AUSGABE 250 - In eigener Sache ... // Innerhalb von 24 Stunden drei große Anschläge in Afghanistan - mindestens 94 Tote // WENN UNRECHT ZU RECHT WIRD ...

AUSGABE 250 

Auf Initiative von Dr. Dietrich Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner 

250 Tage haben wir jetzt täglich über das Thema berichtet - mit der Unterstützung von Ahmad Pouya fing alles an.

von links: Dr.Dietrich Krauß, Max Uthoff, Claus von Wagner


Kleine Erinnerung, ein toller offener Brief der Kabarettisten an Herrn Joachim Herrmann (Innenminister von Bayern), der auch hier im Blog jederzeit eingesehen werden kann.

Hier der Link zum >Offenen Brief< der Kabarettisten >>> 


Heute wollen wir dann auch erstmal mit dem aktuellen Stand fortfahren, der mit Ahmad Pouya zu tun hat. Sein Künstlervisum lief ja am 15.10.2017 ab. Wie der aktuelle Stand der Dinge ist, erfahren wir im Artikel von Zuflucht Kultur e.V. 


Der afghanische Musiker Ahmad Shakib Pouya hat mit festen Verträgen eine gute Chance, weiterhin in Deutschland künstlerisch tätig zu bleiben. Das teilte der Verein ‘Zuflucht Kultur’ heute mit.


Ahmad Pouya kurz vor der Wiedereinreise nach Deutschland in einer arte-Repotage

Der afghanische Musiker Ahmad Shakib Pouya hat mit festen Verträgen eine gute Chance, weiterhin in Deutschland künstlerisch tätig zu bleiben. Das teilte der Verein ‘Zuflucht Kultur’ heute mit. 
Momentan liege der Antrag der ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Köln zur Prüfung vor. Die Zustimmung der Behörden wird erwartet.

Seit seiner Rückkehr aus Kabul Mitte März 2017 war der afghanische Musiker in diversen Produktionen künstlerisch aktiv: mit festen Verträgen am Münchner Theater Schauburg, wo er die Hauptrolle des Ali in Rainer Werner Fassbinders Stück ‘Angst essen Seele’ auf übernahm, sowie bis 15. Oktober 2017 mit einem theaterpädagogischen Projekt am Staatstheater am Gärtnerplatz. 
Parallel trat er regelmäßig mit dem ‘Chor Zuflucht’ auf und war zuletzt in der Rolle des Zuniga in der Oper ‘Carmen’ zu erleben, einer Koproduktion von ‘Zuflucht Kultur’ und ‘Opera Incognita’ im ‘Mixed Munich Arts’ (MMA).

Da Pouyas Aufenthaltsrecht in Deutschland an ein Arbeitsvisum gekoppelt ist, war es essentiell wichtig, dass er weiterhin künstlerisch beschäftigt bleibt. 
Künstlerisch nicht nur deshalb, weil er dafür als Profi-Musiker bestens qualifiziert ist, sondern vor allem, weil eine ‘normale’ Tätigkeit für ihn asylrechtlich ausgeschlossen ist. Zwei direkt aufeinander folgende Verträge am ‘Jungen Theater Augsburg’ und am ‘Staatstheater Darmstadt’ ermöglichen ihm nun, diese Arbeit fortzuführen.
Das ‘Junge Theater Augsburg’, das Augsburger Kinder- und Jugendtheater, und Ahmad Shakib Pouya sind seit Jahren freundschaftlich verbunden. In Kontakt kamen sie über Pouyas Engagement bei dem interkulturellen Leuchtturmprojekt ‘Grandhotel Cosmopolis’. Zusammen mit Ramadan Ali tourte Pouya mit der viel beachteten ‘Junge-Theater’-Produktion ‘Rotkäppchen auf der Flucht’ drei Jahre lang durch bayerische Klassenzimmer. 
Das ‘Junge Theater’ plant nun nicht nur eine Wiederaufnahme von ‘Rotkäppchen auf der Flucht’. Pouya wird auch an der Fortsetzung von ‘MutBürger’ beteiligt sein. In diesem Bürgerbühnen-Stück berichteten jugendliche Asylbewerber im Sommer 2016 von ihren Fluchterfahrungen und der schwierigen Suche nach einer neuen Heimat in Deutschland. Jetzt geht das Junge Theater der Frage nach, wie es für diese Jugendlichen weiterging. Die Premiere ist im Januar 2018.
Ende Januar 2018 wechselt der afghanische Künstler an das Staatstheater Darmstadt. Der dortige Schauspieldirektor Oliver Brunner hat ihm einen Projektvertrag für ‘Sein Name ist Nasrullah: Sieg Gottes’ angeboten. Die Produktion für zwei Schauspieler und drei Musiker erzählt die Geschichte des Zusammenpralls von Orient und Okzident anhand des Schicksals von Nasrullah, eines afghanischen Asylbewerbers. Das übertitelte Stück wird in Dari gespielt, einer in Afghanistan gesprochenen Variante des Persischen. Pouya übernimmt eine der drei musikalischen Hauptrollen, die gleichzeitig stark schauspielerisch akzentuiert sind. Die Uraufführung ist am 16. März 2018.
Hier der Link zum Artikel von pizzicato vom 16.10.2017 >>> 

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Selbstmordattentate
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Innerhalb von 24 Stunden drei große Anschläge in Afghanistan  
 
Bei Anschlägen in Afghanistan sind am Freitag und Samstag mindestens 94 Menschen getötet worden. Die Anschläge zielten vor allem auf Schiiten ab, aber auch auf Soldaten
Stadtansicht von Kabul (Archivbild 2012). (Foto: dpa)

In einer Moschee im Westen von Kabul hat mutmaßlich ein Selbstmordattentäter eine Bombe gezündet und mindestens 56 Menschen getötet. Der sogenannte IS hat sich zu der Tat bekannt.

In der Provinz Ghor im Zentrum des Landes kam es kurz darauf ebenfalls zu einem Anschlag. Dort kamen mindestens 33 Menschen ums Leben.

Bei einem Attentat am Samstag wurden mindestens 15 afghanische Rekruten beim Verlassen der Kabuler Militärakademie getötet. 
Bei Anschlägen in Afghanistan sind am Freitag und Samstag mindestens 94 Menschen getötet worden. Die Anschläge zielten vor allem auf Schiiten ab, aber auch auf Soldaten: In Kabul tötete ein Selbstmordattentäter mindestens 15 afghanische Rekruten, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die jungen Soldaten hätten in einem Kleinbus die Militärakademie verlassen und seien von einem Attentäter, der zu Fuß unterwegs war, angegriffen worden.

Davor sind bei Anschlägen auf zwei schiitische Moscheen mindestens 89 Menschen getötet worden. In der Imam-Zaman-Moschee im Westen der Hauptstadt Kabul hat vermutlich ein Selbstmordattentäter eine Bombe gezündet. Wenig später wurde ein Attentat auf eine Moschee in der Provinz Ghor im Zentrum des Landes gemeldet.



Nach dem Anschlag auf die Kabuler Moschee war zunächst von einer Explosion die Rede, andere Quellen berichteten, ein Bewaffneter habe während des Freitagsgebets in die Menge geschossen. 
Die IS-Miliz hat sich zu dem Anschlag bekannt und angegeben, der Täter habe eine Sprengstoffweste getragen. Die Zahl der Todesopfer ist bis Samstagmorgen auf mindestens 56 gestiegen. Die ersten Toten wurden bereits beigesetzt. Weitere 55 Menschen seien bei der Attacke vom Freitag verletzt worden, sagt Hafisullah Hafis, Sprecher des Innenministeriums.

In der Provinz Ghor sind mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen, berichtet die örtliche Polizei. Dort soll ein führender Politiker unter den Toten sein. Er war erbitterter Gegner der Taliban und könnte den Behörden zufolge das Ziel des Anschlags gewesen sein.

Schiiten immer wieder Ziel von Anschlägen

Es ist bereits der dritte Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul binnen zwei Monaten. Ende September waren bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet worden, Ende August starben bei einem weiteren Anschlag mindestens 28 Menschen. Ein ähnliches Attentat gab es Anfang August auch in der westafghanischen Stadt Herat, damals kamen 29 Menschen ums Leben. Meist fanden die Anschläge während des Freitagsgebets oder eines hohen muslimischen Feiertags statt. Die vergangenen Attentate hat die Terrormiliz Islamischer Staat ebenfalls für sich reklamiert.
In den vergangenen Wochen hat die US-Luftwaffe angesichts des Wiedererstarkens der Islamisten vermehrt Einsätze in Afghanistan geflogen. In einem Bericht der Streitkräfte heißt es, der September sei ein "Rekordmonat" gewesen für abgefeuerte Munition in Afghanistan seit 2012, "mit 751 Geschossen gegen Taliban und (die Terrormiliz) Islamischer Staat". 

Hier der Link zum Artikel der SZ vom 21.10.2017 >>> 

Dazu >>  
WENN UNRECHT ZU RECHT WIRD ...

Wenn wir den neuen Artikel der SZ lesen, dann wissen wir alle, das Afghanistan nirgendwo sicher ist. Das unsere Medien nur noch am Rande über die Entwicklung dort berichten, lässt auch tief blicken. Taliban und IS werden dort immer aktiver, aber die Berichterstattung über und aus Afghanistan nimmt stetig ab. Da tun sich besonders ARD und ZDF sehr negativ hervor. 

In dieser Situation, ja - wir reden hier von Krieg, von was denn sonst, will also die Bundesrepublik Deutschland am 24.10.2017 ab Leipzig mal wieder Menschen deportieren, direkt ins Kriegsland Afghanistan. Das ist nur noch verachtenswert und komplett inhuman. Gefährder, Kriminelle und Identitätsverweigerer - weit gefehlt, unser Staat belügt uns - denn ein sehr aktueller Fall, der uns vorliegt und längst klar bestätigt ist und von einer berliner Anwältin betreut wird, mit der wir in steten Kontakt stehen, versucht nun das unglaubliche Unrecht zu stoppen, was unser Staat zu verantworten hat. 
Denn dieser junge Mann ist nachweislich weder ein Gefährder oder Krimineller, noch ein sog. Identitätsverweigerer. Man versucht hier unter dem Deckmantel dieser Titel jemanden zu deportieren, der das Land Afghanistan noch nie gesehen hat. Mehr dazu in den Berichten im Blog der letzten Tage. 
Horst Berndt 21.10.´17

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.
von links: Claus von Wagner, Max Uthoff, Dr. Dietrich Krauß 

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Kommentare

  1. Anfangs habe auch ich mich der Begriffe "Rückführung" und "Abschiebung" bedient, weil ich blauäugig genug war zu glauben, sie bezeichneten exakt den Sachverhalt. Je besser ich über "Rückführungen" und "Abschiebungen" informiert bin, umso klarer ist mir, dass es sich bei den Begriffen um euphemistische Volksverdummung und bei dem Sachverhalt um grundrechtswidrige, mmenschenverachtende, unsere Gesellschaftsordnung gefährdende Deportationen handelt: Zerstörung von Menschenleben per Verwaltungsakt!

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