österreich und Fotos aus der neuen Heimat. Die Ausstellung ist noch bis 30. September zu besichtigen.

Anlässlich der Vernissage am Freitag schilderte der im Jahr 1990 geborene Amin, wie er vor knapp zwei Jahren nach Europa aufgebrochen war. „Die Situation ist gefährlich geworden“, berichtet er, „ich stehe auf einer Liste des Militärs, wenn ich zurückkäme, würde ich verhaftet werden.“ Also machte er sich auf den Weg – zunächst in die Türkei. Seine Kamera begleitete ihn.
"Wir saßen auf einem Boot und wussten nicht wo wir waren"

„Ich habe zuhause mit dem Fotografieren begonnen, allerdings waren meine ersten Fotos nicht besonders gut. Meine Geschwister wollten sich nicht fotografieren lassen“, erzählt Amin. Doch er lernte rasch dazu, schon auf der Flucht gelangen ihm einige aussagekräftige Aufnahmen. Besonders gefährlich sei die Überfahrt von der Türkei auf die griechische Insel Samos gewesen. „Wir saßen vier Stunden in einem Boot und wussten nicht, wo wir waren. Ich dachte schon, meine Geschichte endet im Meer.“ Die griechische Küstenwache rettete ihn und seine Leidensgenossen.

Weiter ging der Weg nach Makedonien und Kroatien. „Es war oft sehr kalt, das Rote Kreuz hat uns Decken geschenkt.“ Zu essen hatten die Flüchtlinge wenig: „Wir haben oft tagelang nur von Brot und Salami gelebt.“ Schließlich kam Amin in Österreich an. Auch das hat er fotografisch dokumentiert. „Österreich ist wie ein Paradies“, meint Amin. Von Anfang an versuchte er, sich zu integrieren, lernte Deutsch und fand Freunde. Sein Asylverfahren wurde noch nicht eröffnet. „Die Behörde ist der Ansicht, dass das Verfahren in Kroatien abgewickelt werden soll“, erklärt Margit Huber, eine Unterstützerin. „Wir hoffen, dass er bleiben kann. Er hätte auch zwei Jobzusagen.“

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Die gute Nachricht!

BAMF-Fehlentscheidung

Afghane „sehr froh“, wieder in Deutschland zu sein 

 Obwohl sein Anwalt einen Eilantrag gestellt hatte, erlaubte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Abschiebung von Haschmatullah F. nach Afghanistan. Nun ist er zurückgekehrt.

Der zu Unrecht abgeschobene afghanische Flüchtling Haschmatullah F. ist nach drei Monaten wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Am Donnerstag landete an Bord eines Flugzeuges in Frankfurt. „Ich bin sehr froh, dass ich jetzt in Deutschland bin. Das war mein großer Wunsch“, sagte er der Übersetzung eines Dolmetschers zufolge. „Ich will allen Organisationen, allen Freunden und der deutschen Regierung herzlich danken, die mir geholfen haben.“

Mit einem Visum der deutschen Botschaft in Pakistan ausgestattet, war F. am frühen Nachmittag gelandet. Ob er in Deutschland bleiben kann, soll ein Asylverfahren entscheiden. Von Frankfurt aus wollte Haschmatullah F. nach Tübingen fahren, wo für den Abend eine Pressekonferenz geplant ist. Im Sommer hatte er mehrere Monate in der baden-württembergischen Universitätsstadt gelebt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte seine Abschiebung irrtümlich erlaubt, obwohl am Verwaltungsgericht Sigmaringen ein Eilantrag seines Anwalts dagegen anhängig war. Denn solche Anträge gewähren Schutz vor einer Abschiebung.

Das Gericht hatte deswegen angeordnet, dass der Flüchtling zurückgeholt werden muss. Abschiebungen nach Afghanistan sind wegen der dortigen Gefahrenlage umstritten und werden von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

Haschmatullah F. war ursprünglich am 3. Juni in Deutschland angekommen. Am 8. Juni hatte er Asyl beantragt, war aber abgelehnt worden mit dem Hinweis, dass er über Bulgarien in die EU gekommen sei – und damit gemäß der sogenannten Dublin-Vorschriften Bulgarien für ihn zuständig sei.

Gegen diese Entscheidung hatte der Anwalt Markus Niedworok am 2. August Einspruch eingelegt. Dennoch war F. am 14. September von Tübingen nach Bulgarien und von dort am 3. Oktober nach Afghanistan abgeschoben worden. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen hatte das BAMF am 22. September aufgefordert, ihn zurückzuholen. 

„Menschen dürfen nicht in Krieg und Tod abgeschoben werden“

„Wir begrüßen, dass das BAMF die Vorgaben des Verwaltungsgerichts Sigmaringen eingehalten und Haschmatullah F. von Afghanistan nach Deutschland zurückgeholt hat“, sagte Andreas Linder vom Bündnis Bleiberecht. Das Bündnis forderte aus diesem Anlass generell einen fairen Umgang mit afghanischen Asylsuchenden in Deutschland. „Es kann nicht sein, dass innenpolitische Motive der Flüchtlingsabwehr, von der unsere Bundesregierung offensichtlich getrieben ist, dazu führen, dass Menschen in den Krieg und den Tod abgeschoben werden sollen.“

Kritik kam auch von der Organisation Pro Asyl, die dem BAMF „Pannen“ bei F.s Asylverfahren vorwarf. Diese hätten zur „rechtswidrigen Abschiebung“ geführt. Der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion in Stuttgart, Daniel Lede Abal, forderte vom BAMF eine „bessere Qualität“ bei Entscheidungen. „Es kann nicht sein, dass amtliche Schlampereien über menschliche Schicksale entscheiden.“ F. sei in ein Flugzeug gesetzt worden, obwohl er unter Abschiebeschutz gestanden habe. „Das ist unerhört und muss aufgearbeitet werden“, sagte Abal.

F. droht nach seiner Rückkehr keine Abschiebung nach Bulgarien, wie es die Dublin-Verordnung eigentlich vorsieht. „Da die Einreise mit einem Visum erfolgt, welches die deutsche Botschaft in Islamabad ausgestellt hat, ist Deutschland für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig geworden“, teilte das BAMF mit. „Der Antragsteller wird zeitnah einen Anhörungstermin erhalten, in dem er seine verfolgungsrelevanten Gründe darlegen kann.“

Eine BAMF-Sprecherin wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob F. der erste abgeschobene Asylbewerber ist, der wegen eines Verfahrensfehlers zurückgeholt werden muss.

Hier der Link zum Artikel von Welt-N24 vom 14.12.2017 >>> 

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Fingerabdrücke

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Leider gibt es derzeit sehr viele Fingerabdrücke, die die Würde betatschen. Sehr viele europäische Fingerabdrücke, komisch - in unserer christlich-orientierten europäischen Gesellschaft.


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