Ein Arzt (Rohullah, Hamed) schreibt direkt aus Afghanistan an einen Kollegen (Dr. Bert Schulte) und beschreibt die Lage aus seiner Sicht


Ein Arzt (Rohullah, Hamed) schreibt direkt aus Afghanistan an einen Kollegen (Dr. Bert Schulte) und beschreibt die Lage aus seiner Sicht 
Unsere Katja Thiel hat den Text ins Deutsche übersetzt 
In ständiger Gefahr, Ärzte in Afghanistan
Dr. Bert Schulte, aus den Niederlanden,
in Kontakt mit Ärzten in Afghanistan 

Katja Thiel, unsere Übersetzerin 

Mein Freund und Kollege Rohullah, ein Unfallchirurg aus Afghanistan, (Kabul), schrieb diesen Bericht über die Situation in seinem Lande aus Sicht der Mediziner. Die Übersetzung aus dem Englischen ist von unserer lieben Freundin und Mitstreiterin Katja Thiel
Die gesundheitliche Situation in Afghanistan

Leider hat die gesundheitliche Situation in unserem Land unter 40 Jahren Krieg gelitten und der Bildungsstand ist hier sehr niedrig, so dass die Menschen nicht gelernt haben, gut für sich zu sorgen, das ist auch der Grund, warum Krankheiten sich immer stärker ausbreiten 


Die meisten Menschen wissen nichts von der Bedeutung von Sport und einem gesunden Lebensstil und diese 40 Jahre Krieg haben zu einer desolaten Gesundheitssituation geführt.

Das System in Afghanistan selbst ist nicht gut. Zum einen gibt es jede Menge Korruption, in vielen Abteilungen und Behörden. So bestehen beispielsweise manche faule Studenten sehr leicht ohne viel zu studieren und werden zur medizinischen Fakultät zugelassen, auch wenn wir auch sehr intelligente Studenten haben. 


Diese Korruption ist mitverantwortlich für die schlechte Gesundheitslage. Zweitens haben wir nicht genug medizinische Geräte: in den meisten staatlichen und privaten Krankenhäusern gibt es weder Kernspinn noch Computertomographie oder digitale Röntgengeräte, so dass Krankheiten nicht gut diagnostiziert werden können. Die meisten Menschen hier sind auch sehr arm, so dass sie es sich nicht leisten können, in eine Privatklinik zu gehen.

Drittens: die Qualität der Medikamente ist sehr schlecht, es gibt viele Arzneimittelfirmen und die meisten haben die Qualität der Medikamente verringert, denn die armen Leute kaufen diese minderwertigen Medikamente.


Viertens: jedes Jahr sterben uns mehr Patienten weg, weil die Sicherheitslage nicht gut ist, oft kann der Patient nachts nicht ins Krankenhaus gebracht werden, da es zu gefährlich ist und sie warten bis zum nächsten Morgen, ohne dass sich jemand um den Patienten kümmern könnte und bis zum nächsten Morgen ist der Patient möglicherweise dann schon verstorben. 


 Jede Woche werden Anschläge verübt, selbst
Krankenhäuser werden nicht verschont

Oder sie können eine schwangere Frau nicht nachts zum Krankenhaus bringen und dann bringt sie ihr Kind zu Hause zur Welt und da sich dort meist niemand angemessen um die gebährende Frau kümmern kann, verstirbt sie häufig.

Fünftens: das Wetter ist nicht sehr gut und es gibt eine hohe Luftverschmutzung wegen der großen Bevölkerungszahl (die Hauptstadt Kabul hat 6 Millionen Einwohner, obwohl das Umland nur sehr klein ist)


Sechstens: viele Ärzte fühlen sich nicht verantwortlich, sie kommen nicht pünktlich und arbeiten nicht hart.


Siebtens: viele Ärzte und Ausbilder wollen ihr Wissen nicht an ihre Studenten weitergeben, da sie eifersüchtig sind, dies bekommt man v.a. im OP Bereich zu spüren, weil sie Angst haben, dass die Studenten ihnen ihren Platz wegnehmen könnten.


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Dieser Bericht ist sehr erschütternd und zeigt uns auf, was sich in Afghanistan wirklich abspielt. Nachfolgend der Text vom afghanischen Arzt im Original in englischer Sprache. Wir bedanken uns bei Dr. Bert Schulte und Katja Thiel dafür, dass der afghanische Arzt hier zu Wort kommen kann. Beide sind Mitglied in unserer dem Blog angeschlossenen Unterstützergruppe auf Facebook.
Horst Berndt Aug. ´17

Hello dear Bert , me Rohullah Hamed .

Afghanistan Healthsituation:
Unfortunately our country has been suffering from health problem since 40 years of war here , and the education is very low , they havent improved well to care themselves , that is why disease is getting more here day by day , most people dont know the value of sport , the value of life and these 40 years of war led us to have a bad health situation .Afghanistan doesnt have good system , there are a lot of corruptions in many offices and departments, example some of lazy students pass easily without any hardworking of studying , he or she can pass and come to medical faculty but we have the intelligent students too. This corruptions lead us to have bad health situation. Second we dont have sufficient equipments , there are not MRI Machine , Ct scan Machine , and digital x-ray machine in most governmental hospital and private hospitals , that is why disease can not be diagnosed well, most of the people here are poor, they cant affort to go to private hospital.
Third : the quality of drugs are very low here , there are lot of Drug companies , most of the the companies have decreased quality drugs, the people who are poor they buy these low quality drugs.
Fourth : we lose more and more patient every year example the security is not good , when there is patient at night , they cant take the patient to hospital they must wait till morning , there is no one to treat patient at home, maybe the patient will die till morning , if there is pregnant mother , they cant take her to hospital , then she will bear at home and there is no one to care the pregnant mother and she will die .
Fifth : the weather is not good here and there are very much pollution because the papulation is very high ( Kabul capital of our country papulation is about 6 million , although this province is small )
Sixth; many of the doctors dont feel their responsibilty, they are not on time , they dont try and they dont work hard .
Seventh ; Most of the doctors and trainers dont want to transport his or her education to their students they are jelious , especially you can feel this very clearly in surgical field , they think that the students will take their places.
Thank you !


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Flüchtlinge in Libyen
Um Flüchtlinge an der Einreise zu hindern, erwägen die Europäer, in Libyen oder noch weiter südlich Auffanglager zu einzurichten. Oder zumindest die libyschen Lager unter UNO-Kontrolle zu stellen. Außerdem unterstützt Europa die libysche Küstenwache, die gegen Flüchtlinge vorgeht. Auch die Bundeswehr macht mit.

 Henning Otte, verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion

 Ulla Jelpke, Innenpolitische Sprecherin, DIE LINKE

 Hier der Link zum Video vom ARD-Morgenmagazin vom 22.08.2017 (01.39min.) >>> 
Video: Flüchtlinge in Libyen / ARD-Morgenmagazin v. 22.08.2017 

Dazu >>> 

800 Millionen Euro (Steuergelder) für den Fail-State Libyen! 

 Alle Staaten die in dunkelrot gekennzeichnet sind, gelten als sehr kritisch oder als Fail-State

Wer einen Staat wie Lybien, ich korrigiere, einen Fail-State wie Lybien mit 800 Milionen Euro unterstützt, um die flüchtenden Menschen aufzuhalten, der unterstützt quasi die Warlord-Banden, denn es gibt überhaupt keine funktionierende Küstenwache im Sinne eines stabilen Staates. Libyen wurde durch westliches Militär zum Fail-State gemacht. Da taten sich im Besonderen die USA sehr hervor. 

Die EU nimmt also, nur um das mal zu verdeutlichen, Steuergelder in die Hand, um es dann einem Fail-State wie Libyen zu ermöglichen damit flüchtende Menschen davon abzuhalten aus diesem "Staat" nach z.B. Europa zu gelangen. Es werden sogar europäische Ausbilder nach Libyen geschickt, damit diese Banden und Familien-Clans ausgebildet werden. Es gibt Aussagen von internationalen Organisationen, die die Zustände in den entspr. Lagern in Libyen mit KZ-Zuständen vergleichen. 

Jetzt werden also auch die Rettungsschiffe (NGO´s) bedroht, dies alles mit Billigung der EU-Staaten und dazu gehört auch Deutschland. Die Angst vor den Rechtspopulisten muß ja gewaltig groß sein, wenn man einfach mal so seine eigenen christlichen Werte im wahrsten Sinne des Wortes über Bord, -- ins Mittelmeer schmeißt. Auf dem Grund dieses europäischen Meeres liegen nun unsere Werte, die Toten klagen uns an. Wenn mal ein totes Kind an Land gespült wird, dann ist ein kurzer Aufschrei zu hören, im nächsten Moment ist der Alltag hier in Europa für viele dann schon wieder im Vordergrund. Wie abgestumpft sind wir eigentlich schon? 
Horst Berndt Aug. ´17 

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Deutsches Grundgesetz.


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