Sehr geehrter Herr Schulz (SPD)....... und was dann kam!....... /

Gruppenbild 
Ein Brief an den Kanzlerkandidaten der SPD!
Die Antwort vom SPD-Vorstand/ Direktkommunikation geht voll am Thema vorbei 

Die Woche über haben wir jeden Tag über diverse Schicksale von Afghanen berichtet und das ist ja auch unser Anliegen. Innerhalb der FB-Gruppe >Ahmad Pouya ist willkommen< gibt es sehr viele Engagierte und für diese Menschen ist dieser Artikel. 

"Wir sind keine sehr große Gruppe, aber im Denken und Handeln sind wir doch ziemlich groß", so ein Mitglied mir gegenüber. Das kann ich nur bestätigen. Besonders die Frauen in dieser Gruppe sind da zu erwähnen. Stellvertretend für die Aktivitäten "unserer" Frauen sei hier eine Kommunikation präsentiert, die vielen bestimmt irgendwie bekannt vorkommt. 

Man schreibt einen Brief/Mail an eine politische Organisation oder an einen Politiker/Politikerin und zurück kommt eine standardisierte Antwort oder noch schlimmer, eine Antwort, die einfach vollstens am Thema vorbei geht, quasi ins geistige Vakuum des politischen Nichts! 

Hier nun der sehr klare Brief von Bine Schlentner (Mitglied der FB-Gruppe >Ahmad Pouya ist willkommen<) 



Sehr geehrter Herr Schulz,

vielleicht sollte sich Ihre Partei endlich einmal dazu durchringen, diese elenden Deportationen nach Afghanistan stoppen zu helfen. Oder wenigstens die Landesvertreter/innen dazu bewegen, sich nicht mehr zu beteiligen, wie manche Bundesländer es bereits aus gutem Grund tun. Ich kenne sehr viele Menschen, die sich inzwischen außerstande sehen, SPD zu wählen, weil für sie sozialdemokratisch nicht mehr für Menschlichkeit, Vielfalt und Widerstand gegen Behördenwillkür steht. 


Der Hinweis von Frau Hannelore Kraft in einer brieflichen Antwort, man könne gegen die Einschätzung des Auswärtigen Amtes ( von 2005 ! ) nichts tun, ist zynisch, unmenschlich und allein politischem Kalkül geschuldet. ( ist nicht die SPD an der Regierung beteiligt seit einigen Jahren? ) DAS ist nicht mehr meine sozialdemokratische Partei ! Vielleicht auch mit ein Grund für das Wahlergebnis im Saarland. Ich bitte Sie eindringlich: nehmen sie endlich eindeutig Stellung und machen sie jeden möglichen Einfluss geltend, damit das Außenministerium endlich eine Neubewertung der Lage in Afghanistan vornimmt im Sinne des UNHCR und aller anderen NGO-Organisationen, die täglich dort operieren und die Lage sehr anders beurteilen, als die sogenannten christlichen Parteien CDU und CSU.

Ich denke, Ihnen sind - ebenso wie mir - alle nötigen Informationen zugänglich, aber wenn Sie es wünschen, versorge ich Sie sehr gerne mit dem nötigen Informationsmaterial, z.B. bzgl. der sogenannten sorgfältigen Einzelfallprüfung, die in der Praxis keineswegs sorgfältig ist, sondern eher von Willkür und dem Willen geprägt ist, Erfüllungsgehilfe der Forderungen von rechtsaußen zu sein.
Ich jedenfalls- und viele meiner Mitstreiter und Freunde – kann zum ersten mal im Leben „meine SPD“ nicht mehr wählen. Jedenfalls so lange nicht, bis diese Partei wieder für Menschlichkeit und nicht nur für monetäre Belange einsteht.

Mit sehr enttäuschten Grüßen
Sabine Schlentner
Stuttgart

Dazu erhielt sie dann folgendes Schreiben als Antwort >> 



Sehr geehrte Frau Schlentner,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns am 28. März 2017 erreicht hat.
Die SPD steht für eine humanitäre Flüchtlingspolitik. Wir wollen, dass das Recht auf Asyl auch in Zukunft unangetastet bleibt. Die brutalen Menschenrechtskrisen der Welt zwingen weiter viele Menschen zur Flucht. Jeder zweite Flüchtling ist ein Kind!

Wir wollen, dass Fluchtursachen in den Heimatländern bekämpft werden, die Außengrenzen Europas gesichert sind und Flüchtlinge innerhalb Europas endlich solidarisch verteilen werden.
Schutzsuchende wollen wir besser integrieren, aber abgelehnte und vollziehbar ausreisepflichtige Asylbewerber auch konsequent in ihre Herkunftsländer zurückführen. Vorzugswürdig freiwillig, wenn nicht anders möglich auch im Wege der Abschiebung.

