SOS MEDITERRANEE - Ein offener Brief an Europa - Das Mittelmeer ist zur tödlichsten Grenze der Welt geworden / 16 Fotos, die für sich allein sprechen! / Ein Brief an Frau Merkel ...


SOS MEDITERRANEE

Ein offener Brief an Europa
Das Mittelmeer ist zur tödlichsten Grenze der Welt geworden. Alleine im Jahr 2016 starben 5.097 Menschen bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren und in Europa Zuflucht zu suchen. Zehntausende Menschen sind seit dem Jahr 2000 im Mittelmeer ertrunken. Wie viele nie ankamen, weil ihre Boote sanken und ohne Spur verschwanden, wissen wir nicht. Diese humanitäre Katastrophe spielt sich seit nunmehr 15 Jahren vor den Augen Europas ab. 
Ein Mensch wird gerettet... 

Ein offener Brief an Europa

Das Mittelmeer ist zur tödlichsten Grenze der Welt geworden. Alleine im Jahr 2016 starben 5.097 Menschen bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren und in Europa Zuflucht zu suchen. 
Zehntausende Menschen sind seit dem Jahr 2000 im Mittelmeer ertrunken. Wie viele nie ankamen, weil ihre Boote sanken und ohne Spur verschwanden, wissen wir nicht. Diese humanitäre Katastrophe spielt sich seit nunmehr 15 Jahren vor den Augen Europas ab.

In der Überzeugung, dass niemand im Mittelmeer ertrinken darf, wurde SOS MEDITERRANEE am 9. Mai 2015 von einer Gruppe europäischer Bürger*innen gegründet. 
Wenige Monate nachdem Europa entschieden hatte Mare Nostrum zu beenden, eine großangelegte Rettungsinitiative, die ein Jahr lang von der italienischen Marine betrieben wurde. Seitdem sind wir im Mittelmeer Zeug*innen der Abwesenheit eines offiziellen Seenotrettungsprogramms und fehlender institutioneller Maßnahmen geworden.
Retten, beschützen, bezeugen
 Unsere humanitäre, zivilgesellschaftliche Organisation gründet auf dem Prinzip der Menschenwürde. Gemeinsam mit Kolleg*innen in
Frankreich und Italien stehen wir zusammen, um Menschen zu retten, sie zu schützen und zu begleiten. Gleichzeitig bezeugen wir die Schicksale der Geflüchteten und klären die europäische Öffentlichkeit über die Situation der Geflüchteten im Mittelmeer auf.

Seit Beginn unseres Einsatzes vor vierzehn Monaten haben wir 101 Rettungseinsätze unter Koordination des Maritime Rescue Coordination Center (MRCC) in Rom durchgeführt und mehr als 18.000 Menschen an Bord der Aquarius willkommen geheißen, ein Viertel von ihnen Minderjährige, die meisten von ihnen unbegleitet.
 So unterschiedlich die Fluchtgründe der von unseren Teams geretteten Menschen sind, sie alle haben das gleiche Ziel: der Hölle in Libyen zu entkommen und einen sicheren Ort jenseits von Gewalt und Verfolgung zu finden.
 Für ein Europa der Solidarität und der Menschlichkeit
Vor dem Hintergrund der Lage im Mittelmeer sehen wir uns als Europäer*innen dazu gezwungen, Initiative zu ergreifen, geleitet von der Überzeugung, dass jeder Mensch in Seenot gerettet und mit Würde behandelt werden muss. Egal woher er kommt, egal wohin er geht. Dies ist eine moralische und gesetzliche Pflicht, getragen von den Prinzipien der Menschlichkeit und Solidarität auf See, basierend auf internationalem Seerecht.


An Bord unseres Rettungsschiffes haben wir zahlreiche Zeugnisse von Überlebenden gesammelt, die das große Ausmaß an Gewalt in Libyen bezeugen. Während die Fluchtgründe der Geretteten variieren, so gleichen sie sich in einem zentralen Punkt: 
In Libyen ist Gewalt gegen Flüchtlinge an der Tagesordnung. Dies beinhaltet willkürliche Verhaftungen und Entführungen, Erpressung und Zwangsarbeit, körperlichen Missbrauch und Folter in Haftzentren, sexuelle Gewalt bis hin zu Mord. Die ärztlichen Untersuchungen unseres medizinischen Partners Ärzte ohne Grenzen an Bord bestätigen diese Erzählungen:


„Männer werden für zwischen 325 und 3.250 Euro verkauft, je nachdem, was sie arbeiten können. Frauen werden für zwischen 150 und 1.500 Euro verkauft. Sie werden missbraucht, vergewaltigt, manchmal zwingen sie uns, zuzuschauen. Manchmal bedrohen sie uns mit Schusswaffen und zwingen uns, die Frauen zu vergewaltigen, sie nehmen dann Videos auf und schicken diese an die Familien der Frauen. Oder sie verkaufen die Frauen an Prostitutionsnetzwerke, die sie ‚connection houses‘ nennen. Wenn ich über Frauen spreche, meine ich auch sehr, sehr junge Mädchen(…). “ beschreibt die geflüchtete Sofiane, deren Zeugnis vor kurzem im ersten Buch von SOS MEDITERRANEE veröffentlich wurde („Les naufragés de l’enfer“ DIGOBAR Editions). 
Zivile Organisationen nicht weiter kriminalisieren
 
Trotz des unermüdlichen Einsatzes von zivilen Seenotretter*innen im zentralen Mittelmeer im vergangenen Jahr, sind zivile Organisationen vermehrt Angriffen von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Dazu gehören die EU-Grenzschutzbehörde Frontex, der sizilianische Oberstaatsanwalt Carmelo Zuccaro und nicht zuletzt die libysche Küstenwache.

SOS MEDITERRANEE weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Unser humanitärer Einsatz ist eine Reaktion auf die untragbare Situation im Mittelmeer, nicht aber ihre Ursache. Zivile Organisationen retten jedes Jahr zehntausende Menschen vor dem Ertrinken, viele mehr würden ohne unseren Einsatz ertrinken, aber nicht weniger flüchten.

Wir tun dies im vollen Bewusstsein, dass Seenotrettung keine nachhaltige Lösung ist. Vor dem Hintergrund der Tragödie im Mittelmeer ist es an der Zeit, dass die europäischen Regierungen gemeinsam handeln.
Unsere Forderungen an die europäischen Regierungen und Behörden
Aus diesen Gründen fordert SOS MEDITERRANEE am heutigen Europatag alle europäischen Institutionen und Regierungschefs dazu auf, die gemeinsamen Werte von Solidarität und Menschlichkeit in die Tat umzusetzen und angemessene Mittel zur Rettung von Leben auf See zur Verfügung zu stellen. Alle Menschen in Seenot, unabhängig von ihrer Herkunft, müssen ihre Menschenrechte respektiert und geschützt wissen, einschließlich des Rechts auf humanitäre Hilfe. In der Abwesenheit sicherer Fluchtwege fordern wir, dass: 

die Rettungsmaßnahmen im zentralen Mittelmeer unterstützt und drastisch erhöht werden. Die Arbeit der zivilen Organisationen ist ein Beitrag um die Todesfälle auf See zu verringern. Eine Lösung aber sind wir nicht.

- die geretteten Personen gemäß internationaler Vorschriften in einen sicheren Hafen gebracht werden; 

- die Kriminalisierung ziviler Organisationen, deren einziges Ziel das Retten von Menschen auf See ist, ein Ende findet;

- der Schutz und die Wahrung des menschlichen Lebens und der Würde auch auf See Vorrang haben 

SOS MEDITERRANEE wird den Einsatz auf See so lange wie nötig fortsetzen.

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Hier der Link zum Offenen Brief an Europa >>>
Das ist das Team der SOS MEDITERRANEE >>> 
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Fotos, die für sich allein sprechen!

Gerettetes Kind
Gerettetes Kind
Tod - Männer, Kinder, sogar schwangere Frauen
Jedes Leben zählt!
Gerettetes Kind
Johann Pätzold / Ein Künstler aus Rostock / Ein Lebensretter
Rettung in der Nacht
Rettung in der Nacht
Gerettet!
Die Retter
Gerettet!
Mit vereinten Kräften gerettet
Gerettet!
In letzter Sekunde!
Ein mutiger Mann - Kapitän Schmidt
Les dejamos morir? - Sie sterben lassen?

Auf diesem Menschenretter-Boot ist auch Johann Pätzold, ein Künstler aus Rostock.
Seinen Brief an Frau Dr. Angela Merkel haben wir hier im Blog schon präsentiert. Für alle zur Erinnerung, erlauben wir uns, den Beitrag an dieser Stelle noch einmal zu präsentieren.  
Hier der Link zum Blog-Artikel vom 15.07.2017 >>> 

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz.  
Wer die Würde in Europa gerade verteidigt, lesen wir ja wohl in diesem Blog-Artikel nur all zu deutlich! 
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Kommentare

  1. Was sind die Retter für großartige Menschen! Niemand zwingt sie zu ihrem Einsatz, sie könnten es sich wie ihre Altersgenossen zu Hause bequem machen, Partys feiern oder an ihrer Karriere klöppeln. Stattdessen riskieren sie ihr eigenes Leben, um das Leben anderer Menschen zu retten - Menschen, die ihnen vollkommen unbekannt sind. Einfach so. Um sie nicht sterben zu lassen. Großartig!

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  2. das sind keine retter, sondern schlepper und menschenhändler.

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    1. Robert Oeser, dass Sie sogar angesichts der Bilder und des Briefes von Johann Pätzold eine solche Behauptung aufstellen, lässt vermuten, dass Sie unbelehrbar sein WOLLEN. Die Anwürfe gegen die Seenotretter werden auch durch ständige Wiederholung nicht wahr; niemand konnte bisher irgend einen Beweis vorlegen. Bewiesen werden konnte stattdessen, dass einige der Anschuldigungen der Wahrheit nicht entsprechen KÖNNEN: sie sind physikalisch und/oder geografisch schlicht nicht möglich.

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    2. Klar ist auch, dass eine über jahrzehnte verfehlte Politik der verschlossenen Augen einer EU zu solchen Zuständen geführt hat. Das jetzt die Menschenleben-Retter wie verbohrt angegriffen werden ist für eine europäische Gesellschaft, die permanent von Werten schwadroniert schon sehr abartig. Christlich, ich traue mich schon gar nicht das Wort als Europäer und schon gar nicht als deutscher Staatsbürger in den Mund zu nehmen, verhält sich die EU eben überhaupt nicht. Wenn ich den Brief eines verzweifelten Künstlers aus Rostock lese, dann werde ich sehr traurig, weil sehr viele Menschen ihren ganz eigenen menschenverachtenden Egoismus pflegen, dies mit völkischen azsdrücken und mal wieder mit typischen deutschen rassistisch-bösartigen Äußerungen. Die Staaten der westlichen Welt schlachten jahrzehntelang diese Länder massiv aus und wenn man den miöitärischen Komplex dazu betrachtet, wird mit europäischen/deutschen Waffen auch auf Flüchtlinge geschossen. Sind Menschen, die nicht aus unserem Kulturkreis kommen, weniger wert, als wir?

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