ABSCHIEBEPRAXIS FÜHRT ZUM SELBSTMORD (10.04.2017 in Koblenz)

Ein erschütternder Brief 
T.de Maiziere 

Selbstmord nach Ablehnungsbescheid in Koblenz am 10.04.2017 
Vollständig integriert und dies schon über Jahre! Ein junger Familienvater sollte nach Afghanistan abgeschoben werden, seine Familie sollte hier bleiben dürfen.


Ein Mitglied unserer FB-Gruppe Ahmad Pouya ist willkommen (Carmen Knewel)  hat uns diesen Brief zukommen lassen. >> 

"Im Namen meiner Freundin, Helga Fingerhut, soll ich ihren an Herrn Thomas de Mazière gerichteten Brief hier in der Gruppe veröffentlichen. Der traurige Anlass dieses Briefes, ein weiterer Appell an unseren Bundesinnenminister, war der Freitod von einem jungen Afghanen hier bei uns in Altenkirchen, Rheinland- Pfalz. Er kam, wie so viele junge Menschen, als Schutzsuchender zu uns aus einem Bürgerkriegsland und sah keinen anderen Ausweg mehr. Helga wurde kurz danach durch seine Freunde informiert. Leider schafft er es nicht bis in die Medien. Ist die Jugend Afghanistans weniger wert? Wie allein und hilflos musste sich der Junge gefühlt haben. Rest in Peace junger Mann es tut mir sehr leid, das mein Land dir nicht geholfen hat!! Jetzt hast du hoffentlich deinen Frieden!" 

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Eine vollkommen skrupellose deutsche Regierung

Wer sich diesen erschütternden Brief einmal genau durchgelesen hat, wird bemerken, dass es hier eine Schema zu entdecken gilt. Diese Vermutung konnte man schon sehr lange haben, da die Bescheide in sehr vielen Fällen nicht individuell ausgelegt sind, sondern sehr standardisiert verfasst waren und sind. 

Unsere Zivilgesellschaft oder viel mehr der Teil, dem es nicht egal ist, wie sich hier der deutsche Staat verhält, soll nun aber auch gesteigerten Wert darauf legen, dass dieser Brief auch DIREKT von Thomas de Maiziere beantwortet wird. Das ist ja wohl das Mindeste was verlangt werden kann. Verlangt -- von Helfern und Ehrenamtlichen, die am Rande von Belastungsgrenzen versuchen, der Menschlichkeit ein deutsches Gesicht zu geben. 

Ein Gesicht, dass bei der deutschen Regierung gerade nicht zu erkennen ist. Ganz im Gegenteil, da werden Familien auf brutalste Art und Weise auseinander gerissen und die Folge ist, wie in diesem Fall hier auch, dass die Verzweiflung der Betroffenen zu Suiziden führt. Es ist auch nicht der erste Fall. 

Ich erinnere an Shams, der trotz schwerster Krankheit (Psyche), vor kurzem nach Afghanistan abgeschoben wurde. Ohne ehrenamtliche Hilfe wäre dieser junge Mann  wohl höchstwahrscheinlich auch längst unter die Räder gekommen. 

Wir fordern auch hier dazu auf, einen offenen Brief zu verfassen, der dann auch  einer sehr breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. 

Ich frage mich und auch die geneigten Leser hier, was für Werte werden denn hier in Deutschland gerade verteidigt? Und was noch viel wichtiger ist, 

WAS TUN WIR, DIE ZIVILGESELLSCHAFT, UM DEM BÖSEN TREIBEN EINHALT ZU GEBIETEN? 

B. Brecht 
Die Geburt der AfD hat dazu geführt, dass die Politik der vieler Parteien in Deutschland nur noch ein Ohr, ja ein sehr großes Ohr für die Rechtspopulisten im Lande hat, um dann zu zeigen, dass man es noch besser kann, als eben diese Populisten. Da tun sich gerade CDU/CSU, SPD, Die GRÜNEN sehr hervor. Einige mutige Bundesländer stellen sich dagegen, ein Lichtblick, aber auch nicht viel mehr. 

Die deutsche Parteienlandschaft hat wohl Angst, dass die eigene Bevölkerung einen kompletten Rechtsruck vollzieht, wenn man nicht diese bösartigen und menschenverachtenden Abschiebemaßnahmen gnadenlos auf dem Rücken von sehr hilfsbedürftigen Menschen durchzieht. 

Wir schaffen das! Ja, ich frage nur, was hier geschafft werden soll?
Die Bundestagswahl soll wohl auch mit derlei menschenverachtenden Maßnahmen gewonnen werden. Dieser Eindruck drängt sich hier sehr stark auf. 

*Die Würde des Menschen ist unantastbar. (Deutsches Grundgesetz) 

Es war nicht ausdrücklich die Rede davon, dass es die Würde der Deutschen betrifft. (Hagen Rether) 

Horst Berndt (15.04.2017) 





Kommentare

  1. Die Unmenschlichkeit, die einem anderen Menschen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir. (Immanuel Kant)
    Ich würde so gerne an einen alttestamentlichen Gott glauben, der die Gottlosen mit der ihnen eigenen Erbarmungslosigkeit vernichtet!

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