Die Geheimhaltung um die für die Deportation ausgesuchten afghanischen Flüchtlinge ist unsäglich! - Auf ein Wort von Lemyie // Porträt: Fotograf und Helfer Erik Marquardt


Die Geheimhaltung um die für die Deportation ausgesuchten afghanischen Flüchtlinge ist unsäglich!
von Lemyie 

Anmerkung der Blog-Redaktion:
Zum Zeitpunkt, als der Text geschrieben wurde, waren die Zahlen und Angaben über die Abgeschobenen noch völlig unklar und widersprüchlich! Mittlerweile haben diverse Medien Angaben dazu verbreitet.

Es ist immer noch nicht klar, wie viele Afghanen am Dienstagabend in den Flieger nach Kabul gesetzt wurden. Die Angaben darüber gehen auseinander. Fest steht, dass es sich im Gegensatz zu den Behauptungen des bayrischen Innenministers nicht ausschließlich um Straftäter gehandelt hat.


 Abschiebungen werden geheim gehalten
 

Die Geheimhaltung um die für die Deportation ausgesuchten afghanischen Flüchtlinge ist unsäglich! Niemand weiß, wer wann abgeholt wird; der Flüchtling selbst erfährt es erst im Moment seiner Festnahme. Damit soll offenkundig verhindert werden, dass Helfer mit ausdrücklich legalen Mitteln die Deporation verhindern. In meinen Augen ist das ein weiterer Fall von Rechtsbeugung!

Dass sich die Bundesregierung von ihrem Deportationswahn durch die Expertisen von Fachleuten wie Thomas Ruttig uns selbst von Lageberichten der UNO nicht abbringen lässt, muss man momentan zähneknirschend zur Kentnis nehmen. Aber selbst der Lagebericht des Auswärtigen Amtes selbst würde Deportationen in das afghanische Kriegschaos eigentlich ausschließen. 


Es bedarf schon einiger sprachlicher Verdrehungen, um den Schein von Legitimität zu erwecken. So erkent auch das AA, dass das Land von schweren Kämpfen und Gewalt gezeichnet ist und es keine sicheren Gebiete gibt. Vor allem Fahrten über Land seien brandgefährlich. Die UNO weist nach, dass Gewalt und schwerste Menschenrechtsverletzungen alltäglich sind und dass sich die Zahl der zivilen Opfer im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Systematische Misshandlungen und Folter sind hinreichend bewiesen.

Dessen ungeachtet behauptet das AA ohne jeden Beleg, die Zahl der zivilen Opfer sei "ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres" geblieben und die unmittelbar militante Bedrohung für die Zivilbevölkerung sei "niedrig".

Die allgemeine Abschiebe"politik" der Bundesregierung mag in manchen Teilen diskussionswürdig sein. Dass wir, der eigentliche Souverän, permanent von unseren Volksvertretern belogen und hinters Licht geführt werden zum Nachteil vor allem der geflüchteten, Schutz suchenden Menschen, ist absolut nicht hinnehmbar! Ich verlange mit vielen nderen Bürgern dieses Landes, dass die Volksvertreter endlich zur Wahrheit zurückkehren. Nur so ist uns Bürgern die adäquate Teilhabe an politischen (Entscheidungs-)Prozessen möglich!

 Lemyie Sept. ´17
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Porträt: Fotograf und Helfer Erik Marquardt 


Erik Marquardt ist Fotograf und dokumentiert unter anderem HIlfseinsätze auf der Fluchtroute im Mittelmeer und die kilometerlangen Märsche von Geflüchteten. Ein Porträt. 


Hier der Link zum Video vom NDR v. 03.08.2017 >>>
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz. 
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