Afghanistan - Taliban besetzen Regierungsgebäude in Kandahar // Kandahar - Afghanistan ist eigentlich schön (eine Zusammenstellung) // Drohende Abschiebung »Keine Klinik ohne Anwar!« // Sind die Schildbürger in Deutschland zu Hause?


Afghanistan Taliban besetzen Regierungsgebäude in Kandahar
Im Süden Afghanistans haben Taliban-Kämpfer das Gebäude einer Regionalverwaltung vorübergehend besetzt.


Die afghanische Provinz Kandahar ist immer wieder Ziel von Anschlägen der Taliban-Miliz. Im Bild der Flughafen von Kandahar nach einem Angriff der Dschihadisten. (JAWED TANVEER / AFP)
  
Im Süden Afghanistans haben Taliban-Kämpfer das Gebäude einer Regionalverwaltung vorübergehend besetzt.

Nach Angaben der Polizei wurden dabei zwölf Sicherheitskräfte in der Provinz Kandahar getötet. Während die afghanische Armee angab, die Taliban vertrieben zu haben, behaupteten diese, sie hätten Waffen und andere Gegenstände weggeschafft und sich dann zurückgezogen. 
Hier der Link zur Meldung von DlF24 vom 28.09.2017 >>> 
Dazu >>>   
 Kandahar -
Afghanistan ist eigentlich schön
zusammengestellt von H.Berndt (28.09.2017)
 Karte Afghanistan

In der Provinz leben nach Berechnungen für das Jahr 2012 2.846.954 Einwohner; im Vergleich dazu waren es 1979 noch 567.000. Kandahar ist die zweitgrößte Stadt Afghanistans und ein wichtiges Handelszentrum, hauptsächlich für landwirtschaftliche Produkte.

Der internationale Flughafen Kandahar  liegt etwa 16 km südöstlich  an der Straße nach Quetta. Über die ring road ist sie mit Kabul und Herat verbunden. 

Kandahar wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. von Alexander dem Großen in der Nähe der antiken Stadt Mundigak (gegründet ca. 3.000 v. Chr.) gegründet. Wegen ihrer strategisch wichtigen Lage in Zentralasien war die Stadt häufiges Ziel von Eroberungen: So von den Arabern im 7. Jahrhundert, von den turkstämmigen Ghaznawiden im 10. Jahrhundert, von den Mongolen unter Dschingis Khan im 12. Jahrhundert und 1383 von Timur. Babur nahm Kandahar im 16. Jahrhundert ein.

1708 fiel die Stadt an die Afghanen unter Mir Wais Hotak. Von 1738 bis 1747 war Kandahar unter der Kontrolle von Nadir Schah. Ahmad Schah Durrani, Emir des Durrani-Reichs, dem Vorläufer des afghanischen Staates, nahm die Stadt 1747 ein und machte sie ein Jahr später zur Hauptstadt seines Königreiches. Die heutige Altstadt wurde von Ahmed Schah erbaut und wird von seinem Mausoleum dominiert. 1780 wurde Kabul die neue Hauptstadt.

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Anm.d.Blog-Redaktion: Ab hier wird es wirklich sehr interessant >>
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Britische Truppen besetzten Kandahar zu Beginn des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges (1839–1842). 1842 zogen sie sich zurück und kehrten zusammen mit indischen Truppen im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg 1878 zurück. Im Kampf gegen Ayub Khan wurden sie 1881 in der Schlacht von Maiwand geschlagen. Für die nächsten hundert Jahre blieb das Leben in Kandahar friedlich, mit Ausnahme des Jahres 1929, als Habibullah Kalakâni die befestigte Stadt belagerte und die Bevölkerung drangsalierte, bis er von Mohammed Nadir Schah vertrieben wurde.

Nach dem Ende des sowjetisch-afghanischen Krieges wechselten die Machthaber öfter. Ende 1994 begannen die Taliban von Kandahar aus die Eroberung des Südens, Ostens und der Mitte von Afghanistan. Am 7. Dezember 2001 befreiten Truppen der afghanischen Nordallianz mit US-amerikanischer Unterstützung Kandahar von den Taliban.
 Afghanistan / Kandahar 
Kandahar (Foto, BBC 2012) 

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Drohende Abschiebung
»Keine Klinik ohne Anwar!«
 
Protest gegen die Abschiebung des Gewerkschafters und Krankenpflegers Anwer Khan Safi nach Afghanistan 


Protest gegen die Abschiebung des Gewerkschafters und
Krankenpflegers Anwer Khan Safi nach Afghanistan

