WARNUNG - der Text ist extrem schonungslos: LIBYEN - Horror in Libyen - Geflüchtete berichten von Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit - Dazu: Was haben >DIE TOTEN HOSEN< mit Oxfam zu tun? // Auf ein Wort - Liebe EU und auch andere Staaten ...


Libyen


Horror in Libyen: Geflüchtete berichten von Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit

Wir haben Geflüchtete interviewt, die aus Libyen nach Sizilien entkommen sind. Die Aussagen zeichnen ein Bild der erschreckenden Umstände, denen Flüchtlinge und andere Migranten in Libyen ausgesetzt sind. Die EU darf Menschen in Not nicht daran hindern, Libyen in Richtung Europa zu verlassen.

Jamal, 23, aus Mogadischu in Somalia, blickt auf das Meer, nachdem er der Al-Shabaab-Miliz entkommen ist und eine grauenvolle Reise durch Libyen hinter sich gebracht hat. Ende Mai kam er in Italien an.

Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit gehören zum Alltag vieler afrikanischer Geflüchteter in Libyen. Das zeigt der Bericht „You aren't human any more“, den Oxfam gemeinsam mit den italienischen Partnerorganisationen MEDU und Borderline Sicilia herausgegeben hat.

Der Bericht beruht auf Interviews mit Geflüchteten, die von Libyen aus Sizilien erreicht haben. Mehrere Befragte berichteten übereinstimmend, von Banden in unterirdischen Kerkern gefangen gehalten worden zu sein, um von ihren Familien Lösegeld zu erpressen. Ein senegalesischer Teenager gibt an, aus einer Zelle voller Leichen entkommen zu sein, andere wurden regelmäßig geschlagen und mussten monatelang hungern.

Italien und die übrigen EU-Staaten müssen von politischen Initiativen absehen, mit denen Menschen in Not daran gehindert werden sollen, Libyen in Richtung Europa zu verlassen.



Sexuelle Gewalt

158 Interviews mit 31 Frauen und 127 Männern, die Oxfam und Partnerorganisationen mit Geflüchteten in Sizilien geführt haben, zeichnen ein dramatisches Bild der Lage in Libyen:

Nahezu alle befragten Frauen haben sexuelle Gewalt erlebt. Die 28-jährige Esther aus Nigeria beispielsweise berichtet von ihren Erinnerungen über die Zeit, in der sie fünf Monate lang mit ihrer Schwester in einem Gefängnis in Zawia in Libyen eingesperrt war:

„Männer in Uniformen waren gewalttätig und mit Pistolen, Eisenstangen und Stöcken bewaffnet. Sie wollten Erpressungsgeld. Sie verprügelten jeden Teil meines Körpers und zwangen mich dazu, an sexueller Gewalt gegen die anderen Frauen mitzuwirken. Ich habe Narben an meinem Kopf und an meinem rechten Arm. Wegen der Schläge, unter denen ich litt, verlor ich mein ungeborenes Kind. Meine Schwester starb aufgrund der Misshandlungen. Ich verlor eine Menge Blut, ohne jegliche Hilfe bekommen zu haben.“


"Sie verprügelten jeden Teil meines Körpers und zwangen mich dazu, an sexueller Gewalt gegen die anderen Frauen mitzuwirken."
Esther, 28, aus Nigeria


Folter und Mord

74 Prozent der Geflüchteten sagten aus, Folter und/oder Mord an Reisegefährten beobachtet zu haben; 84 Prozent berichteten, selbst Opfer unmenschlicher und entwürdigender Behandlung wie körperlicher Gewalt oder Folter geworden zu sein.

Der 18-jährige Lamine aus Senegal erzählt davon, wie er neben Leichen in einer Zelle in Tripoli eingesperrt war:

„Als ich gefangen wurde, schlugen sie mit einem Gewehr auf meinen Kopf. Ich fing an zu bluten und wurde bewusstlos. Als ich aufwachte, dachte ich, ich sei tot. Überall war Blut. Ich befand mich in einer Zelle mit anderen Menschen – und Leichen. Ich sah einen Soldaten, wie er einem anderen Mann die Nase brach und ihn so sehr verprügelte, dass er sein Augenlicht verlor. Sie brachen meinen Finger und verletzten mein Bein mit einem Messer. Ich verharrte dort für drei Wochen. Eines Tages, als niemand schaute, konnte ich durch das Fenster im Badezimmer fliehen.“



"Als ich aufwachte, dachte ich, ich sei tot. Überall war Blut. Ich befand mich in einer Zelle mit anderen Menschen – und Leichen."

