Cottbusser Schüler versuchen, die Abschiebung eines jungen Afghanen zu verhindern // Menschen zu brechen ist das Ziel - Vom Leben in Flüchtlingsunterkünften und darüber hinaus. Von Human von der Internet-Zeitung Hinterland //

Cottbusser Schüler versuchen, die Abschiebung eines jungen Afghanen zu verhindern


Ohne seine Mitschüler säße Wali möglicherweise schon in einem Flieger in Richtung Afghanistan.
Von Henrike Möller /  ze.tt

David, Wali und Vincent vor ihrer Schule. © Henrike Möller


Abgelehnt.“ Als Wali im Februar seinen Ablehnungsbescheid aus dem Briefkasten fischt, versteht er erst gar nicht, was er da in der Hand hält. „Ich bin dann zu meiner Lehrerin und sie hat mir erklärt, was drinnen steht“, erzählt der 19-Jährige. Mit dem Alter ist er bei den Behörden gemeldet.

Walis Deutsch ist gebrochen. Die Aussprache bereitet ihm sichtlich Mühe; demotivieren lässt er sich davon aber nicht. „Danach habe ich drei Tage nicht schlafen können. Ich war ständig wach, weil ich Angst hatte, die Polizei könnte kommen und mich abholen“, berichtet Wali weiter. 

Dabei wirkt er ruhig und gefasst, beinahe so, als gäbe er nicht seine eigene, sondern die Geschichte einer fremden Person wieder. „Ich habe dann auch viel bei Freunden übernachtet“, sagt er und wirft seinen Mitschülern Vincent und David einen dankbaren Blick zu.

Willkommen in Cottbus

Die drei gehen gemeinsam in die Oberstufe der Waldorfschule Cottbus. Vor anderthalb Jahren hat die private Bildungseinrichtung Wali bei sich aufgenommen. Freiwillig. Geld vom Staat bekommt sie dafür nicht. Denn Wali hat mit offiziell 19 Jahren keine Schulpflicht mehr. 

Seitdem geht er in die elfte Klasse und versucht so gut es geht am normalen Unterricht teilzunehmen. Parallel dazu besucht er Deutschkurse, welche die Waldorfschule Cottbus extra für ihn und neun weitere Geflüchtete, die sie seitdem bei sich aufgenommen hat, anbietet.

Im Unterricht sei Wali unglaublich wissbegierig, berichtet der 17-jährige Vincent. „Er hat ein Heft, in das er alle deutschen Wörter schreibt, die er nicht kennt.“ David kann sich noch gut daran erinnern, wie Wali der Schule vorgestellt wurde. „Man hat ihm angesehen, was er durchgemacht hat. Seine Körperhaltung, sein Blick – man hat einfach gemerkt, dass er aus dem Krieg kommt.“ Inzwischen sei Wali wie ausgewechselt, freut sich David. „Jeden Morgen begrüßt er mich ganz freundlich und fragt mich, wie es mir geht.“

Dass sich Wali in Cottbus so wohl fühlt, liegt nicht zuletzt an den Bemühungen seiner Mitschüler. „Wir haben ihn zu Partys und Geburtstagen mitgenommen“, erzählt David. 

Auch dem örtlichen Fußballverein haben sie Wali vorgestellt. Seitdem kickt der junge Afghane mehrmals wöchentlich. „Nach der Schule gehe ich entweder zum Fußball oder zum Fitness“, sagt Wali. Auch Fahrrad fährt er gern. Meistens den Weg von seiner Einzimmerwohnung zur Schule.

"Wir haben ihn zu Partys und Geburtstagen mitgenommen.“

Neben dem Sport hat er noch ein weiteres Hobby: kochen. „Wali hat mich schon öfters zu sich zum Essen eingeladen“, berichtet David. Sein afghanischer Mitschüler sei ein super Gastgeber, sagt er. „Er fragt ständig, ‚willst du nicht noch ein paar Pistazien?‘ oder ‚hier, probier mal, eine Spezialität aus meiner Heimat‘.“ Wali sei unglaublich zuvorkommend, fügt Vincent hinzu.

„Die Taliban werden mich töten“

Als David und Vincent von Walis abgelehntem Asylantrag erfuhren, waren sie wütend und traurig zu gleich. 

„Wir verstehen nicht, wie man in ein Land wie Afghanistan abschieben kann. Es ist dort nicht sicher!“, regt sich Vincent auf. „Wenn ich zurück muss, werden mich die Taliban fragen, wo ich war“, bestätigt Wali, „und dann werden sie mich töten.“ Bei diesen Worten senkt er den Blick und starrt ausdruckslos auf seine graue Sporthose.

Wali arbeitet in einem Restaurant in der nordafghanischen Provinz Kundus, als die Taliban seine Heimatstadt einnehmen und ihn zwingen wollen, sich ihnen anzuschließen. Gemeinsam mit seinen zwei ältesten Brüdern macht er sich auf den Weg nach Deutschland. 

Seine Eltern und sieben weitere Geschwister bleiben zurück. Doch noch in den türkischen Bergen verliert Wali seine beiden Brüder und er muss die restliche Route über Bulgarien, Serbien und Österreich alleine auf sich nehmen.

Eine Schule kämpft

Dass Wali nach allem, was er mitgemacht hat, nun erneut solche psychischen Strapazen über sich ergehen lassen muss, macht David fassungslos. Ihm und seinen Mitschülern der Waldorfschule Cottbus war deshalb schnell klar, dass sie nicht einfach dabei zugucken würden, wie Wali abgeschoben wird. „Wali ist schließlich ein Teil von uns!“, erklärt David, „Wir haben dann sofort eine Schülerkonferenz einberufen und Ideen gesammelt, was wir dagegen tun können.“ 

Als ersten Schritt beschlossen sie, eine Online-Petition zu starten, um auf Walis Schicksal aufmerksam zu machen. „Die Resonanz hat uns echt überrascht“, freut sich David. Mehr als 72.000 Menschen haben die Petition inzwischen unterschrieben.


Parallel dazu organisierten Walis Mitschüler*innen verschiedene Spendenaktionen, darunter auch ein Benefizkonzert. Die gesammelten Gelder investierten sie in einen Anwalt, damit Wali beim Verwaltungsgericht Cottbus gegen die Ablehnung seines Asylantrags Klage erheben kann. Kostenpunkt: rund 1.000 Euro. 

Die Chancen, dass Wali diesmal bleiben darf, liegen zwar nur bei knapp 44 Prozent – so hoch ist die Schutzquote für afghanische Antragsteller aktuell –, Vincent ist trotzdem stolz auf das Erreichte: „Wir wollten Zeit schinden und das haben wir geschafft.“ Bis zu drei Jahre kann es dauern, bis die erneute Prüfung von Walis Asylantrag vollzogen ist. So lange ist Wali erst mal sicher.

Wali ist unfassbar dankbar über die Unterstützung seiner Mitschüler*innen: „Ich bin sehr glücklich. Alle helfen mir. Ich möchte nicht weg von hier. Die Schule gefällt mir. Der Fußballverein gefällt mir.“ Wenn er bleiben darf, will er eine Ausbildung zum Automechaniker machen, sagt er.


Sicheres Herkunftsland Afghanistan?


Wie Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, prüft die Bundesregierung derzeit erneut die Sicherheitslage in Afghanistan. Sollte die Regierung zu dem Ergebnis kommen, dass Afghanistan kein in Teilen sicheres Herkunftsland ist, könnte Walis Abschiebung ausgesetzt werden. Nach dem Anschlag in Kabul im Juni 2017 mit mehr als 150 Toten hatte die Bundesregierung entschieden, Abschiebungen nach Afghanistan vorläufig nicht durchzuführen. 

Nur Straftäter*innen, Gefährder*innen und Menschen, die ihre Identität nicht preisgeben wollen, dürften momentan laut Innenministerium abgeschoben werden.


Walis Mitschüler*innen hoffen, dass die Bundesregierung ihren Kurs ändert. Ihr Engagement für Walis Bleiberecht ist gleichzeitig ein Ausdruck des Protests: „Wir wollen ein Umdenken in der Abschiebepraxis bewirken“, sagt David, „Niemand sollte ohne gute Gründe abgeschoben werden.“

Hinweis: Wir haben im Text ergänzt, dass Walis offizielles Alter 19 Jahre ist, mit dem er bei den deutschen Behörden gemeldet ist.


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Menschen
zu brechen ist das
Ziel
Vom Leben in Flüchtlingsunterkünften und darüber hinaus. Von Human


BEMERKUNG
Dies ist ein sehr besonderer Bericht. Er gibt uns auch einen anderen Einblick in die Gesamtsituation. Es werden auch Gefühle beschrieben und diese bestimmte Art von gewollter Hoffnungslosigkeit. Für mich ist dies ein sehr beeindruckender Bericht. Er nennt sich Human und ist ein assimilierter
Ausländer und lebt an der deutsch-österreichischen Grenze.
Horst Berndt Juli ´17


Station 1:
Dortmund Containerdorf
Nach der Anhörung beim Bundesamt für Anerkennung
Ausländischer Flüchtlinge werden wir in einem
Containerdorf eines Dortmunder Randbezirkes
untergebracht. Was für ein Hohn sich hinter diesem
Namen verbirgt, denn anerkannt wurde hier niemand.

Das Verzögern und Zermürben der Flüchtlinge hat sich
diese Behörde zum Ziel gesetzt. Doch ihr kafkaeskes
System richtete sich nach dem „Sommer der Migration“
2015 gegen sich selbst und verdeutlichte ihre bewusste
Unfähigkeit und den perversen Charakter.

Waren es zwei Nächte oder doch
zwei Wochen? Ich weiß es nicht mehr. Möglicherweise hatte
mein kindliches Gehirn sich schon damals nach einer strapaziösen und langen Flucht daran gewöhnt, die unangenehmen Seiten des
Lebens auszublenden und zu verdrängen. 
Der Flug von Kabul nach Masar-e Scharif in einer Militärtransportmaschine. Die Tritte des kleinen oder großen Warlords, der die Kinder in der Kabine von den Sitzen schubste, um es sich bequem zu machen. 

 Militärtransportmaschine
Die Flughöhe setzte ihm zu und sein Blutdruck schien gegen die Decke zu knallen, als das Flugzeug auf dem Rücken der höchsten Gebirge des Pamirs ritt, um nicht von einer Rakete eines anderen Warlords getroffen zu werden. Nach der Landung stellten wir fest, dass in der Außenwand des Flugzeugs ein großes Loch klaffte.

Auch das folgende zermürbende Verstecken als „Illegaler“ in den Transitstaaten blendete ich aus. 
In Dortmund spielen wir im Vorhof der Unterkunft mit  einem Stoffball und müssen die Nächte zu fünft in einem Container verbringen. Ich erinnere mich nicht an die Träume während dieser Nächte. Albträume waren es nicht. Möglicherweise habe ich die Flucht doch als eine Abenteuerreise wahrgenommen?

 Container-Flüchtlingsunterkunft

Station 2:
Militärkaserne in Soest (Ostwestfalen)
Der Bus spuckt uns in eine ehemalige belgische Kaserne. Alles ist hier groß. Der Speisesaal bietet Platz für etwa 400 Personen. Die Duschräume müssen sich jeweils etwa 50 Personen eines Geschlechts teilen. Die Zimmer bestehen aus Betten und Spinden. Im großen Hof wieder Fußballspielen. Das Geschrei ist groß, wenn die Männer die Toiletten der Frauen benutzen und sie dreckig hinterlassen. Ich sehe aus dem Fenster und erblicke einige Menschen, die einen Bus besteigen. 
 Militärkaserne Soest
Sie wehren sich dagegen. Also werden sie nicht transferiert, sondern abgeschoben. Asylantrag abgelehnt, abschieben. Ich verstand Jahre später, welche Auswirkungen eine negative Entscheidung der Zermürbungsbehörde für den weiteren Lebensverlauf haben kann. Über die Weiterverteilung aus der
Kaserne entscheidet der Regierungsbezirk Arnsberg. 
Es soll nach Siegen gehen. Einige Verwandte, die uns besuchen und für uns übersetzen, fragen, wo Siegen liegt und wie es dort aussieht. Sie bekommen als Antwort, es sehe dort aus wie in den USA. Mich und uns erfasst eine Vorfreude. Würden wir nun das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, nur eben im
Kleinformat, betreten?
 

