Eine gute Nachricht - Weil seine Freunde für ihn kämpften: 18-jähriger (Musa) muss nicht zurück ins Krisengebiet ... // Eine weitere gute Nachricht -- Überraschende Wende im Asylverfahren um den jungen afghanischen Waldorfschüler Ali Reza // Deutsche Schülerinnen und Schüler - DANKE für euer tolles Engagement!


WEIL SEINE FREUNDE FÜR IHN KÄMPFTEN: 18-JÄHRIGER MUSS NICHT ZURÜCK INS KRISENGEBIET


Bielefeld - Dass Afghanistan sicher ist, ist mehr als umstritten. Trotzdem sollte Musa T., der seit 2015 in Deutschland ist, wieder in seine Heimat abgeschoben werden.

Musa (rechts) muss vorerst nicht zurück nach Afghanistan.

Als seine Mitschüler der Rudolf-Steiner-Schule in Bielefeld davon erfuhren, gingen sie auf die Barrikaden.

Mithilfe einer Online-Petition sammelten sie Unterschriften, um ihr Anliegen, dass Musa bleiben darf, dem Landtag und Innenministerium von Nordrhein-Westfalen, Thomas de Maizière und dem Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen vorzulegen (TAG24 berichtete).

Und das scheint Wirkung gezeigt zu haben! Denn mittlerweile ist klar: Der 18-jährige Flüchtling darf bleiben! "Musa steht momentan nicht vor einer Abschiebung", wird OB Pit Clausen in der Neuen Westfälischen zitiert.


Das liegt auch daran, dass aktuell nur Straftäter nach Afghanistan abgeschoben werden. Genau so argumentierten auch die Mitschüler.

"Die Abschiebung dieses jungen und klugen Mitmenschen, der sich hier an Recht und Gesetz hält und unsere Kultur respektiert, in ein Bürgerkriegsland, das laut UNHCR nicht sicher ist, verletzt zutiefst unser Rechtsverständnis und ist letztendlich in einer alternden Gesellschaft auch wirtschaftlich eine Fehlentscheidung", hieß es in der Petition.

Musa hat sich innerhalb der kurzen Zeit, die er erst in Deutschland ist, bereits vorbildlich integriert. Er spricht die fremde Sprache gut, hat neue Freunde gefunden und hat ein klares Ziel nach seinem Schulabschluss vor Augen.


"Wenn Musa einen Schulabschluss macht, einen Ausbildungsplatz bekommt und anschließend eine Arbeitsstelle anfängt, dann hat er sehr gute Chancen in Deutschland zu bleiben", erklärt Clausen.

Den Einsatz der Mitschüler lobt der Oberbürgermeister. Trotzdem macht er klar, dass nicht alle Flüchtlinge in Deutschland bleiben können. "Das Asylrecht ist unglaublich kompliziert und mit viel Bürokratie verbunden."


Hier der Link zum Artikel von TAG24 vom 13.07.2017 >>> 

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Augsburg | Überraschende Wende im Asylverfahren um den jungen afghanischen Waldorfschüler


Überraschend hat ein Richter des Verwaltungsgerichts Augsburg die Abschiebung des jungen afghanischen Waldorfschülers Ali Reza gestoppt.

Die zehnte Klasse und Ali Reza mit Klassenlehrer Werner Korschinsky. | Foto: Angelika Lonnemann

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte den Asylantrag des 18-jährigen im Mai abgelehnt, er hatte mithilfe einer Anwältin dagegen Klage eingereicht. 

Die Hälfte der zehnten Klasse sowie der Klassenlehrer Werner Korschinsky hatten Ali Reza ins Gericht begleitet, um ihm bei der zu erwartenden Abweisung der Klage moralisch beizustehen. 

„Die Verhandlung dauerte eine Stunde. 

Der Richter befragte Ali zur aktuellen Situation, dabei zeigte sich, dass der Richter sehr gut über den Fall informiert war. Er war begeistert darüber, wie gut Ali schon deutsch sprach. Nur ab und zu musste der Übersetzer einspringen, als es komplizierter war“, erzählt Alis Mitschüler Johannes Schmid.