Lamine, 18, aus Senegal


Nahrung und Wasser verweigert

80 Prozent der Befragten gaben an, ihnen sei in Libyen regelmäßig Nahrung und Wasser verweigert worden.

„Als wir in Sabah in Libyen angekommen waren, wurde ich ins sogenannte Ghetto gebracht – ein großes Haus ohne Fenster, in dem 300 Afrikaner festgehalten wurden“, erzählt der 18-jährige Peter aus Nigeria. „Es war schrecklich. Jeden Tag ist jemand gestorben. Es gab nicht genug Platz zum Schlafen, es gab kein Trinkwasser und das Essen war verdorben.“

„Sie gaben uns ein Telefon, um unsere Familien anzurufen, die wir um Geld bitten sollten. Wenn man keine 1.500 libysche Dinar (ca. 1.000 Euro) zahlen konnte, wurde man weiter im Haus gehalten und geschlagen. Ich habe ein paar Leute kennen gelernt, die dort sechs Monate bleiben mussten, weil sie nicht zahlen konnten. Ich selbst habe fünf Menschen im Ghetto wegen des Essensmangels sterben sehen – und durch Schusswunden, die sehr häufig waren. Ich musste drei Wochen bleiben, bis ein Freund von mir das Lösegeld zahlte – dann kam ich frei.“


"Es gab nicht genug Platz zum Schlafen, es gab kein Trinkwasser und das Essen war verdorben."
Peter, 18, aus Nigeria


EU darf Menschen nicht von Flucht abhalten

Diese Aussagen zeichnen ein Bild der erschreckenden Umstände, denen Flüchtlinge und andere Migranten in Libyen ausgesetzt sind. Sie sind eine bittere Anklage gegen die Versuche der EU, Menschen von der Flucht vor Gewalt, Sklaverei und Tod abzuhalten.

Es geht um Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut geflohen sind und die in Libyen unter unzumutbaren Bedingungen leben.

Die EU muss sichere Korridore schaffen, über die diese Menschen nach Europa kommen können und ein faires und transparentes Asylverfahren erhalten.


Hier der Link zum Artikel von OXFAM vom 09.08.2017 >>>

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Oxfams Botschafter und Freunde

Heike Makatsch

Heike Makatsch
Heike Makatsch, eine der erfolgreichsten und beliebtesten deutschen Schauspielerinnen, ist seit dem Frühjahr 2006 Oxfam-Botschafterin.


Die Toten Hosen 

Die Toten Hosen
Campino, Andi und Breiti von den Toten Hosen, eine der erfolgreichsten deutschen Rock-Bands, reisten im März 2007 gemeinsam mit Oxfam nach Uganda, Sambia und Malawi.


Beginner 

Beginner
Die derbste Band der Welt ist zurück und nimmt neben ihrem großen Herzen, den Pauken und Trompeten auch noch Oxfam mit auf Tour! Das klingt in unseren Ohren wie ein Liebeslied für Steuergerechtigkeit und mehr Teilhabe.

Die Band Coldplay

Coldplay
Seit unglaublichen 15 Jahren steht die Band um Chris Martin an unserer Seite und unterstützt Oxfams politische Arbeit.

Ole Plogstedt, Kampagnen-Botschafter 

Ole Plogstedt
Neue Rezepte gegen Armut – mit Ole Plogstedt und dem Mahlzeit!-Team.


Editors 

Editors
Zehn Jahre ist ihr mittlerweile legendäres Debütalbum "The Back Room" alt. Anfang des Monats erschien nun ihr fünftes Werk, "In Dream", und die Editors besitzen immer noch genauso viel Energie wie zu Beginn ihrer großartigen Karriere. Die Band wird auch nicht müde, Oxfam zu unterstützen.

Jan Delay 

Jan Delay
„Ich hab Liebe für 'nen guten Zweck“ – so singt Jan Delay auf seinem neuen Album „Hammer & Michel“ und meint es ernst.


Beatsteaks 

Beatsteaks
Die fantastischen Beatsteaks haben ein wunderbares neues Album herausgebracht und begeben sich ab November auf große Hallentournee, um ihre Lieder live vorzustellen. Das allein wäre schon Grund genug zur Freude...

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In Libyen herrschen Zustände wie im KZ

In libyschen Internierungslagern für Flüchtlinge herrschen menschenverachtende Zustände. Das bestätigt ein vertrauliches Besuchsprotokoll, das EU-Diplomaten nach ihrer Visite im Flüchtlingslager Tarek al-Sika in Tripolis an die Brüsseler Zentrale geschickt haben. Das Protokoll liegt dem SPIEGEL vor. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Ein Lager in Libyen 

EU beklagt erschütternde Zustände in libyschen Flüchtlingslagern

Überfüllt, karg, dreckig: Ein EU-Protokoll, das dem SPIEGEL vorliegt, dokumentiert die unwürdigen Bedingungen in libyschen Flüchtlingslagern. Tausende Menschen sind hier interniert.

"Der Zustand bestätigt die Erwartungen - schlechte sanitäre Verhältnisse, vom Platz her und der Hygiene ungeeignet, um über tausend Flüchtlinge in Haft zu halten", heißt es darin. Die Lebensbedingungen seien äußerst karg - "und die kleine Stelle zur Arzneimittelausgabe ist ein trauriger Anblick".

Der Zustand in den Lagern war in der Vergangenheit immer wieder von Flüchtlingshelfern und Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen kritisiert worden (Lesen Sie hier ein Interview mit dem Deutschlandchef von Ärzte ohne Grenzen zu den Bedingungen in Libyen und auf dem Mittelmeer). Deutsche Diplomaten sprachen bereits von "KZ-ähnlichen" Zuständen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuletzt gefordert, von der Europäischen Union oder den Vereinten Nationen betriebene Flüchtlingslager in Libyen einzurichten, um zu verhindern, dass die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien kommen, weiter steigt. SPD-Parteichef Martin Schulz hält solche Lager dagegen aktuell "für nicht machbar".

Auch der Vorsitzende Chef des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, David McAllister (CDU), lehnt Lager in Libyen ab, kann sich aber Registrierungsstellen für Flüchtlinge in angrenzenden Ländern wie Niger und Tschad vorstellen. Die EU plant derzeit keine eigenen Einrichtungen in Nordafrika, sie prüft aber eine Hilfsmission, um Libyen dabei zu unterstützen, seine südliche Grenze zu sichern.


"Wir wollen nur noch zurück nach Hause"

Die EU-Diplomaten protokollierten auch Gespräche mit Flüchtlingen im Internierungslager Tarek al-Sika. Viele von ihnen sind seit Monaten dort eingesperrt, manche bereits länger als ein Jahr. Die Migranten berichten von Misshandlungen auf ihrer Reise in den Norden Afrikas, viele hatten ihre wenigen Habseligkeiten längst verloren, bevor sie in dem Lager strandeten: Geld, Handy, Pass.

Libysche Gesprächspartner berichteten den EU-Besuchern, dass manche Flüchtlinge in inoffiziellen Lagern oft so lange festgehalten würden, bis sie Lösegeld zahlten. "Migranten werden offenbar manchmal sogar zwischen den Lagern hin und her verkauft", heißt es in dem Bericht von Mitte April.

Viele der Flüchtlinge bereuen nach Angaben der EU-Diplomaten mittlerweile ihre Reise in den Norden. "Wir waren wohl verwirrt", antwortete eine Chemielehrerin aus Nigeria auf die Frage, warum sie ihre drei Kinder zurückgelassen habe, um sich auf die gefährliche Fahrt zu machen. "Wir wollen nur noch zurück nach Hause", sagte ein anderer.


Hier der Link zum Artikel von Spiegel-Online vom 05.08.2017 >>>
EU beklagt erschütternde Zustände in libyschen Flüchtlingslagern / Spiegel-Online vom 05.08.2017

Anm.d.Blog-Redaktion: Wir verzichten auf Fotos, die das Leid und die Grausamkeiten, die dort in den Lagern passieren, z.T. auch an Kindern, überwiegend an Frauen, aber auch an Männern, weil wir es den Leserinnen und Lesern nicht zumuten wollen. 

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von Horst Berndt

Liebe EU und auch andere Staaten, wie z.B. die USA usw... 

was laßt ihr denn hier zu, wer sich so wie ihr verhält, ist unwürdig einen Friedensnobelpreis zu erhalten. Die EU und auch der letzte Präsident der USA sollten sich wirklich schämen.

Die reichsten Staaten der Welt - sehen zu wie solche "Staaten" wie Libyen ins Chaos gestürzt werden. Dabei waren es mal wieder westliche Interessen, die erstmal dazu führten, dass Libyen zerstört wurde, ein sogenannter Failstate wurde vorsätzlich mit militärischen Mitteln produziert. Anders kann man es ja wohl kaum formulieren, dies unter Beteiligung europäischer Staaten. Die USA als Führungsmacht haben einen gewaltigen Anteil daran, das dieses Land zerstört wurde. 

Jetzt - regen sich einige sog. Europäer darüber auf, dass Menschen aus afrikanischen Staaten flüchten, über die Ursachen kann man auch trefflich reden, auch hier sind wieder die sogenannten westlichen Wohlstandsstaaten stark beteiligt, es werden bald noch andere Flüchtlinge (Menschen) hinzukommen, wir können sie jetzt schon als Klima-Flüchtlinge bezeichnen. Die Politiker wissen das alles schon lange. 

Die unglaubliche Menschenverachtung, die sich quasi durch die gesamte westlichen (reiche) Welt zieht und ganz offen auf extreme Abschottung abzielt (Festung Europa), wird Schiffbruch erleiden. 

Entwicklungshilfe - wie lange geben wir denn schon den Tropfen auf dem heißen Stein, das Feigenblatt der reichen Länder, zuwenig zum Leben, zuviel zum Sterben. Jahrzehntelang wird das schon so gehandhabt. 

Wir lassen die Menschen, die unsere Hilfe benötigen, einfach direkt vor unserer Haustür sterben. Was für Werte, welche Werte genau werden denn von der EU vertreten. Das es überhaupt noch Politiker gibt, die das Wort >Werte< in den Mund nehmen bzgl. der westlichen Gesellschaften, ist schon ein gewaltiger Hohn. 

Es werden wohl wieder die einfachen Menschen sein, wie immer, die dem grausigem Treiben ein Ende machen müssen. Die Politiker und auch die Nationalen, die der Abschottung zugetan sind, werden nichts für die Würde des Menschen tun, die unsere Hilfe benötigt. 
Horst Berndt Sept.´17 

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