Station 3:
Ehemalige Schule in Siegen
Ankunft in der Stadt der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Im Sozialamt bekommen wir einen Sack vollgestopft mit Decken, Überzügen und Handtüchern. Als wir die Klassenzimmer betreten,
merken wir, dass es außer den Betten und Spinden
keine weitere Einrichtung gibt. Der Raum wird durch eine Mauer aus Spinden zweigeteilt.

Links Schlafplätze, rechts der Wohnbereich. Irgendwo wird auch noch gekocht. Das Mobiliar stellen wir aus Sperrmüll zusammen. Hier werden Kindergeburtstage gefeiert, bei denen nur
Flüchtlingskinder aus dem Heim dabei sind. Es kommen keine einheimischen Kinder oder ich möchte nicht, dass sie kommen – aus Angst, Scham und Schande. Hier werden Hausaufgaben gemacht, während die Jüngeren fernsehen. Hier weinen die
Erwachsenen, weil sie ihr Heimatland verlassen und es
somit den Raubtieren überlassen haben. Hier werden die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA verfolgt. Hier dringt die Hundertschaft der Polizei ein und weckt die Familien mit Türschlägen. Die Taschenlampen leuchten und die Hunde schnüffeln und suchen etwas. Was sie suchen, wird nicht klar; sie
verschwinden wieder. Hier werden Kinder zu Erwachsenen und die Erwachsenen zu Kindern, weil die Kinder ab jetzt dieVerantwortung tragen. 
Sie sind als Sprach- und Kulturmittler und -mittlerinnen gefragt.
Sie übernehmen Verantwortung nicht nur in diesen 20 Quadratmetern, sondern auch außerhalb des Zimmers. Welche Auswirkungen dies hat, wird deutlich, wenn der Vater sich den Kindern unterordnen muss. Der Keim eines Generationenkonfliktes in der Familie ist gepflanzt.

Hier muss die Erniedrigung in der Schule verarbeitet werden – denn in der Pause auf dem Schulhof wird „Wer hat Angst vor dem Schwarzen Mann“ gespielt. Und dieses Spiel wird im Sportunterricht fortgesetzt, denn während die Mannschaften zusammen gewählt werden, bleibt das Ausländerkind außen vor. Es wird ausgeschlossen und ihm wird auch gesagt, dass es nicht dazu gehört. Der Lehrer bekommt es mit und weiß dem Ausländerkind nicht zu helfen. Oder er hilft ihm bewusst nicht. Es fehlt nur noch, dass es angespuckt wird. Aber ein nichtdeutsches Sprichwort weiß:
Die Wunden, die Menschen anderen Menschen mit dem Schwert zufügen, vergehen, doch die Wunden, die Menschen anderen Menschen mit der Sprache zufügen, heilen nicht. Das Kind kann auch von seinen Eltern nicht unter- stützt und beschützt werden, denn sie sind kaputt und werden durch die zermürbenden Asylprozesse und das Exil-Dasein kaputt gemacht. 
Es erfolgt der Auszug in eine Wohnung. Nach der Besichtigung fragen die Eltern, ob in der neuen Wohnung das Badezimmer ein
Fenster hat oder das Haus an einer Hauptstraße liegt. Es ist
auch egal: Die Flucht aus der Flüchtlingsunterkunft ist endlich
gelungen! Die Flucht geht also weiter. In der Folge, Umzug in eine
andere Wohnung und dann in eine Studenten-Wohngemeinschaft, um später eine eigene Wohnung zu haben. Nächste Station: Ein
Reihenhaus. Assimilation Deluxe.

Rückkehr in die Vergangenheit an meinem ersten Tag als Übersetzer in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Baierbrunnerstraße in München erinnert mich der Geruch von Angstschweiß daran, wie ich selbst in diesen Unterkünften gelebt
habe. 
Ich muss visuelle Flashbacks der vergangenen Tage durchleben. Es ist nicht angenehm. In der Bayernkaserne wird es nicht besser. Die Jugendlichen scharen sich um mich und fragen, wie das Leben in
Deutschland läuft. Beschissen läuft es und wird es
laufen, wenn ihr nicht Acht gebt, denke ich. Ich soll in folgender Situation übersetzen: Ein Bewohner beschwert sich darüber, dass man das Wasser nicht auf kalt oder heiß umstellen kann: Entweder du erfrierst oder verbrennst. Wenn die Temperatur doch einmal dazwischen liegt und das Wasser auf mein
Haupt niedergeht, habe ich Gelegenheit, zu weinen.

