Afghanistan - Zahl getöteter Zivilisten durch Luftangriffe nennt UNO "inakzeptabel" // Afghanistan - Gelungene Integration in Tangerhütte/Sachsen-Anhalt // Lager in Griechenland: Die Helfer müssen gehen, die Flüchtlinge und die Angst bleiben


Afghanistan


Zahl getöteter Zivilisten durch Luftangriffe nennt UNO "inakzeptabel"



Die Vereinten Nationen haben den Tod von mindestens 28 Zivilisten durch Luftangriffe auf radikalislamische Taliban in dieser Woche als inakzeptabel bezeichnet.




Der UNO-Sondergesandte für Afghanistan nennt
die Zahl der durch Luftangriffe getöteten
Zivilisten "inakzeptabel". (AFP / Bay Ismoyo)

Die Vereinten Nationen haben den Tod von mindestens 28 Zivilisten durch Luftangriffe auf radikalislamische Taliban in dieser Woche als inakzeptabel bezeichnet.

Außerdem seien 16 Kinder und Frauen verletzt worden, heißt es in dem in Kabul veröffentlichten Untersuchungsbericht. Alle Kriegsparteien müssten ihre Verpflichtung ernst nehmen, Zivilisten zu schützen, forderte der UNO-Spezialgesandte für Afghanistan, Yamamoto.


Die US-Armee und die afghanischen Streitkräfte fliegen seit Monaten immer mehr Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der erstarkenden Taliban und der IS-Terrormiliz. Bis Mitte August verdoppelte sich allein die Zahl der US-Luftschläge im Vergleich zum Vorjahr auf 2.200.


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Afghanistan

Afghanistan-Tangerhütte 

(Stadt in Sachsen-Anhalt)
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Gelungene Integration in Tangerhütte
Stadt in Sachsen-Anhalt

Die Faslis sind eine neunköpfige Familie aus Afghanistan. Seit zwei Jahren leben sie in Tangerhütte. Das Netzwerk "Neue Nachbarn" hat sie unterstützt. Die Integration in Tangerhütte funktioniert, sagt der Bürgermeister.
 Das Netzwerk "Neue Nachbarn" hilft konkret bei der Integration.
Ein tolles Vorbild und Beispiel aus Sachsen-Anhalt


Hier der Link zum Video vom mdr vom 03.09.2017 (02.47min.) >>>
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Griechenland 

Lager in Griechenland Die Helfer müssen gehen, die Flüchtlinge und die Angst bleiben

Von der EU gibt es kein Geld mehr: Deshalb ziehen Hilfsorganisationen aus den Flüchtlingslagern in Griechenland ab. Jetzt übernehmen die lokalen Behörden - und vielen Bewohnern der Camps schwant Böses.

 Flüchtlinge vor dem Erstaufnahmelager Moria auf Lesbos:
Die Hilfsorganisation Ärzte der Welt hat sich
auf dem Camp zurückgezogen.

 Das Leben ist ohnehin hart für die rund 12.000 Migranten, die in den Erstaufnahmelagern auf den griechischen ägäischen Inseln leben. Die Camps sind überfüllt, es treffen trotzdem immer wieder neue Flüchtlinge dort ein. Und nun kommt es für die Asylsuchenden in den Lagern auf Lesbos, Samos, Kos, Chios oder Leros noch schlimmer.

Denn viele internationale Organisation sind gezwungen, ihre Unterstützung zu reduzieren - oder sich komplett von den Inseln zurückzuziehen, wenn sie nicht von anderswo Geld auftreiben. Der Grund: Ende Juli stoppte die EU die direkte Finanzierung der NGOs. Stattdessen sollen nun griechische Agenturen die Betreuung der Menschen übernehmen.
Doch der Betreuungswechsel verläuft nicht reibungslos. Nikitas Kanakis, Leiter der Hilfsorganisation Ärzte der Welt, erfuhr im Mai, dass seine Organisation in Moria, dem größten Erstaufnahmelager von Lesbos, nicht mehr benötigt werde. Stattdessen werde das Zentrum für Krankheitskontrolle, eine staatliche Behörde, übernehmen. Kanakis machte die Nachricht fassungslos: "Es gab keine Vorbereitung, keinen Plan, keine Diskussion darüber, nichts. Ich habe mir sofort Sorgen um die Qualität der medizinischen Betreuung der Migranten gemacht." 
 Lager in Griechenland


Drei Monate später scheinen sich die Befürchtungen zu bestätigen. Ärzte der Welt hatte neun Mediziner in Moria im Einsatz. Sie untersuchten die neu eingetroffenen Migranten und betreuten sie. Jetzt gibt es nur noch vier vom griechischen Staat bezahlte Ärzte, die auch nur Zeitverträge haben.

Bereits jetzt gebe es einen Rückstau von 500 nicht bearbeiteten Fällen, berichtet Dimitris Papandreou von Ärzte der Welt über die Lage auf Lesbos. Immer mehr Migranten würden deshalb staatliche Krankenhäuser in der Inselhauptstadt Mytilini aufsuchen. Doch wie die meisten Kliniken in Griechenlands ist auch dieses Krankenhaus chronisch unterbesetzt und unterfinanziert.

Von Januar 2015 bis Februar 2017 betreute die Organisation insgesamt 68.000 Migranten. Dank finanzieller Hilfe der Schweizer Regierung ist Ärzte der Welt auf Lesbos noch im Camp Kara Tepe aktiv, wo Familien betreut werden.
"Wer erfährt jetzt, wenn etwas schiefgeht?"
Griechenland hatte die EU schon seit Längerem bedrängt, dass sie die meisten Aufgaben in der Flüchtlingskrise übernehmen wolle. Der Regierung ging es offenbar ums Prestige. Denn Griechenland fühlt sich wie ein Entwicklungsland behandelt, das NGOs braucht, um einfachste Dienstleistungen gewährleisten zu können. Athen argumentierte zudem, dass die immer größer werdende Anzahl der Hilfsorganisationen auch für mehr Koordinationsprobleme sorgten. Eine zentrale Planung sei effektiver, so die Linie.

Kanakis von Ärzte der Welt sieht aber noch ein anderes Motiv: "NGOs beobachten Missstände, beschweren sich und berichten es den Medien. Wenn aber jetzt alles von der Regierung kontrolliert wird - wer erfährt dann, wenn etwas schiefgeht?"

Auch die Bewohner der Lager sind frustriert. "Wir vertrauten den Mitarbeitern der NGOs", sagt Mahmud, ein 32-jähriger Flüchtling aus dem Irak. Er lebt seit mehr als einem Jahr im Camp Moria.

"Es war schwer, ihnen zu sagen, dass wir abreisen", berichtet auch Helfer Papandreou. "Die Migranten fragten: 'Wer kümmert sich jetzt um uns?' Doch wir konnten keine zuverlässige Antwort geben."

Ende August lebten nach offiziellen Angaben der Behörden mehr als 62.000 Flüchtlinge in Griechenland, 4000 mehr als im Vorjahr. Die meisten Kinder unter ihnen gehen nicht zur Schule, Arbeitsplätze sind rar. 
Eine vor Kurzem vorgenommene Umstellung von Sach- auf Geldleistungen wird von vielen Asylsuchenden kritisiert. "Ich bekomme fünf Euro pro Tag von der Regierung. Aber schon eine Hin- und Rückfahrt mit dem Bus in die Stadt kostet acht Euro", sagt Asef aus Afghanistan. Er lebt in einem Lager außerhalb von Athen. 


Mehr Flüchtlinge aus der Türkei

Was die Lage in den griechischen Aufnahmecamps noch erschwert: Aus der Türkei trafen in diesem Jahr bereits mehr als 14.000 Flüchtlinge ein. Am 21. August kamen sogar 512 Migranten - fünfmal so viele wie die durchschnittliche Tagesquote.

Die meisten von ihnen kamen auf der Insel Chios an, die unmittelbar vor der türkischen Küstenstadt Cesme liegt, einer Touristenhochburg.
Er habe mit dieser Entwicklung gerechnet, sagt Giorgos Karamanis, Vizebürgermeister von Chios: Während der Hauptsaison würden die Schleuser von der Türkei gestoppt, um den Hotels an der Küste nicht zu schaden. "Wenn die Zahl der Urlauber nachlässt, lassen auch die Kontrollen der türkischen Behörden nach."
Hier der Link zum Artikel von Spiegel-Online vom 02.09.2017 >>>

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz. 
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