Auf ein Wort - von Rüdiger Lange - Am schönsten wäre es, wenn man Afghanistan einfach als sicheres Herkunftsland bezeichnen könnte. Das wäre für die Afghanen schön, die können dann dort sicher leben.


AUF EIN WORT 
von Rüdiger Lange (15.08.2017)


Abschieben in einen Krisenstaat! Warum ist Berlin bei Afghanistan so rigoros?

Deutschland hat sehr viel Entwicklungshilfe für Afghanistan ausgegeben. Zusätzlich hat Deutschland Soldaten als Verbündete ins Land geschickt. Das Alles, der Aufwand, über die vielen Jahre, soll sich nicht gelohnt haben? Und dann sind ja noch diese ausländerfeindlichen Tendenzen im eigenen Land. Logisch, dass sich da die Bundesregierung Gedanken darüber macht, wie man die Zahl der Afghanen verringern kann.


Von links nach rechts, Rüdiger Lange, Claus v. Wagner u. Joachim Spehl

___________________
BEMERKUNG zum Autor Rüdiger Lange, zu Claus von Wagner und Joachim Spehl

Der vorliegende Artikel stammt aus der Feder von Rüdiger Lange, ein Mitglied aus unserer Unterstützergruppe >>> Pouya ist willkommen . Ein sehr nachdenkenswerter Artikel, der die Lage im Land Afghanistan sicherlich sehr gut aufzeigt. Im Übrigen schreiben andere Mitglieder in der FB-Gruppe ähnlich Posts oder Kommentare. Wer Interesse hat, kann sich gern anmelden. Der junge Mann in der Mitte des Fotos dürfte vielen ja schon bekannt sein. Claus von Wagner, einer besten deutschen Kabarettisten und ein sehr feiner Mensch. Claus hat zusammen mit Max Uthoff und Dr. Dietrich Krauß die Initiative zur FB-Unterstützergruppe gegeben und sie unterstützen auch den Blog. Claus von Wagner sagte: "Unsere Task-Force"

Joachim Spehl, der Mann hat wohl ein kleines Geheimnis. Denn, - wie er mit nur 24 Stunden täglich auskommt ist mir vollkommen schleierhaft. Sein Engagement für die Sache, auf so vielen Ebenen ist kaum mehr in Worte zu fassen. Seine Unterstützung im Hintergrund zu den täglichen Artikeln ist einfach hervorragend. Damit ist der Kreis zum geposteten Foto geschlossen. Es ist mir wirklich eine Ehre für diese Sache einen kleinen Anteil beizutragen.
Horst Berndt August ´17

____________________

Am schönsten wäre es, wenn man Afghanistan einfach als sicheres Herkunftsland bezeichnen könnte. Das wäre für die Afghanen schön, die können dann dort sicher leben. Und für uns Deutsche wäre es auch toll, weil dann weniger Menschen hier wären. Also stuft man die unmittelbare militante Bedrohung für Afghanen selbst in Gebieten unter der Kontrolle der Taliban als niedrig ein. Schließlich spricht ja auch für die Bundesregierung einiges dafür:
8 Gründe, warum Afghanistan ein total sicheres Herkunftsland ist

1. Menschenrechte haben Verfassungsrang. Schließlich hat sich Afghanistan in seiner Verfassung, durch nationale Gesetze und durch die Ratifizierung der einschlägigen internationalen Konventionen ausdrücklich zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet. Präsident Aschraf Ghani hat sich öffentlich wiederholt und deutlich zur Wahrung der Rechte bekannt. Ach so, der Nachsatz fehlt noch: „Aber die Umsetzung geht langsam voran.“ Dennoch bleibt die Menschenrechtslage in Afghanistan, insbesondere die Lage der Frauen, aber auch anderer Bevölkerungsgruppen wie Kinder oder religiöse Minderheiten, schwierig. Gleichgeschlechtliche und transsexuelle Handlungen sind durch Bestimmungen des afghanischen Rechts und Auslegungen der Scharia unter Strafe, bis hin zur Todesstrafe, gestellt.

2. Das Justizsystem funktioniert prima…

3. Die afghanische Polizei ist wehrhaft…

4. Sollten einheimische Sicherheitskräfte überfordert sein, sorgen Verbündete für Sicherheit…

5. Die internationale Gemeinschaft hat die islamistischen Taliban wirksam geschwächt …

6. Jeder darf schreiben, was er will...aber nur einmal.

7. Die Menschen dürfen frei wählen…unter Umständen müssen sie das nur etwas öfter tun. Es kommt hin und wieder vor, dass Gouverneure oder andere Politiker ermordet werden.

8. Nicht bedroht ist die lokale Bevölkerung. Stärker bedroht seien Sicherheitskräfte, Regierungsmitarbeiter und Journalisten. Auf der Liste stünden auch Muslime, die zum Christentum konvertiert sind und Homosexuelle. Wirklich gefährlich für Zivilisten sei die Lage vor allem, wenn sie zwischen die Fronten gerieten.

Oh, haben euch die Argumente nicht überzeugt? Dann lest doch einmal, was das Auswärtige Amt dazu schreibt:


___________________________
„Wegen immer wieder und in vielen Landesteilen aufflammender Kämpfe zwischen afghanischen Sicherheitskräften und vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des so genannten Islamischen Staats, ist die Sicherheitslage in großen Teilen des Landes unübersichtlich und nicht vorhersehbar. Reisende können daher jederzeit und ohne selbst beteiligt zu sein in lebensbedrohende Situationen geraten. Außerdem kann es landesweit zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und anderen Gewaltverbrechen kommen.

Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Für zwingend notwendige Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden.

Außerdem kann die medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, nicht gewährleistet werden.“

_______________________


 Ironie aus!
Sieht so ein sicheres Herkunftsland aus? 

 Nach dem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul, am 31.05.2017, in der Nähe der Deutschen Botschaft, die bis Heute geschlossen ist, aus Sicherheitsgründen.

Wer will uns hier verarschen und eine Kuh für einen Esel verkaufen? Faktisch ist Afghanistan weit davon entfernt, den Menschen eine sichere Heimat zu bieten. Man muss sich also schon fragen, was durch Unionspolitiker wie Innenminister Thomas de Maizière oder Kanzleramtschef Peter Altmaier geht, wenn sie behaupten, dass man Afghanen zutrauen dürfe, in ihrer Heimat zu bleiben.
Gerade der Erstgenannte, sollte sich mal seiner Familiengeschichte bewusst werden. Aber wenn man es geschafft hat, wie die Schmeißfliege auf dem Scheißhaufen zu sitzen, ist einem nur der Selbstzweck wichtig.


Thomas de Maiziere (CDU), Innenminister

Dabei ist unser Asylgesetz eindeutig. In §4 AsylG steht z. B. „Ein Ausländer ist subsidiär schutzberechtigt, wenn er stichhaltige Gründe für die Annahme vorgebracht hat, dass ihm in seinem Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht. Als ernsthafter Schaden gilt: (3) eine ernsthafte individuelle Bedrohung des Lebens oder der Unversehrtheit einer Zivilperson infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen bewaffneten Konflikts.“

Somit begeht die Bundesregierung einen Rechtsbruch, nur um den Populisten das Wasser abzugraben. 


Was hat man alles versucht und getan: „Eine nationale Kraftanstrengung; diverse Gesetze wurden reformiert, um die sogenannten Rückführungen zu erleichtern; sie richteten eine Koordinierungsstelle für Bund und Länder in Berlin ein; eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe versucht gerade den Grundstein für sogenannte Bundesausreisezentren zu legen, das soll den Föderalismus ein Stück weit aushebeln und Abschiebungen stärker zentralisieren. Gebracht hat es…NICHTS! Denn der wichtigste Faktor, denn uns die Bundesregierung verschweigt spielt in dem Spiel nicht mit:
„Die Herkunftsländer!“ Ohne die läuft nichts.

Da kann uns der Herr Innenminister versprechen was er will. Gibt es keine Rücknahmeabkommen oder Abschiebehindernisse, dann redet der Mann vom eigenen Wunschdenken – also an der Realität vorbei und belügt den Wähler. Das gilt besonders für alle Unionspolitiker.

Aktuell will man ein Abkommen mit Nigeria erzielen. Das dürfte aber richtig Geld kosten. Und mit Libyen? Mit wem soll man verhandeln? Im Transitland Nummer Eins herrscht Chaos. Berlin hält deshalb an Afghanistan fest, weil man mit Afghanistan ein Abkommen schließen konnte. Dafür flossen Milliarden an Hilfsgelder. Egal wie viel Geld geflossen ist, Afghanistan ist und bleibt ein unsicheres Land.

Rüdiger Lange August ´17  

Bilder zu Anschlägen in Afghanistan 2017 (Quelle: Google Bildersuche)

----//----

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz. 


----//----

Kommentare