Mehr als 400 Beschäftigte des Klinikums Augsburg haben am 25. September für einen Tarifvertrag Entlastung gestreikt. Mit dabei war auch der Krankenpflegehelfer Anwar Khan Safi. 
Der engagierte Gewerkschafter ist von Abschiebung ins Bürgerkriegsland Afghanistan bedroht, obwohl er in wenigen Tagen eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen soll. 
Die Kolleginnen und Kollegen seiner Station machten das beim Warnstreik zum Thema. Die Streikenden zeigten sich solidarisch und skandierten: 
»Keine Klinik ohne Anwar!« 
ver.di hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgefordert, dem beruflich und persönlich völlig integrierten Kollegen das Aufenthaltsrecht zu gewähren.

»Ich hoffe, dass die Abschiebung von Anwar verhindert wird und er Teil unserer Gesellschaft und unserer Kolleginnen und Kollegen bleiben kann«, betont ver.di-Sekretär Stefan Jagel.
 Es sei absurd, einen Kollegen des Landes zu verweisen, der die schriftliche Zusage des Augsburger Klinikums für eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ab 1. Oktober 2017 habe und auf seiner Station als Krankenpflegehelfer völlig integriert sei.
 »Menschen in einem Bereich abzuschieben, in dem Fachkräftemangel herrscht, ist völlig kontraproduktiv«, so Jagel.

Anwar Khan Safi ist 2014 aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Mittlerweile spricht er fließend Deutsch und hat 2016/2017 eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer in Augsburg durchlaufen. 
Seit August ist er im Klinikum angestellt. Jetzt soll die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft folgen. Doch die drohende Abschiebung könnte alles zunichtemachen. ver.di protestiert dagegen in einem Schreiben an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
 »Herr Anwar Khan Safi ist ein Musterbeispiel herausragender beruflicher Integration«
heißt es darin. Auf seiner Station sei er »unabkömmlich geworden, er ist auch im Betrieb politisch engagiert und ist ein aktives Mitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft«. Eine Abschiebung von Anwar Khan Safi – der zudem seit zweieinhalb Jahren ehrenamtlich als Sanitäter bei den Augsburger Johannitern arbeitet – wäre »nicht nur ein fachlicher und persönlicher Verlust für die Kolleginnen und Kollegen«.

ver.di ist nicht nur mit Anwar Khan Safi solidarisch. Der Gewerkschaftsrat, das höchste Gremium zwischen den Bundeskongressen, hat sich im Juni 2017 in einer Resolution klar dafür ausgesprochen, Abschiebungen in sogenannte sichere Drittstaaten – insbesondere nach Afghanistan – dauerhaft zu stoppen.  
Wer sich integriert habe und in einem Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis stehe, müsse einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung haben.
Hier der Link zum Artikel von verdi.de vom 27.09.2017 >>>
Dazu >>>  

Sind die Schildbürger in Deutschland zu Hause?
Ein Land braucht dringend Pflegekräfte und Krankenhauspersonal, aber superintegrierte Menschen die diesen Beruf ausüben, werden abgeschoben! TOLL!
Ist Schilda in Deutschland oder ist Deutschland Schilda?
Ich las den Bericht von Verdi und spontan befiel mich ein Anfall von Zorn. Dabei dachte ich sofort an den Kabarettisten Georg Schramm, der oft sagte:  
"Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht." 
Was spielt sich eigentlich ab, wenn wir solche dummen Geschichten zur Kenntnis nehmen müssen. Was nur, geht in den Köpfen von Beamten und Menschen vor, die in Deutschland Akten bearbeiten, bei denen es um Menschen-Schicksale geht. 
Was geht in diesen Menschen vor, wenn sie solche Akten aufmerksam lesen und NICHT merken, dass wir es hier (Anwar Khan Safi) mit Menschen zu tun haben, die sich längst vollkommen mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern dieses Staates integriert haben. Ist der Mann vielleicht ein Terrorist oder ein Krimineller, nein das ist er offensichtlich nicht. 

Die Dummheit und grenzenlose Ignoranz der deutschen Behörden ist kaum mehr zu überbieten. Schilda in Deutschland, ja, - das kann ja mal passieren, aber Deutschland ist Schilda, landesweit, das darf hinsichtlich dieser Schicksale nicht sein. 

Für alle, die gern wissen wollen in welchen Kontext der von mir sehr verehrte Kabarettist Georg Schramm dies sagte, hier der Link zum Video dazu.
Horst Berndt Sept. ´17 - zornig!



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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.


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