Die Einstufung von Marokko, Tunesien und Algerien als sichere Herkunftsländer wird von uns mitgetragen. Die nötige Mehrheit im Deutschen Bundestag ist da. Doch der CDU-Kanzleramtsministers Peter Altmaier ist mit seinem Vorhaben gescheitert, die Grünen in den Bundesländern von der Richtigkeit dieses Schrittes zu überzeugen. Die erforderliche Mehrheit im Bundesrat kommt nicht zustande.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass es funktionierende Rückführungs-Abkommen mit Marokko, Tunesien und Algerien gibt. Leider sind die von CDU-Innenminister Thomas de Maiziere geschlossenen Vereinbarungen größtenteils untauglich. Seit Monaten weisen die Innenminister der Länder auf die fehlende Kooperationsbereitschaft der Herkunftsländer hin.

Auf Initiative von Nordrhein-Westfalen gibt es zumindest eine gemeinsame Task Force von Bundes- und NRW-Innenministerium sowie Auswärtiges Amt und marokkanischen Behörden, die sich um eine Beschleunigung der Rückführungen nach Marokko kümmern soll.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus

Christian Matheis

SPD-Parteivorstand
Direktkommunikation

Telefon: (030) 25 991-500
Telefax: (030) 25 991-375
E-Mail: parteivorstand@spd.de
Internet www.SPD.de

Postanschrift:
SPD-Parteivorstand
Willy-Brandt-Haus
Wilhelmstraße 141
10963 Berlin


Die Reaktion von Frau Schlentner darauf als Kommentar in der FB-Gruppe war >>> 

heute kam die antwort aus der spd parteizentrale: voll am thema vorbei ein standardbrief. ich war mit keinem wort auf die maghreb staaten eingegangen. ich hatte nach afghanistan gefragt und der stellung der spd zu den deportationen. das wiederum war dem antwortschreiber keine silbe wert. :-(

(Bine schreibt in der FB-Gruppe in den Kommentaren immer alles ohne Großbuchstaben, dies zur Information)

Ein weiterer Kommentar aus der FB-Gruppe (Auch von einer Frau) >> 

Dieser Antwortbrief ist wirklich armselig. Entweder hat der Schreiber Bines Brief gar nicht gelesen oder.. keine Ahnung, vielleicht wollen sie einfach ablenken davon, dass sie nach Afghanistan abschieben. Ignorant. Darauf müssen wir unbedingt antworten.

----//----

Voll am Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vorbei!

Das ist nun kein Einzelfall, die FB-Gruppe hatte vor einiger Zeit eine Aktion, dabei wurden alle Abgeordneten des deutschen Bundestages angeschrieben. Was dabei herauskam, brauchen wir wohl kaum zu erwähnen. Einige Abgeordnete haben die Briefe/Mails nicht einmal gelesen. Dies wird ja im Mail-Account mitunter angezeigt. Der Empfänger hat die Mail ungeöffnet in den Papierkorb verschoben. So und ähnlich lauteten die Antworten. Es gab natürlich auch Ausnahmen, dass wollen wir nicht unerwähnt lassen. 

Wie bitte soll ein Vertrauen zu politischen Entscheidungsträgern entstehen, wenn die Anliegen die aus der Zivilgesellschaft formuliert werden, entweder gar nicht oder nur so wie hier präsentiert, beantwortet werden. 

* Wir wünschen allen Lesern eine nachdenkliches und erholsames Wochenende. 

DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR! 

Kommentare

  1. Das SPD-Schreiben sollte eigentlich nicht unbeantwortet bleiben, nicht nur, weil es inhaltlich am Thema vorbeigeht, sondern weil es die m. E. verachtenswürdige SPD-Position zur Flüchtlings- und Abschiebepolitik dokumentiert.
    Ich befürchte, dass es gar nicht von einem echten Menschen verfasst worden ist sondern von einem Chatbot. Also von einer Art Maschine, die auf eingehende Schreiben passende Textbausteine aussucht und daraus ein Antwortschreiben zusammenstellt. Das scheint momentan in allen Kommunikationszentralen der Renner zu sein und würde noch mehr dafür sprechen, wichtige Briefe per Post zu verschicken. Mit 70 oder 85 ct sind wir dabei...

    AntwortenLöschen
  2. Und wir sollten wieder einen schicken Blog-Artikel dazu formulieren
    und diesen mit einer langen Unterschriftenliste in die Öffentlichkeit pusten.

    Siehe Spahn-Brief!

    AntwortenLöschen
  3. Joachim, das sehe ich auch so! Wer möchte denn der SPD (Schulz) dazu eine entspr. Antwort schreiben? Ich würde es dann wieder SEHR gern für den BLOG in Umlauf bringen, wenn gewünscht.

    AntwortenLöschen
  4. Ich kann es kaum nocht ertragen ,wie die Anliegen von interessierten Menschen aus unserer Zivilgesellschaft respektlos abgetan werden.

    AntwortenLöschen
  5. Ich kann es kaum nocht ertragen ,wie die Anliegen von interessierten Menschen aus unserer Zivilgesellschaft respektlos abgetan werden.

    AntwortenLöschen
  6. Ich kann es kaum nocht ertragen ,wie die Anliegen von interessierten Menschen aus unserer Zivilgesellschaft respektlos abgetan werden.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen