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Der syrische Chor mit Pouya 

Flüchtlingshelfer*innen sind keine Abschiebehelfer*innen!

Trotz bundesweiter Proteste hält die Regierung an ihrer menschenverachtenden Abschiebepraxis nach Afghanistan fest und plant voraussichtlich für Ende März die vierte Sammelabschiebung nach Kabul.


Ein Bericht vom bayrischen Flüchtlingsrat, der uns sprachlos zurücklässt. 

Hier ein Absatz aus dem Artikel!>>

Es ist nur verständlich, dass Menschen, die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft unterstützen, oft jahrelang in Deutschland begleiten und Beziehungen zu ihnen aufbauen, es nicht hinnehmen und schon gar nicht aktiv unterstützen, wenn diese Personen in Kriegsgebiete abgeschoben werden sollen.
Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen ersetzen seit Jahren staatliche Strukturen, indem sie Flüchtlinge in Gemeinden aufnehmen, beraten und sie bei der Integration unterstützen, und werden hierfür mit Urkunden und Preisen ausgezeichnet. Gleichzeitig soll dieses Ehrenamt unpolitisch sein, was jedoch angesichts der bayerischen Asylpolitik kaum möglich ist. Denn diese Ausgrenzungspolitik konterkariert die tägliche Arbeit, die Ehrenamtliche in Bayern leisten.


Hier der komplette Artikel dazu >> 
Flüchtlingshelfer*innen sind keine Abschiebehelfer*innen!


Pouya aktuell >> 

SWR for refugees (hat auch eine FB-Seite) 
Facebook-Seite vom SWR / NEWS FOR REFUGEES

Hier ein kurzes Interview vom SWR, das Gestern geführte Interview (knapp 30 min.) wird gerade bearbeitet und wir können es dann wohl Morgen präsentieren. Es sind einige sehr interessante Aussagen dabei. 

Shams aktuell >> 

Wir haben Gestern mit dem Pfarrer Klaus Peter Metzger telefonieren können. Herr Metzger betreut den Afghanen Shams, der wohl ohne ehrenamtliche Hilfe in Afghanistan längst unter die Räder gekommen wäre. 

Ein Interview mit Klaus Peter Metzger ist in Vorbereitung. Eine aktuelle Zusammenfassung zum Schicksal von Shams hat er uns vorab gesendet. Wir bedanken uns bei Klaus Peter Metzger für die spontane und vertrauenswürdige Zusammenarbeit. 



Beauftragter für Asyl und Migration im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Passau
Klaus Peter Metzger, Pfarrer i. R.

Passau, den 21. März 2017


Während vergangene Woche durch den IS in einem Krankenhaus in Kabul ein Blutbad angerichtet wurde, wurden bereits wieder afghanische Flüchtlinge für die nächste geplante Deportation dorthin in Abschiebehaft genommen.

Gestern ereignete sich ein weiterer Terroranschlag in Kabul - die Mitarbeiterin der NGO AMAZO Liza Schuster schrieb dazu gestern: "What more will it take for EU governments to stop deportations?"

Neben diesen angesichts der Gefahrenlage in Afghanistan m.E. verantwortungslosen Abschiebevorgängen in Bayern und anderen Bundesländern möchte ich auf einen der besonders krassen Fälle hinweisen, den wir hier in Passau begleiten und um Hilfe bitten:

In der Presseerklärung des bayerischen IM nach der Abschiebung am 22.2.17 hieß es:

" ... es handelte sich um alleinstehende junge Männer, darunter Straftäter."

Mit solchen Sätzen wird in den letzten Wochen der Eindruck erweckt, dass es sich bei den Abgeschobenen um lauter straffällige gesunde junge Leute handelt, die nur zu feige sind, ihr Land wieder aufzubauen, wie Herr Söder erst vor ein paar Tagen mit seinem Vergleich mit Deutschen Soldaten andeutete. Auch die Äußerung des CDU-Politikers Jens Span geht in diese Richtung.

U.a. bei der Abschiebung hier in Passau war nun aber, wie auch in anderen Bundesländern aus dem Raum Passau ein Mensch betroffen, bei dem dies ganz und gar nicht zutraf und dessen Abschiebung hier große Empörung hervorgerufen hat:

Im Fall Shams Ahmadi wurde am 23.1.17 kein Straftäter, sondern ein schwerkranker junger Mann abgeschoben, der überhaupt keine Familie mehr in Afghanistan hat, der auf dringende Empfehlung eines Passauer Psychotherapeuten mit der schriftlichen Diagnose eines retraumatisierten posttraumatischen Belastungssyndroms, verbunden mit starken Kopfschmerzen, Orientierungslosigkeit, Gedächtnisverlust und Suizidalität 6 Wochen in der geschlossenen Psychiatrie Passau behandelt wurde und mit einem entsprechendem ärztlichen Attest entlassen wurde, in dem seine Erkrankung diagnostiziert wurde der aufgrund dieser Diagnose noch bis zum Mai diesen Jahres eine richterlich angeordnete amtliche Betreuung hat.
Aufgrund dieser Diagnose wurde ein Folgeantrag gestellt aber abgelehnt. Shams ist weiter dringend auf Medikamente angewiesen, erhielt aber entgegen der Aussagen der Ausländerbehörde in Deggendorf und des zuständigen Verfassungsrichters keinerlei Medikamente und auch keine Adressen für ärztliche Betreuung in Kabul.

Diese Abschiebung betraf uns als Helfer im „Freundeskreis Firmiangut“ besonders, da wir den jungen Mann ein Jahr lang begleitet haben und mit ihm gerade an einem Punkt waren, wo er durch das Engagement von Ärzten, Therapeuten und Ehrenamtlichen erste Anzeichen einer gesundheitlichen Besserung und eine positive Lebensorientierung zeigte.

Unabhängig von der Gefahrenlage würde er nach seiner Abschiebung vielleicht nicht mehr leben, wenn er nicht über ehrenamtliche Hilfe des Passauer Helferkreises „Freundeskreis Firmiangut“ und zahlreicher anderer Privatpersonen und Medien deutschlandweit Medikamente und Ansprechpartner vermittelt bekommen hätte.

In dem Attest aus der Klinik heißt es: „Da der Patient weiterhin suizidal ist, ist aus ärztlicher Sicht eine Abschiebung in sein Heimatland nicht zu verantworten.“

Shams Ahmadi war 5 Wochen obdachlos, übernachtete auf LKW-Pritschen oder konnte bei einem Bekannten unterkommen, den er glücklicher Weise wiedergetroffen hatte. Durch die Hilfe von Ehrenamtlichen in Deutschland konnte er jetzt ein kleines Zimmer bei diesem Bekannten mieten – er selber ist abgesehen von den 50 USD, die er bei der Einreise von IOM erhielt, vollkommen mittellos und kann in seinem gesundheitlichen Zustand auch keine Arbeit finden und ausüben.

Shams konnte durch Vermittlung von Ehrenamtlichen Kontakt zu AMASO in Kabul aufnehmen und hat seit dem dort einen Anlaufpunkt, wo er Geld und Medikamente aus Spendenmitteln bekommt, die von Passau nach Kabul transportiert wurden.

Wir fragen: Was geschieht mit denen, die nicht das Glück hatten, den Kontakt zu ehrenamtlichen Helfern in Deutschland zu halten.

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