Ich weine, weil mir nicht geholfen wird und ich hier in diesem Lager nicht leben kann. Die Betreuerin sagt: „du kannst
ja einen Antrag stellen, dass die Wasserregulierung besser
funktionieren soll“. „Ich werde beantragen, dass das
Lager geschlossen wird“, sagt der Klient. „Mach das nicht“, sagt die Betreuerin, „sonst verliere ich meinen
Job“. Als der Bewohner rausgeht, sagt die Betreuerin: „Ich würde gerne sein orientalisches Feuer spüren.“ Ich empfehle ihr Edward Said und hoffe, dass er ihr das falsche Bild des Orients austreibt. Ein anderer Bewohner kommt mir entgegen und sagt: „Telefonieren!“ Telefonieren, das fällt hier unter Kommunikation mit der Außenwelt und über derartiges
entscheiden in dieser Anstalt die Ärzt*innen. Wenn alle diese Irren telefonieren könnten, könnte der Wahnsinn
sich doch verbreiten, sickerte durch die Telefondrähte
und quetschte sich in die Ohren der ganzen armen Bevölkerung, um sie auch zu infizieren. Bekloppte überall, eine wahre Epidemie des Wahnsinns. 
Und weißt du was? Von uns hier ist kaum jemand geisteskrank. Ich weiß natürlich nicht, wie das bei dir
aussieht, soweit ich weiß, könntest du den völligen Schuss loshaben. Aber deswegen bist du nicht hier, hier drin bist du wegen des Systems.


Jetzt und für immer?

Ich habe mir in meiner Zeit als Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte und auch während meiner Arbeit in diesen oft die Frage nach dem Sinn gestellt. Und bin immer wieder auf das Gleiche gekommen: It's Kafka Baby. 
Das menschliche Individuum, das der Gewalt der institutionalisierten Gesetzlichkeit ausgeliefert ist. Flüchtlingsheime, -lager, -unterkünfte wird es solange geben, wie es Menschen auf der Erde geben wird. 
Die Konsequenz aus dieser Feststellung heißt aber nicht, dass wir es damit als eine gottgegebene Gesetzesmäßigkeit ansehen müssen.
Sondern wir müssen die Routine in diesen Formen der
Unterbringung unter- und durchbrechen. Die Kämpfe der Flüchtlinge, sich aus diesen Zwängen zu befreien, aber auch die kritische Öffentlichkeit, die das Schweigen in und um die Flüchtlingsunterkünfte nicht hinnehmen will, zeigen Wirkung. Sie erzeugen Risse und Brüche in den Narrativen und vorgeblichen
Gesetzmäßigkeiten, die besagen, dass Flüchtlinge in Lagern leben müssen.
 Aktuell gibt es – noch – einen großen Unterschied zu früheren Phasen in der Unterbringung von Flüchtlingen: Heute gibt es die sogenannte dezentrale Unterbringung und die Menschen bekommen auch schneller die Möglichkeit, aus den Unterkünften in
Wohnungen zu ziehen. Doch die Zukunft soll nach den Vorstellungen der CSU und Bundesinnenminister Thomas de Maizières anders aussehen: Noch mehr Massenunterkünfte und
Kasernierung sollen die Freiheiten der Flüchtlinge beschränken. Das hatte schon in der Vergangenheit fatale Folgen und wenn die Rückkehr zu den Lagern vollzogen wird, werden dadurch Menschen gebrochen.<


Der Link auf den Artikel >>> http://www.hinterland-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/hinterland-magazin34-menschen-zu-brechen-ist-das-ziel-49.pdf
 

Human
ist ein assimilierter
Ausländer und 
lebt an der
deutsch-österreichischen 
Grenze.

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz. 


Das gilt nach meiner Kenntnis -- ab sofort! 


 



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