FÜR AFGHANISCHE OPFER GIBT ES KEINEN LIVETICKER - AUFMERKSAMKEIT FÜR TOTE AFGHANEN? - FEHL AM PLATZ

Emran Feroz, ein Journalist mit afghanischen Wurzeln
Für afghanische Opfer gibt es keinen Liveticker - Aufmerksamkeit für tote Afghanen? Fehl am Platz



Emran Feroz, ein Journalist mit afghanischen Wurzeln mit einem Artikel vom 02.05.2017 in Deutschlandfunk Kultur 

Afghanistan als Testgebiet für Waffen 

Mother of all Bombs 

Zwei Absätze aus dem Artikel von Emran Feroz vom 02.05.2017 (Deutschlandfunk-Kultur)

Im April hat die US-Armee ihre größte nicht-atomare Bombe in einem Kampfeinsatz abgeworfen – und zwar gegen IS-Stellungen in Afghanistan. Es ist nicht das erste Mal, dass am Hindukusch Waffen getestet werden, schreibt der Journalist Emran Feroz. Er beklagt, dass die Opfer unbekannt bleiben.

Für afghanische Opfer gibt es keinen Liveticker
Man vergleiche etwa die Aufmerksamkeit, die auch kleinere Anschläge im sogenannten "Westen" erfahren, mit der, die eine derartige Monsterbombe in Afghanistan erfährt. Live-Ticker, stündliche Schlagzeilen und groß aufgemachte Opfergeschichten sind lediglich für Erstere reserviert. Aufmerksamkeit für tote Afghanen? Fehl am Platz. Wenn man sich noch dazu die oft ökologisch motivierten Proteste gegen "Waffentestgebiete auf eigenem Grund" in den westlichen Demokratien anschaut, könnte einem regelrecht schlecht werden.


----//----

Emran Feroz

ist Blogger und Journalist aus Österreich und studiert Politik- und Islamwissenschaft in Tübingen. Seine Eltern flüchteten vor dem sowjetischen Einmarsch aus Afghanistan. Der Krieg lässt die Familie nicht los: Im März diesen Jahres erfuhr er während einer Reise nach Afghanistan, dass auch einer seiner Verwandten von einer Drohne getötet wurde. Emran Feroz ist Initiator von "Drone Memorial" - einer virtuellen Gedenkstätte für die Opfer des US-Drohnen-Krieges.

----//----

Ein korrupter Deal
von Emran Feroz 

Laut der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) wurden allein im Jahr 2016 über 11.000 Zivilisten im Land getötet oder verletzt. Dies stellt einen Höchststand seit Beginn der Zählung im Jahr 2009 dar – und doch handelt es sich dabei weiterhin um eine Mindestangabe der Anzahl der zivilen Opfer am Hindukusch.

Hier der gesamte Artikel aus der taz vom 21.02.2017 >>


----//----

Die Würde des Menschen ist unantastbar. (Deutsches Grundgesetz) 

Kommentare

  1. Ich erinnere an den Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus in Dortmund und an den Hype drumrum. Es hätte Tote geben können! Es gab auch ein Bekennerschreiben, angeblich aus islamistischen Kreisen.
    Nun war der Täter kein Islamist sondern ein dilettantischer, bekloppter Amateurspekulant. Die Tat war nicht religiös sondern pekuniär motiviert. Das konnten die Leute nachvollziehen und plopp - war der Hype vorbei!
    Ziemlich beschämend, dass Emran Feroz offensichtlich recht hat!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen