Auf ein Wort von Lemyie - Zum SPON-Artikel: Deportation von 78 Afghanen am 06.12.2017 // Asyl Abschiebung in der Nacht: Mutter in Kulmbach von siebenjährigen Sohn getrennt


Von Lemyie 


Deportation von 78 Menschen aus Afghanistan am 06.12.2017 ab Frankfurt - nach Informationen von Spiegel-Online 

Für 78 Afghanen hat sich Deutschland ein besonders empathisches Weihnachtspräsent ausgedacht: die Deportation in ein kriegsgebeuteltes Land, das laut UNO zur Zeit das zweitgefährlichste der Welt ist, in dem die Deportierten keinerlei Zukunftsperspektiven haben, sondern Elend, Verfolgung und Tod drohen.





Liebe Freundinnen und Freunde!

Das christlich-abendländische Deutschland bereitet sich auf das Weihnachtsfest vor. Die ersten Geschenke sind gebunkert, zahlreiche Weihnachtsmärkte sind bereits eröffnet und gegen unschöne Terrorakte gottloser Islamisten vorsorglich mit allerlei Schutzvorrichtungen versehen worden. St. Nikolaus, der Weihnachtsmann und das Christkind können kommen, werden aber über diverse Barrieren steigen müssen! Knecht Ruprecht leistet Hilfestellung in allen Kletterlagen...

Für 78 Afghanen hat sich Deutschland ein besonders empathisches Weihnachtspräsent ausgedacht: die Deportation in ein kriegsgebeuteltes Land, das laut UNO zur Zeit das zweitgefährlichste der Welt ist, in dem die Deportierten keinerlei Zukunftsperspektiven haben, sondern Elend, Verfolgung und Tod drohen. 

So kann man die Frohe Botschaft auch interpretieren - wenn man sich mit dem Teufel verbündet hat! (Nur mal zur gefälligen Erinnerung: Bevor Kommerz und Machtgier die Bedeutung des Weihnachtsfestes umdefinierten, feierten gläubige Christen in der Heiligen Nacht und am Tag darauf die Geburt des Juniorchefs. Der hatte das Licht der Welt mangels wohnlicherer Alternative in einem erbärmlichen, armseligen Schafstall im vorderen Orient entdeckt. Wären nicht zufällig drei desorientierte Könige vorbeigekommen und hätten ihn mit dem Nötigsten versorgt, hätte es auch in Afghanistan sein können...)

Die deutsche Regierung lässt sich nicht lumpen, immerhin kostet die Deportation eines Afghanen mit allem Drum und Dran um die 300.000 €. Und nun findet sich für das 1A-Qualitätsevent nicht genügend Begleitpersonal.

Es gab sogar deutsche Gerichte, die die Deportation in das Land am Hindukusch für rechtswidrig erklärten und untersagten!    

Gleichwohl war die Aussetzung der Deportationen kein Thema bei den Sondierungsgesprächen der Politikerdarsteller - im Gegensatz zur Aussetzung des Familiennachzugs und der "Obergrenze", die sie einvernehmlich in "Atmenden Rahmen" umtauften.

Am übernächsten Sonntag ist Erster Advent. Stellt schon mal die Kerzen ins Fenster!

Warum nur ist mir so übel?
Von Lemyie 

*

Wir berichteten im Blog vom 24.11.2017 erstmals über diese mögliche Abschiebung am 06.12.2017 . Hier der Link zum Blog-Artikel >>>
78 Afghanen sollen am 06.12.17 abgeschoben werden / Blog-Artikel Nr. 2 vom 24.11.2017


*

Hier der Link zum Artikel von Spiegel Online vom 23.11.2017 >>>

----//----

Asyl
Abschiebung in der Nacht
 Mutter in Kulmbach von siebenjährigen Sohn getrennt
Eine Familie aus Aserbaidschan gilt in Kulmbach als gut integriert, wird aber abgeschoben. Die Empörung ist groß. Die Behörde verteidigt die Aktion.

Sebastian Willnow, dpa 
Die Beamten kommen mitten in der Nacht. Dienstagfrüh um drei Uhr werden die 13-jährige Ofeliya Guliyeva und ihre Mutter abgeholt. Von Kulmbach aus geht es direkt zum Flughafen. Das Ziel: Aserbaidschan. Der siebenjährige Bruder Sahib und der Vater bleiben zurück, sollen aber bald ebenfalls abgeschoben werden.

Die Aufregung in Kulmbach ist groß. Die Familie, die aus Aserbaidschan stammt und schon mehrere Jahre in Deutschland lebt, galt als bestens integriert. Die 13-jährige Ofeliya, eine talentierte Pianistin, gewann unter anderem den Kulmbacher Ruckdeschel-Preis.

Die Regierung von Oberfranken verteidigt die Aktion. Die Ausreisepflicht der Familie, so ein Sprecher, sei längst abgelaufen. Die getrennt lebenden Eltern hätten die Behörden zudem jahrelang über ihre wahre Identität getäuscht.

Mutter empört über nächtliche Aktion

Naile Guliyeva bestreitet nicht, falsche Angaben gemacht zu haben. Die Mutter ist aber empört darüber, wie die Aktion am Dienstag abgelaufen ist.
 

13-Jährige abgeschobene: 
Kulmbach verliert ein großes Talent
Ofeliya Guliyeva begleitete 2016 am Klavier die Eröffnung der interkulturellen Woche in der beruflichen Schulzentrum. Foto: Archiv/Uschi Prawitz
 In der Nacht zum Dienstag ist die Kulmbacher Kulturlandschaft um ein großes musikalisches Talent ärmer geworden. Da nämlich verschafften sich Vollzugsbeamte im Auftrag der Regierung von Oberfranken Zutritt zur Wohnung der Familie Guliyeva, um einen Abschiebebefehl zu vollstrecken. "Die Ausreisepflicht war bereits seit langer Zeit aufgrund der negativen asylrechtlichen Bescheide des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge vollziehbar", hieß es. 

Mit der Mutter abgeschoben

Abgeschoben wurde aber nicht die komplette Familie, sondern lediglich die Mutter Naila Vahabova mit ihrer 13-jährigen Tochter Ofeliya Guliyeva. Ein herber Verlust für die Kulmbachs Musikwelt, bedauern viele, denn Ofeliya galt unter Experten als musikalisch hochbegabt.

"Höchstens alle zehn Jahre kommt jemand mit einer solchen Begabung zu mir ", sagt Renate von Hörsten, die Ofeliya an der städtischen Musikschule Klavierunterricht erteilte. "Sie wurde mit zwölf Jahren an mich verwiesen und spielte in diesem Alter schon ,Die Lerche' von Balakirev", schwärmt die Musiklehrerin. Als langjährige künstlerische Leiterin der Hofer Symphoniker und Regional-Ausschussvorsitzende von "Jugend musiziert" weiß sie, wovon sie spricht. "Mit 13 Jahren hat Ofeliya als Solistin den ,Karneval der Tiere' mit Orchester in der Stadthalle gespielt, normalerweise braucht man für so etwas viel Erfahrung." 
Renate von Hörsten zeigt sich sehr betroffen, hat sie doch die talentierte Schülerin erst vor Kurzem zum Wettbewerb "Jugend musiziert" im Januar angemeldet. "Auf dem Anmeldeformular war bei der Auswahl der Staatsbürgerschaft das Land Aserbaidschan nicht einmal vorgesehen", sagt sie und fürchtet nun, dass eine adäquate Förderung der hochbegabten Musikschülerin in ihrem Heimatland gar nicht möglich sein wird.
Mit Eigenkompositionen geglänzt

Ofeliya spielt aber nicht nur Klavier, sie glänzte auch in ihren jungen Jahren bereits mit Eigenkompositionen auf Konzerten und Schulveranstaltungen. "Ofeliya war für unsere Schule ein echter Gewinn, sie war einsatzbereit und persönlich wie sprachlich sehr gut integriert", äußert sich Ulrike Endres, die Schulleiterin des Caspar-Vischer-Gymnasiums, an dem das Mädchen die achte Klasse besuchte. "Ofeliya ist der Typus Schülerin, den man sich nur wünschen kann, mit guten Zukunftsperspektiven." 

"Sie wird uns fehlen"

Sie habe sich an der Schule sehr wohl gefühlt, einen Freundeskreis gefunden, sich nicht nur über ihr musikalisches Talent in die Schulgemeinschaft eingebracht. "Die Betroffenheit ist in der gesamten Schulfamilie sehr groß und wir waren überrascht, sie wird uns als Schülerin fehlen."

Einig sind sich Schüler, Lehrer und Schulleitung, in Absprache mit der abgeschobenen Familie alles zu unternehmen, um die Kinder weiter zu unterstützen. "Wir haben heute zunächst alle Schüler persönlich informiert, auch um Halbwahrheiten wie sie inzwischen in den sozialen Medien kursieren, entgegenzutreten", sagt Ulrike Endres.

Auch mit ihrer Singstimme konnte Ofeliya glänzen. Sie war unter anderem Mitglied im Chor der "Zamirsternchen" unter der Leitung von Barbara Baier. "Am Freitagabend war sie noch bei einem Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht", so die Chorleiterin. "Ich bin zutiefst erschüttert."
"Völlig unmenschlich"

Ofeliya sei eine Riesenkarriere als Pianistin genommen worden. Als Reaktion darauf wollen die "Zamirsternchen" am kommenden Montag bei einem kleinen Konzert im Rotmaincenter um 17 Uhr Ofelias Bild in Händen tragen und Unterschriften sammeln, denn Barbara Baier hält die Vorgehensweise für völlig unmenschlich. Ofeliyas Platz bleibt am Montag leer. 
-----
 Anm.d.Blog-Redaktion:
Dieser Blog-Artikel besteht aus Zwei Artikeln von inFranken.de 
-----
Hier die beiden Links der Artikel aus inFranken.de vom 23.11.2017 >>> 

----//----

Die Würde des Menschen ist unantastbar 
von links> Claus von Wagner, Max Uthoff und Dr. Dietrich Krauss

 ----//----

Kommentare

  1. Warum darf eine bestens integrierte Familie mit ausländischen Wurzeln nicht in Deutschland leben und die Gesellschaft bereichern? Warum wird sie auseinandergerissen und ein offensichtliches Ausnahmetalent deportiert? Warum reisst man Lücken in den Freundeskreis und schickt die Familie in eine ungewisse, bedrohliche Zukunft?
    Antwort: Weil Behördenmitarbeiter weder denken noch (mit)fühlen, sondern ausschließlich paragrafieren und "nach oben" buckeln. Dabei gelten Denkvermögen und Empathie doch als typisch menschliche Eigenschaften. Sogar Tiere verfügen darüber. Wenn diese Eigenschaften sichtbar nicht vorhanden sind, um welche schlichte Lebensform handelt es sich bei Behördenmitarbeitern?
    Sorry, das wird man ja wohl noch fragen dürfen!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen