Abschiebung in evangelischer Kita: „Alle haben geweint, sogar die Polizei.“ // Warnung! Der Wahnsinn geht weiter - Dr. Thomas Nowotny mit Update // SPD sitzt Familiennachzug zu Geflüchteten zulasten der Betroffenen aus - Ulla Jelpke (MdB, DIE LINKE) //


Abschiebung in evangelischer Kita: „Alle haben geweint, sogar die Polizei.“


VON FELIX KNOTHE · VERÖFFENTLICHT 22. JUNI 2017 · AKTUALISIERT 22. JUNI 2017



Lutherkirche in Halle, Foto: Evang. Kirchenkreis


Herzzerreißende Szenen heute morgen in der evangelischen Kita der Luthergemeinde in Halle: Polizei ist vor Ort, damit der dreijährige Nersild seine Sachen packen kann. Beamte hatten das albanische Kind und seine Mutter am Morgen zur Kita gebracht, denn die Familie soll abgeschoben werden. Am frühen Morgen war die Polizei bei der Familie aufgetaucht, um die Abschiebung durchzusetzen.

„Tschüss, bis morgen“, soll Nersild beim Abschied von seinen Erzieherinnen gesagt haben. So schildert es ein Augenzeugenbericht, der diesen Blog erreicht hat. „Alle haben geweint. Sogar die Polizei.“

Der Evangelische Zweckverband des Kirchenkreises Halle-Saalkreis, zu dem die Kita der Luthergemeinde in Halle-Südstadt gehört, bestätigte den Vorfall gegenüber diesem Blog. „Es war eine sehr emotionale Situation“, sagt Zweckverbandsgeschäftsführer Hendrik Kluge. 


Die Mutter habe gegenüber der Polizei darum gebeten, noch die persönliche Habe Nersilds, darunter auch das pädagogische Portfolio, aus der Kita holen zu können. Die Erzieherinnen seien schockiert gewesen, aber auch bei der Polizei habe große Betroffenheit geherrscht. „Die Kinder haben die Situation nicht wirklich verstanden, haben nicht realisiert, dass sie ihren Freund nicht wiedersehen werden.“ Kluge stellte seelsorgerische Hilfe in Aussicht. „Das Team wird mit den Kindern über die Situation sprechen.“

Bereits vor zwei Jahren soll die Familie aus Albanien kurz vor der Abschiebung in ihr Heimatland gestanden haben. Damals war die Mutter hochschwanger. Nersilds Geschwisterkind hätte ab Oktober ebenfalls die evangelische Kita besuchen sollen. Die Abschiebung wurde damals ausgesetzt – bis heute.

Hier der Link zum Artikel von Felix Knothe >>> 
Abschiebung in evangelischer Kita: „Alle haben geweint, sogar die Polizei.“ / Felix Knothe - Journalist Artikel vom 22.06.2017

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Warnung! Der Wahnsinn geht weiter


20. JUNI 2017 — Jetzt weiß ich, warum in meinem letzten Update "Etappensieg?" ein Fragezeichen am Schluss steht:

Die Vermutung, dass nun bis zum Sommer kein Flieger geht, hat sich leider nicht bewahrheitet. Am Mittwoch 28.06. soll wie geplant nach Afghanistan abgeschoben werden. Aufpassen also. Zwar sind nur Gefährder, Straftäter und Identitätstäuscher zugelassen - aber wir wissen ja, wie schnell die Behörden dies unterstellen...
Bitte allen Gefährdeten Bescheid sagen!

Dr. Thomas Nowotny 


Empfehlungen gibt es hier:
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/

Und so was am Tag des Flüchtlings... Das ist auch der Grund, dass ich keine Zeit für ein ausführliches Update habe (kommt Donnerstag...). Diese Warnung will ich aber gleich verbreiten.

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SPD sitzt Familiennachzug zu Geflüchteten zulasten der Betroffenen aus
Veröffentlicht am 22. Juni 2017 von Ulla Jelpke

Ulla Jelpke (MdB, DIE LINKE) 


Es ist unerträglich, dass auf Betreiben der SPD-Fraktion gestern im Innenausschuss des Bundestages erneut die Initiativen der Opposition zur Wiederherstellung des Familiennachzugs zu subsidiär Geschützten von der Tagesordnung genommen wurden und deshalb nicht im Bundestag debattiert werden können. 

Damit werden bisherige Zusicherungen gebrochen, offenbar wird befürchtet, zu viele SPD-Abgeordnete könnten ihrem Gewissen folgen und den Anträgen der Opposition zustimmen“, beklagte Ulla Jelpke das Verhalten der SPD-Fraktion in der gestrigen Sitzung des Innenausschusses im Bundestag, in dem mit den Stimmen der Koalition (Ausnahme: Rüdiger Veit, SPD) die Beratung und Beschlussfassung zu zwei parlamentarischen Initiativen der Opposition verhindert wurde (BT-Drs. 18/10243 und 18/10044). Ulla Jelpke weiter:

„Die Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Geschützten ist familien- und kinderfeindlich und kostet Menschenleben – jeder Tag, an dem Angehörige in Kriegsgebieten oder in Lagern im Irak, Syrien, Libanon oder der Türkei auf ihren Nachzug zu ihren engsten Angehörigen nach Deutschland warten müssen, erzeugt schwerwiegendes Leid. 

Weil es keine legale Einreisemöglichkeit gibt, werden Familien mit ihren Kindern auf die lebensgefährlichen Fluchtrouten über das Mittelmeer gezwungen.

Die beschlossene Härtefallregelung für wenige besonders drastische Einzelfälle ist ein reines Feigenblatt und hilft den zehntausenden getrennten Familien in keiner Weise. Die Zeit drängt also, dieses Unrecht zu beenden. Vor der Sommerpause gibt es nur noch eine Sitzungswoche des Parlaments. Der SPD-Parteitag am kommenden Sonntag soll einen Schwerpunkt Familienpolitik haben. Ich fordere die SPD-Parteibasis auf klarzumachen, dass das Blockadeverhalten der SPD-Fraktion genauso wenig sozial oder demokratisch ist, wie das der CDU/CSU christlich.“

Dieser Beitrag von Ulla Jelpke findet meine vollständige Zustimmung. Solche Mitteilungen werden wir in unseren Nachrichtensendungen/Printmedien, wohl eher nur sehr selten sehen-hören-lesen. Frau Jelpke schreibt hier im Thema jede Woche aktuelle Entwicklungen auf und begleitet diese Entwicklungen immer mit sehr sachlich-kritischen Worten.Horst Berndt Juni 2017

Hier nun der Link zum Artikel vom 22.06.2017 >>> 

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz. 

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