24 Stunden, 2 Anschläge - Mehr als 60 Tote in Kabul. 35 Zivilisten in der Provinz Ghor getötet // Auch das noch!(1) Und jetzt? - Singen, um zu bleiben - Pouya // Auch das noch!(2) Bivsi darf mit ihrer Familie zurück nach Deutschland


Mehr als 60 Tote bei Angriffen der Taliban

In einer Klinik in der Provinz Ghor haben Taliban 35 Zivilisten getötet. 

Zuvor starben mindestens 26 Personen bei der Explosion einer Autobombe in der Hauptstadt Kabul.

Ein zerstörtes Gebäude nach dem Selbstmordattentat in Kabul, 
Afghanistan © Omar Sobhani/Reuters

Die radikalislamischen Taliban sind für zwei verheerende Anschläge in Afghanistan innerhalb der vergangenen 24 Stunden verantwortlich. 

Wie ein Sprecher von Präsident Aschraf Ghani mitteilte, seien die Extremisten am Sonntag in eine Klinik in der zentralafghanischen Provinz Ghor eingedrungen und hätten 35 Menschen getötet. Dies sei ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte der Sprecher und bestätigte damit entsprechende Berichte, die bereits am Sonntag aus der entlegenen Region in Richtung Kabul gedrungen waren.

In Afghanistans Hauptstadt selbst gab es ebenfalls einen Anschlag, bei dem sich ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe in die Luft sprengte dabei mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 42 weitere teils schwer verletzt hatte. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, ereignete sich die Explosion mitten im Berufsverkehr und traf einen Bus, in dem Mitarbeiter des Bergbauministeriums saßen. Drei weitere Fahrzeuge und 15 Geschäfte wurden zerstört. Mittlerweile haben sich die Taliban zum Anschlag bekannt. Auf Twitter erklärten sie, dass beim Anschlag 37 Geheimdienstmitarbeiter umgekommen sind.

Der Selbstmordanschlag traf das westliche Viertel Gulai-e Dawachana, das mehrheitlich von der schiitischen Hasara-Minderheit bewohnt wird – die in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Anschlägen war. 

In der Nähe des Tatorts befindet sich eine der vielen privaten Universitäten der Stadt sowie das Haus des stellvertretenden Regierungsgeschäftsführers, Hadschi Mohammed Mohakik. Dieser soll unversehrt sein. Ob dieser das eigentliche Ziel des Anschlags war, sei aber unklar, hieß es seitens der Behörden.

Bei Anschlägen sind in Afghanistan allein im ersten Halbjahr bereits fast 1.700 Menschen getötet worden. 

Die Hauptstadt Kabul ist von der Gewaltwelle besonders stark betroffen. Die früher regierenden radikalislamischen Taliban und die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) werden für die meisten Anschläge verantwortlich gemacht.

Taliban-Kämpfer auf dem Vormarsch (Archivbild)

Ergänzend zum Zeit-Online Artikel ein weiterer beklemmender Artikel von DW vom 23.07.2017 >>> 

Taliban weiten Kontrolle in Afghanistan aus


Die Taliban versuchen an vielen Fronten in Afghanistan, Bezirke zu erobern. Jetzt haben sie zwei weitere Bezirkszentren besetzt. Damit kontrollieren sie einen strategisch wichtigen Korridor.

Die Provinz Ghor in Zentralafghanistan

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid bestätigte auf Twitter die Eroberung der Distriktzentren von Taiwara und Kohistan und erklärte, seine Kämpfer hätten viele Sicherheitskräfte getötet und große Mengen an Waffen erbeutet.

Tauziehen mit Sicherheitskräften

Die beiden Provinzen Ghor und Fariab, in denen die eroberten Bezirke liegen, grenzen aneinander. Der Taiwara-Bezirk in Ghor liegt direkt an den umkämpften Provinzen Farah und Helmand im Süden. Die Eroberung öffnet den Taliban einen Korridor, der Bewegungsfreiheit zwischen Westen und Norden gewährt.

In den vergangenen Tagen haben die Radikalislamisten etliche Male auch im Norden Afghanistans angegriffen, in den Provinzen Badachschan, Kundus und Baghlan. 


Es gelang ihnen, vorübergehend eine zentrale Verbindungsstraße zwischen dem Norden und der Hauptstadt Kabul zu blockieren. Anschläge und Kämpfe gab es auch im Süden in Kandahar und Helmand.

Die Taliban erhöhen so den Druck auf Regierungstruppen und Polizei im ganzen Land. Sie wollen in diesem Jahr so viele Bezirkszentren wie möglich unter ihre Kontrolle bringen. Das führt zu einem Tauziehen mit den Sicherheitskräften, die viele Bezirkshauptstädte über kurz oder lang wieder zurückerobern. Dennoch dehnt sich die Kontrolle der Taliban schleichend weiter aus. Nach Angaben des US-Militärs sind rund elf Prozent des Landes in ihrer Gewalt oder von ihnen beeinflusst.

hin/fab (dpa, AP)


Hier der Link zum Artikel von DW vom 23.07. 2017 >>> 

Hier der komplette Artikel von Zeit-Online vom 24.07.2017 >>> 

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Auch das noch! (1) 

Und Jetzt?
Singen, um zu bleiben


Ahmad Shakib Pouya, dem Ende des vergangenen Jahres die Abschiebung drohte, hat eine künstlerische Heimat in Deutschland gefunden


Wartet auf ein Bleiberecht: Der Zahnarzt und Musiker Ahmad Shakib Pouya ist 2011 aus Afghanistan geflohen. (Foto: Johannes Simon)

Anmerkung > Ein tolles Interview mit Pouya, wie er gern genannt werden will. Gerade sein Fall hat ja dazu geführt, dass wir mit dem Blog so intensiv tätig wurden, aber wie wir sehen, ist noch nicht alles so, dass man von einem ständigen Bleiberecht ausgehen kann. Wir werden weiterhin unser zivilgesellschaftliches Auge drauf haben, das ist sehr sicher.

In der Kategorie  Kurz und knapp >Auch das noch< stellen wir den Artikel nicht vollständig ein. Also, den Link öffnen und dann habt Ihr den vollständigen Artikel zum Lesen.
Horst Berndt Juli ´17 


Hier der vollständige Link zum SZ Artikel vom 24.07.2017 >>> 

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Auch das noch!(2) 

Abgeschobene Schülerin: Bivsi darf mit ihrer Familie zurück nach Deutschland


Bivsi Rana 

Laut Ministerium ist die gebürtige Nepalesin "de facto ein deutsches Kind".


Hier der Link zum kompletten Artikel von Spiegel Online vom 25.07.2017 >>>

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz.

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