Dortmunder Flüchtlingshelfer erhalten drastische Hass-Mails // Die bösartigen Menschen in Deutschland // Drei Tote, mindestens 16 Verletzte bei Sprengstoffanschlag in Kabul - DAZU ein Update


Hass-Post
Dortmunder Flüchtlingshelfer erhalten drastische Hass-Mails
"Ihr gehört vergewaltigt und umgebracht", "Dreckige Schweine seid ihr Hurensöhne", "Ihr habt uns diesen Abschaum ins Land geholt", "Leute wie Sie sollte man in die Psychiatrie bringen".

Hass-Posts und Mails an die Dortmunder Flüchtlingspaten


Dortmund.

Nach einer Demonstration gegen Abschiebungen erhalten die "Flüchtlingspaten Dortmund" Hass-Posts. Der Verein hat die Polizei eingeschaltet.

Zu Ämtern begleiten, bei der Wohnungssuche helfen und als Mensch da sein - ihre Arbeit erledigen die ehrenamtlichen Helfer des Ende 2015 gegründeten Vereins "Flüchtlingspaten Dortmund" im Stillen. Seit der Teilnahme eines Vereinsmitglieds an einer Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan ist die Ruhe vorbei.

Neben kritischen Fragen und Kritik erhielt der Vorstand der Flüchtlingspaten eine Virus-Attacke auf einen Computer und E-Mails voller Hass: "Ihr gehört vergewaltigt und umgebracht", "Dreckige Schweine seid ihr Hurensöhne", "Ihr habt uns diesen Abschaum ins Land geholt", "Leute wie Sie sollte man in die Psychiatrie bringen".
 
Demo gegen "zweite Verurteilung" durch Abschiebung

Der Hintergrund: Am 12. September wurden acht afghanische Männer von Düsseldorf aus mit einem Flugzeug nach Kabul abgeschoben. Darunter vier Männer aus NRW, die wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und räuberischen Diebstahls schuldig gesprochen worden sind. Den Transport hatte das Bundesinnenministerium organisiert.

Die Flüchtlingspaten bezeichnen eine Abschiebung von Straftätern nach Afghanistan als "zweite Verurteilung", weil das Land nach offizieller Aussage des Auswärtigen Amts nicht sicher sei. Sie machen Menschenrechte geltend.

Abschiebungen nach Afghanistan werden aktuell kontrovers diskutiert. Sigrid Czyrt und Volker Töbel vom Vorstand der Flüchtlingspaten waren selbst nicht bei der Demonstration am 12. September in Düsseldorf, sitzen aber am anderen Ende der Leitung, an der nach Medienberichten über den Protest am Flughafen die E-Mails eingegangen sind.

"Man hat das Gefühl, einer großen Gefahr ausgesetzt zu sein"

Sigrid Czyrt wollte gerade auf eine E-Mail antworten, als das elektronische Postfach immer mehr Eingänge auflistete - und der Computer abstürzte. Nach einem Neustart identifizierte ein Antivirenprogramm schädliche Software.

Geblieben ist der Hass, deren Absender mit dem Transparent "Flüchtlingspaten Dortmund - Abschiebung stoppen" im Internet schnell die E-Mail-Adresse des Vereins ermitteln konnten. "Zuerst kam mir diese Härte so unwirklich vor. Im ersten Moment hat das auch Angst ausgelöst, weil es eine Schwelle überschritten hat und persönlich gedroht wurde. Man hat das Gefühl, einer großen Gefahr ausgesetzt zu sein", beschreibt Sigrid Czyrt ihre erste Reaktion. Für die Beratungsstelle "Back Up" von Opfern rechtsextremer Gewalt ist das nicht neu.

Flüchtlingspatin stellt Strafanzeige wegen Kommentaren

Nahid Farshi, Vorsitzende des im April 2015 gegründeten Vereins "Projekt Ankommen", kennt Bedrohungen aus der Startphase ihres Vereins. Ziel von rassistischen Kommentaren sei auch die Facebookseite des Projekts gewesen. Wie bei den Flüchtlingspaten löschen auch die Administratoren aus dem Projekt Ankommen schnell beleidigende und rassistische Kommentare.

Sigrid Czyrt hat Strafanzeige gestellt. Ob Sätze wie "Ihr gehört umgebracht und vergewaltigt" tatsächlich strafbar sind, ist juristisch zu prüfen. Nicht jeder unter die Haut gehende Satz ist strafbar. Zu klären ist auch, ob der Name des Absenders tatsächlich existiert oder von einem Unbekannten benutzt wird. Auf eine Anfrage unserer Redaktion rief der Absender der Hass-E-Mail zurück und sagte: "Mach dich mal nicht so dick, sonst kriegst du was in die Fresse, bis das Blut spritzt."

Rückzug würden Täter als Sieg quittieren

Von Wut, Hass und Bedrohungen sind auch Gewerkschafter betroffen, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen. "Weiter Gesicht zeigen und nicht verunsichern lassen", rät DGB-Chefin Jutta Reiter. Einen Rückzug würden die Täter als Sieg quittieren. Jutta Reiter: "Man muss Betroffenen den Rücken stärken. Wenn sie merken, dass viele Unterstützer hinter ihnen stehen, dann wird das als hilfreich empfunden."

Polizeisprecher Oliver Peiler bittet die Empfänger solcher Hass-Mails, in jedem Fall eine Strafanzeige zu erstatten: "Das versetzt uns in die Lage, die Strafbarkeit zu prüfen und erste Ermittlungsansätze zu verfolgen. Die Absender dieser Diffamierungen wähnen sich häufig in der Anonymität und damit sicher vor Strafverfolgung. Eine trügerische Sicherheit, denn in Einzelfällen konnten die Urheber ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. Wir raten dazu, sämtliche Daten zu sichern und uns als Beweismaterial zur Verfügung zu stellen."
Hier der Link zum artikel der WAZ vom 28.09.2017 >>> 

Dazu >>>  


Stimme eines Flüchtlingspaten


... und ich kann nur darum bitten, sich zu solidarisieren. Gegen Fremdenhass, gegen Ausgrenzung, für Geflüchtete, für eine offene bunte Gesellschaft.
Im Jahr 2015 konnte ich kaum glauben, dass die Kanzlerin beschlossen hat, den Geflüchteten das Tor zu öffnen, dass es diese unglaubliche Menge an Hilfsangeboten und dieses riesige Engagement seitens der Zivilgesellschaft im ganzen Land gab. 
Frau Schayani sprach in einem Kommentar von dieser ominös großen Zahl. 6 Millionen. 6 Millionen Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzen. Sie sprach von einer regelrechten Bürgerbewegung.
Hier in Dortmund gab es die Drehscheibe, um Geflüchtete im ganzen Land zu verteilen, um der Lage Herr zu werden, die durch "Wir schaffen das!" in Gang gesetzt wurde.
Es wurden Vereine gegründet, wie den der Flüchtlingspaten Dortmund oder TrainOfHope Dortmund. Ich bin stolz darauf, den Flüchtlingspaten anzugehören und Mitglied der Pouya-Gruppe zu sein.
Heute ist es notwendig, gegen eine in Teilen unmenschliche Asylpolitik anzugehen, sich zu vernetzen, mehr denn je sich zu solidarisieren und auf die Straße zu gehen.
Es ist sehr bitter, dass man ausgerechnet hier im Land wieder für mehr Menschenrechte, für die Menschenwürde einstehen muss. Und es ist so bitter, dass den Geflüchteten so viele Steine in den Weg gelegt werden, sei es zum Thema Anerkennung, Familiennachzug, Abschiebung, Abschiebeknäste oder die absolut inakzeptable Verschärfung des Asylrechts ... Stück für Stück. 

Diesen Text hier möchte ich mit auf den Weg geben. Ich finde ihn sehr bezeichnend für die Situation der Geflüchteten, wie sie sich mir heute oft darstellt:

Auszug aus dem piqd-Post vom 28.9.2017 (Fabian Köhler): (Es geht um die Vergessenen auf Lesbos)
"Lesenswert ist der Text vor allem wegen der vielen eindringlichen Stimmen der Flüchtlinge. Denn zumindest die Kraft ihrer Worte haben sie auch nach anderthalb Jahren nicht verloren:
"…Wir kamen, weil wir verletzt und gefoltert wurden und uns in Lebensgefahr befanden. Aber anstatt uns Gnade zu gewähren, behandelt ihr uns wie Kriminelle. Stacheldraht und Gefängnisse sind nicht die richtigen Plätze für Geflüchtete. ... Im Winter sind Menschen in Moria an Kälte und Hunger gestorben. Viele froren monatelang in dünnen Zelten. Wir sahen unsere Familien neben uns sterben und ihr habt nichts unternommen. Wie könnt ihr es wagen, von Menschenrechten zu sprechen? Wie könnt ihr es wagen, von Menschlichkeit, Recht und Demokratie zu reden?" "

Nach dem Regierungswechsel in NRW und der gelaufenen Bundestagswahl sehe ich nicht gerade eine Vereinfachung der Verhältnisse für die Geflüchteten kommen.

Mehr Solidarität, mehr Öffentlichkeit, mehr Vernetzung. Das wird weiterhin und verstärkt mein Engagement in diesem Umfeld prägen. Auch das Aufbäumen gegen den Hass, wie wir ihn erst kürzlich als Flüchtlingspaten erfahren mussten, bekräftigt mich in einem "Jetzt erst recht!" - ICH VERTEIDIGE DIE FLÜCHTLINGS- UND MENSCHENRECHTE!


Ein Dortmunder Flüchtlingspate (Joachim Spehl - 30.09.2017)

Der Link zum Video https://www.facebook.com/tagesschau/videos/10155823196494407/

Dazu >>>  

Die bösartigen Menschen in Deutschland 
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"Mach dich mal nicht so dick, sonst kriegst du was in die Fresse, bis das Blut spritzt."
Der Artikel der WAZ macht uns mal wieder klar, dass es in Deutschland, so wie wir es lieben und erleben wollen, auch die komplett andere Seite gibt. Hohe Brutalität und gewaltbereit bis zum Anschlag. Unterschätzen dürfen wir das nicht. Unsere deutsche Geschichte, speziell die der letzen 100 Jahre sollte uns SEHR aufmerksam werden lassen, denn die bösartigen Menschen in Deutschland waren immer da und sie sind präsent, dass lässt sich ja in letzter Zeit und wie wir hier lesen können, ganz aktuell feststellen. 

Der Aufstieg der Rechten und der damit verbundene Hass, der dadurch geschürt wird und dem bereitwillig ein Teil unserer Gesellschaft folgt, sollte uns indes auch keine Angst machen, aber -- wir wollen das nicht durchgehen lassen, sondern es anprangern und ggf. auch zur Strafanzeige bringen. 
Wir lassen uns nicht wieder, wie schon einmal in der Geschichte unseres Landes, von solchen Dämagogen und Gewalttätern verführen.
Horst Berndt Sept. ´17

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Drei Tote bei Sprengstoffanschlag in Kabul - mindestens 16 Verletzte im  Cinema Pamir Bezirk in Kabul

Die Übersetzung des Artikels für den Blog präsentiert Katja Thiel 

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Three Killed In IED Blast In Kabul- Officials from the Ministry of Interior say at least 16 people were wounded in the explosion and two of them were police force members. (Originaltext aus Tolonews)