„Wir alle hatten die Ablehnung erwartet. Sogar die Anwältin von Ali war nicht mit zur Verhandlung gegangen, weil sie geglaubt hatte, die Chance, dass Ali gewänne, läge bei Null Prozent“, berichtet die Mitschülerin Sara Kunova. 

Nach der einstündigen Verhandlung sprach der Richter dann zur großen Überraschung aller den Abschiebestopp aus.

Alis Familie lebt schon seit 14 Jahren nicht mehr in Afghanistan, sondern im Iran. Wenn Ali also nach Afghanistan abgeschoben würde, hätte er dort niemanden. In den Iran kann ein Afghane aus Deutschland nicht abgeschoben werden.

Nun ist die ganze Klasse mitsamt der beiden Klassenlehrer Uwe Henken und Werner Korschinsky sehr glücklich. „Ali muss jetzt keine Angst mehr haben, was morgen ist. Er hat eine Zukunft hier. Ich finde, dass er sich das mit der Vorgeschichte auch verdient hat!“ sagt Sara.

Die Klasse hatte im Herbst 2016 zugestimmt, dass der damals 17-jährige afghanische Flüchtling in ihre Klasse kommen solle. Dadurch haben die Schüler nun mehr Lebenspraxis und Kenntnisse in Sachen Asylrecht, Medien und Solidarität erhalten, als sie je im Sozialkundeunterricht hätten lernen können.

„Ich finde es toll, welche Erfahrungen wir durch diese Geschichte machen konnten und wen wir alles kennengelernt haben. Wenn man sich für etwas einsetzt, dann kann man etwas bewegen. 


Wir haben es geschafft, dass seit dem 18. Mai 50.000 Menschen online bei „Change.org“ eine Petition für Ali unterschrieben haben. Die Medien sind auf uns aufmerksam geworden, der Bayerische Rundfunk war bei uns. Wir haben für die Prozesskosten von Ali Spenden gesammelt, da sind bisher knapp 2.000 Euro zusammengekommen“, berichtet der Mitschüler Lucas Hein. 

Noch ist allerdings über den Fall nicht endgültig entschieden. Das BAMF hat jetzt nämlich vier Wochen Zeit, gegen den Abschiebestopp Einspruch einzulegen. Die Anwältin erwartet, dass dies auch passiert.

Falls es der Abschiebestopp doch wieder aufgehoben wird, dann hat die zehnte Klasse noch einen Notfallplan. Ali möchte eigentlich an der Waldorfschule den Realschulabschluss und danach eine Ausbildung zum Erzieher machen. 

Sollte aber doch die Abschiebung drohen, dann wird Ali in Augsburg eine Lehre zum Konditor machen, obwohl er eigentlich gar nicht Konditor werden will. „Nur, wer eine Ausbildung macht, darf nicht abgeschoben werden. Für die schulische Ausbildung gilt das nicht“, berichtet der Klassenlehrer, der den Kontakt zu einer Augsburger Bio-Bäckerei hergestellt hat und die Zusage für die Konditorenlehre für den Fall der Fälle bekommen hat.

Die zehnte Klasse und ihre Klassenlehrer geben also nicht auf. „Ali Reza gehört zu uns und er bleibt hier in Augsburg, egal wie!“, so die Mitschülerin Luzia Menacher.

Ali Reza hat direkt nach der Verhandlung mit seiner Familie im Iran telefoniert. „Auch die waren sehr, sehr glücklich“, sagt Ali leise.


Hier zusätzlich der Link auf ein Video von BR24>>>
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/mehrwert/integration-abschiebung-fluechtlinge-100.html
Hier der Link zum Artikel von presse augsburg vom 11.07.2017 >>> 

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Deutsche Schülerinnen und Schüler - DANKE für euer tolles Engagement!

Der Deportationsstempel der direkt in den Krieg führt!

Ich könnte hier jetzt wirklich jede Menge Links aus diversen Medien aus Deutschland posten. In sehr vielen Schulen in Deutschland wird gerade mit viel Einfühlungsvermögen und Zivilcourage durch die Klassengemeinschaften plus der entspr. Lehrerschaft bewiesen, dass die unmenschliche Abschiebepraxis durch die Bundesregierung und natürlich auch durch die einzelnen Bundesländer (mit Ausnahmen), so nicht durch die jungen Deutschen hingenommen wird. 

Gehofft haben wir wohl auf die Jugend, aber dass diese Jugendlichen, zum Teil ja noch Kinder, so ein Verständnis für unser Grundgesetz haben und es so strikt mit Leben erfüllen, das hätte ich nicht gedacht. Daher können wir noch hoffen, dass mindestens die nächsten Generationen der Menschlichkeit einen größeren Stellenwert einräumen werden, als dies gerade von sehr vielen Politikern getan wird. 

Es ist schon hochpeinlich als deutscher Bürger mit ansehen zu müssen, wie in komplett unsensibler Art und Weise durch Polizeieinheiten auf Schülerinnen und Schüler eingedroschen wird, nur um das umzusetzen, was als Ablehnungsbescheid vorliegt. 

Das war nun wirklich kein Ruhmesblatt in der Abschiebepraxis in Deutschland / Nürnberg. Wenn ich noch an die unglaubliche und genauso unmenschliche Abschiebung der Familie aus Nepal erinnern darf, wir erinnern uns an Bivsi, dann fehlt mir wirklich jedes Verständnis für derlei unglaubliche Maßnahmen, bewirkt durch die deutsche Regierung und deren Ministern und natürlich auch durch unsere darüber informierte deutsche Kanzlerin. 

Ja, Frau Merkel, -- dann ist dies nicht mehr mein Land , um ihre Worte zu verwenden! 

Gerade die deutsche Gesellschaft und natürlich dann auch und vor allem die deutsche Regierung hat wirklich allen Grund aus der Historie, die wir ja wohl alle noch in sehr guter Erinnerung haben, der Würde des Menschen einen SEHR besonderen Status einzuräumen.  

Wenn uns dies alles deutsche Schülerinnen und Schüler (zum Teil noch Kinder) lebhaft und mit innerer Überzeugung und Kraft in ihren Handlungen zum Schutz von Hilfsbedürftigen vormachen müssen, dann ist dass zwar sehr positiv, weil die Jugendlichen damit etwas vorleben, aber dieses Verhalten sollte ja wohl eher unsere Regierung vorleben, aber das ist wohl eher ein Wunschtraum. 
Horst Berndt Juli ´17 

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Da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die Grundrechte des Menschen und an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern;

da die Vereinten Nationen in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verkündet haben, dass jeder Mensch Anspruch auf die darin verkündeten Rechte und Freiheiten hat, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen; da das Kind wegen seiner mangelnden körperlichen und geistigen Reife besonderen Schutzes und besonderer Fürsorge, einschließlich eines angemessenen rechtlichen Schutzes vor und nach der Geburt bedarf;

da die Notwendigkeit solcher besonderen Schutzmaßnahmen in der Genfer Erklärung der Rechte des Kindes von 1924 ausgesprochen und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie in den Satzungen der mit dem Wohl des Kindes befassten Sonderorganisationen und anderen internationalen Organisationen anerkannt worden ist; da die Menschheit dem Kind das Beste schuldet, das sie zu geben hat, verkündet die Generalversammlung die vorliegende Erklärung der Rechte des Kindes mit dem Ziel, dass es eine glückliche Kindheit haben und zu seinem eigenen Nutzen und zum Nutzen der Gesellschaft die hierin aufgeführten Rechte und Freiheiten genießen möge, und fordert Eltern, Männer und Frauen als Einzelpersonen sowie Wohlfahrtsverbände, Kommunalbehörden und nationale Regierungen auf, diese Rechte anzuerkennen und sich durch im Einklang mit den nachstehenden Grundsätzen schrittweise zu treffende gesetzgeberische und andere Maßnahmen für die Einhaltung dieser Rechte einzusetzen:


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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz. 

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