Nürnberger Abschiebe-Eklat: Ermittlungen gegen Polizisten - Es geht um Körperverletzung im Amt - Zeugen berichten von Gewalt



Nürnberger Abschiebe-Eklat: Ermittlungen gegen Polizisten
Es geht um Körperverletzung im Amt - Zeugen berichten von Gewalt 



Der Polizeieinsatz im Rahmen der geplanten Abschiebung des Afghanen Asef N. vor über einem Monat hat jetzt ein Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt gemeinsam mit dem Landeskriminalamt gegen Beamte, die am Einsatz beteiligt waren. Der Verdacht: Körperverletzung im Amt. 


Vor dem Innenausschuss des bayerischen Landtags behauptete Thomas Hampel, Inspekteur der bayerischen Polizei, dass bei dem Einsatz kein Schüler verletzt worden sei. 

Doch Leonhard Seidl, der am 31. Mai dabei war und sich an der Sitzblockade der Schüler beteiligt hatte, widerspricht vehement: "Ich hab mehrere verletzte Schüler gesehen, die bluteten, Prellungen erlitten haben, aufgrund von Faustschlägen zu Boden gingen oder von Pfefferspray Augen- und Atemschleimhautreizungen davon trugen", berichtet der gebürtige Oberbayer.  

"Es kann keine Rede davon sein, dass Schülerinnen und Schüler nicht verletzt wurden."

Leonhard Seidl ist kein Schüler der B11, die am Berliner Platz in Nürnberg steht. Und dennoch ist auch er bei der Demo verletzt worden - von Polizeibeamten, die, als die Situation vor der Schule eskalierte, Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzten. Beim Vollzug wurde die Nürnberger Polizei durch den Einsatzzug Erlangen unterstützt.


Beulen am Kopf und blaue Flecken
Unterstützt habe auch Seidl. "Friedlich", wie er sagt, beteiligte er sich an der Sitzblockade der Schüler. "Das können Zeugen bestätigen. Auch auf Videos und Fotos ist das zu sehen. Die Polizei hat nach dem Einsatz über Verletzte in den eigenen Reihen berichtet: Demnach wurden zwölf Beamte verletzt.

Und auf der Seite der Demonstranten? Seidl erlitt Abschürfungen, wie ein ärztliches Attest bestätigt, das der Lokalredaktion vorliegt. Auch über Beulen am Kopf und blaue Flecken am Rücken klagte er. In Handschellen sei er auf den Bauch gelegt und dann gezogen worden. 

Auch Nico Schreiber, Vorstandsmitglied der Sozialistischen Jugendorganisation "Die Falken", musste einiges einstecken. "Mit einem Einsatzstock wurde mir auf den Unterarm geschlagen. Ich hatte einen großen Bluterguss." Außerdem sei er dort von einem Polizeiauto angefahren worden.

Zeitungsartikel stieß Staatsanwaltschaft an

Knapp ein Monat nach der Eskalation vor der Berufsschule ging bei Seidl am 29. Juni ein Schreiben des Bayerischen Landeskriminalamtes - interne Ermittlung Nord - ein. 

Die Behörde fordert ihn darin auf, sich als Zeuge vernehmen zu lassen. "Hinsichtlich des Polizeieinsatzes am 31.05.2017 an der Berufsschule am Berliner Platz in Nürnberg wurde von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet", heißt es da.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth als leitende Ermittlungsbehörde bestätigt diesen Vorgang auf Anfrage. Die interne Ermittlung "ist aufgrund eines Zeitungsartikels angestoßen worden, in dem zwei Teilnehmer der Demonstration berichten, von Polizisten verletzt worden zu sein", erklärt Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Claas Werner. Die beiden Personen werden jetzt vernommen. 


Nach der Vernehmung "kann versucht werden, beteiligte Polizeibeamte zu identifizieren". Leonhard Seidl ist dabei aber nicht wohl: "Initiativen fordern seit Jahren die Untersuchung rechtswidriger Polizeigewalt durch unabhängige Ermittlungsstellen." Er wolle dem Rat folgen, den Termin beim LKA mit anwaltlichem Beistand wahrzunehmen.

Kleine Fotostrecke der Fotos aus dem Artikel der Internetzeitung Nordbayern vom 07.07.2017 >>> 

Wir lassen die Fotos ohne Kommentar! 





Hier der Link zum vollständigen Artikel von Nordbayern vom 07.07.2017 >>> 
Nürnberger Abschiebe-Eklat: Ermittlungen gegen Polizisten Es geht um Körperverletzung im Amt - Zeugen berichten von Gewalt - 07.07.2017

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Nürnberg und Hamburg

Bilder und Videos aus Nürnberg, wir berichteten über die Vorfälle an der Nürnberger Berufsschule ausführlich und ich habe mir bestimmt über 10 Videos und unzählige Fotos dazu angesehen. Im Archiv des Blogs habe ich zudem einige Standbilder aus den Videos zu den Vorfällen abgelegt. Ein pensionierter Polizist hat einen viel beachteten Beitrag dazu geschrieben, der hier auch zu lesen war. 

Hier der Blog-Artikel mit der Stellungnahme eines pensionierten Polzeibeamten zu den Vorfällen an der Nürnberger Berufsschule (03.06.2017) >>> 
https://ahmadpouyaistwillkommen.blogspot.de/2017/06/ehemaliger-polizeibeamter-zu-den.html

Nürnberger Bildmaterial: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft und wir werden sehen, was daraus wird. Wird es eine Anklage gegen Polizeibeamte geben oder wird es kein Verfahren geben. Wir werden dran bleiben. 

Hamburger Bildmaterial: Es wird noch nicht ermittelt, aber Bildmaterial gibt es jetzt schon massenweise. Es geht dabei um den Tagungsort der G20. Extra habe ich mir die dazugehörige Berichterstattung ausschließlich über den TV-Sender Phoenix angeschaut. Ich bin sehr erschüttert, wie unseriös mittlerweile auch Phoenix über die dortigen Vorfälle berichtet, besonders der Journalist Alfred Schier versucht permanent zu vermitteln, dass das gesamte Vorgehen der dortigen Polzeikräfte vollkommen in Ordnung ist. Fast jede Stunde wird präsentiert, dass es sehr viele verletzte Polizisten gibt. Bisher gab es anscheinend keine verletzten Demonstranten, wenn überhaupt von Demonstranten gesprochen wird, es kommt mir viel zu oft das Wort militante Krawallmacher in der Berichterstattung vor. Ausgewogen geht wohl anders. 

Es gibt Bildmaterial, dass bei Phoenix eben nicht gezeigt wird, da tun sich diverse Beamte wohl eher als Schläger hervor, mit richtigen Boxeinlagen, ja - sogar gegen Frauen, gegen komplett unbeteiligte Personen. Einige Videos stehen schon im Netz und auch mitunter bei ND (Neues Deutschland) auf der Seite. 

Ja, angemessen und ausgewogen, die Stichwörter, die dann die Verbindung von Nürnberg zu Hamburg herstellen. Ist das jetzt die neue Methode um den Staat zu präsentieren? 

Eure Meinung dazu würde ich sehr gern lesen wollen! 
Horst Berndt Juli ´ 17


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Würde in Afghanistan 

Die Würde des Menschen ist unantastbar. 
Deutsches Grundgesetz. 



(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.


 




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