Hier der Original-Artikel von TOLOnews vom 28.09.2017 >>>
Afghanistan - Three Killed In IED Blast In Kabul / from 28.09.2017


Cinema Pamir Bezirk in Kabul, nach dem Anschlag
in der Nähe einer Moschee(28.09.2017)

Anm.d.Blog-Redaktion:
Übersetzung von Katja Thiel (29.09.2017)

Drei Tote  bei einem Sprengstoffanschlag in Kabul  

TOLOnews:  Staatsangestellte des Innenministeriums sagen, dass mindestens 16 Menschen bei der Explosion verletzt wurden und 2 von ihnen waren Polizeibeamte. Mindestens drei Menschen wurden bei dem Sprengstoff Angriff in der Nähe einer Moschee im Cinema Pamir Bezirk in Kabul am Donnerstag Abend getötet, so bestätigen es staatsbeamte des Innenministeriums.

 Zwei  Polizisten und ein Zivilist waren unter den Todesopfern, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Najib Danish, wobei er hinzufügt, dass 16 Menschen einschließlich der Zwei Polizisten bei dem Anschlag verletzt wurden. Er sagte, der Sprengstoff wäre an einem Polizeiauto befestigt gewesen, das sich in der Gegend ausserhalb einer Moschee befand. 

Es wird von Augenzeugenberichtet, dass sich zu dem Zeitpunkt des Anschlags viele Gläubige innerhalb und außerhalb der Moschee befanden. Dieser Vorfall ereignete sich direkt nach einem großen Raketen Angriff am Mittwoch auf den internationalen Flughafen in Kabul.

Katja Thiel Sept. ´17  


Dazu ein Update >>>  


Mindestens sechs Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag nahe einer schiitischen Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Der Attentäter hatte sich als Schäfer verkleidet.




© Reuters/O. Sobhani
Hier der Link zum Artikel von DW vom 29.09.2017 >>>

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.


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Kommentare

  1. Die Stimmung mancher Menschen hängt offenbar nicht vom Wetter ab. Sie sind übellaunig, sobald sie morgens die Augen aufschlagen. Vermutlich sogar schon nachts im Schlaf. Also ständig. Treffen Sie auf Menschen, die nicht von Selbsthass zerfressen sind, befreien sie Herz und Hirn wie ein Automat von allem substantiellen Restballast und können uns dann ungestört mit ihren hasserfüllten Verbalinjurien anwidern. Gut, dass die Dortmunder Strafanzeige erstattet haben!

    Die nach wie vor häufigen Anschläge in Afghanistan mit regemäßig vielen Toten und Verletzten sind in der letzten Zeit aus der Öffentlichkeit verschwunden.
    Die Lage in Afghanistan wird aber nicht besser sondern schlechter! Wir können meines Erachtens nicht danbar genug sein, dass das Schicksal uns an einen der sichersten Orte der Welt ausgesetzt hat! Möge es so bleiben! Mögen wir weiterhin in der komfortablen Lage sein, Menschen beizustehen, die unverschuldet kein so großes Glück hatten!

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    1. Liebe Lemiye, nein sie, die Meinung hängt in diesem Teil der Gesellschaft nicht vom Wetter ab. Das ist eben ein Dauertief, wenn wir im Bereich des Wetters bleiben wollen. Wie wir diese Menschen wieder in die friedliche Gesellschaft Deutschlands zurückintegrieren können, -- ich weiß es auch nicht, ganz ehrlich. Unter der dünnen Decke der Demokratie ließ die junge Republik in den Aufbaujahren zu, dass sich das übriggegliebene braune Wurzelwerk genau unter der dünnen Decke der jungen Demokratie ausbreiten konnte in der Gesellschaft, dies bis in die Familien hinein. Der Bogen, den ich hier in die Jetztzeit schlage ist groß, ich weiß, aber er ist die womöglich einzige Erklärung für das Erwachen dieser Bösartigkeiten, die wir allerorts derzeit erleben.

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