Najib Mohammdy und seine Flüchtlingspaten aus Dortmund, ein kurzer Einblick!

Thomas von Aquin 1225-1274 

"Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten"
Thomas von Aquin 

Dortmunder Flüchtlingspaten geben uns einen Einblick in das Schicksal von Najib Mohammdy.



Der Fall Najib






Es ist das eingetroffen, was wir befürchtet haben. Najib soll abgeschoben werden!

Seine ganze Familie darf hier bleiben, er muss das Land verlassen. Alle werden gleichermaßen in Afghanistan von den Taliban bedroht. Najib soll der grausamen Abschiebepolitik der Bundesregierung geopfert werden. Er erfüllt das Kennzeichen: alleinstehender, junger Mann.

Die Bundesregierung will Ihn abschieben, obwohl Najib seinen Vater pflegen muss und sein Vater dringend auf Ihn angewiesen ist. Die Bundesregierung will Ihn abschieben, obwohl Najib einen Ausbildungsplatz hat und dabei ist, Deutsch zu lernen. Wir werden alles dafür tun, dass Najib nicht abgeschoben wird!

Abschiebestopp nach Afghanistan!
Ansprechpartner sind die Flüchtlingspaten Dortmund e.V.
Link auf den Post der Flüchtlingspaten

----//----

Diese Mail dürfen wir mit Genehmigung von den Flüchtlingspaten Sigrid Czyrt und Volker Töbel (Dortmund), veröffentlichen. Immer mehr wird deutlich, was für ein Kampf Menschen aus der Mitte unserer Zivilgesellschaft führen müssen, um Menschlichkeit gegenüber unserem Staat einzufordern. Wenn man die kurze Beschreibung dieses Schicksals liest, dann muss man sich ja schämen, schämen für unsere deutsche Regierung, die dies zuläßt. 
Horst Berndt (26.03.2017)


Liebe Mitglieder und Mitstreiter/innen,

am vergangenen Mittwoch waren Najib und ich beim Rechtsanwalt Golumbeck und haben über die nächsten rechtlichen Schritte gegen seinen Ablehnungsbescheid gesprochen. Der Verein übernimmt auch in diesem Fall die RA-Kosten und ermöglicht Najib damit, dass gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt und geklagt wird. Das bedeutet, dass vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den Bescheid und um Neuaufnahme des Asylverfahrens gestritten wird. Der RA wird zum Gerichttermin anwesend sein und verlangen, dass alle Akten der gesamten Familie einbezogen werden. Das war bisher nicht der Fall.

Falls das Gericht positiv entscheidet, gibt es ein "3. Interview". Dann muss das BAMF neu entscheiden. Im allerbesten Fall wird Najib dann anerkannt als Flüchtling. Falls das Gericht "politisch" gegen den Widerspruch entscheidet, wird versucht, ein Abschiebeverbot zu erwirken. Die Härtefallkommission werden wir im letzeren Fall ansprechen.

Es ist absolut wichtig, dass wir gleichzeitig öffentlichen Druck machen. In diesem Klima der Abschieberitis werden, z.B. geschehen in Hamburg, sogar Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben, obwohl ein Widerspruchsverfahren läuft.

Und wir wollen deutlich machen, dass wir generell Abschiebungen nach Afghanistan für unmenschlich und unrechtmäßig halten.

Die Petition, die Birgit auf den Weg gebracht hat, läuft gut und hat sogar internationale Resonanz :-)

https://www.openpetition.de/petition/online/abschiebung-von-najib-mohammdy-nach-afghanistan-stoppen

Am kommenden Mittwoch sind wir vom Bündnis Dortmund gegen Rechts eingeladen worden zusammen mit dem Friedenforum Dortmund auch gegen Abschiebung nach Afghanistan zu protestieren.

Wir werden einen kleinen Stand aufbauen und unser Material verteilen bzw. Unterschriften sammeln:

Mittwoch, 29.03.2017,

Stand an der Katharinentreppe

ab 16:00 Uhr

Wir haben dazu ein Flugblatt mit unserem Logo gemacht, außerdem werden wir die Petition auslegen und Gelegenheit geben zu unterschreiben (die Materialien sind angehängt, könnt ihr auch selbst ausdrucken, wenn ihr Möglichkeiten habt zu verteilen).

Außerdem wollen wir vor Ort Plakate malen. Wer Zeit und Lust hat, kann auch zuhause schon mal etwas vorbereiten, z.B. Abschiebestopp nach Afghanistan! Afghanistan ist nicht sicher! Najib muss bleiben! oder andere kreativere Sprüche.

Jede/r ist eingeladen, am Mittwoch mit "auf die Straße zugehen".



Herzliche Grüße

Sigi


Flüchtlingspaten Dortmund e. V.

www.fluechtlingspaten-dortmund.de

https://www.facebook.com/fluechtlingspaten.dortmund/

Postfach 42 01 16, 44275 Dortmund

info@fluechtlingspaten-dortmund.de

Fax: +4932124428901

Sigrid Czyrt, Volker Töbel

----//---- 




Kommentare

  1. Auch wenn die Situation in Bayern besonders dramatisch ist, sind afghanische Flüchtlinge in anderen Bundesländern ebenfalls nicht sicher. So hat z. B. die Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft, ausdrücklich betont, dass sie keine Veranlassung zur Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan sähe. Najib M. ist eines der Opfer, sein Fall belegt die Willkür der Entscheider in den Behöreden.

    AntwortenLöschen
  2. Hannelore Kraft befürwortet grundsätzlich die Deportation unbescholtener junger männlicher Flüchtlinge nach Afghanistan.
    Für die Deportation gibt es nur einen Grund: jung, männlich.
    Gegen die Deportation gibt es viele Gründe: grundgesetzlich garantiertes Asylrecht, zunehmende Rechtsbeugung in den Ämtern, gute bis sehr gute Integration, totale Perspektivlosigkeit in Afghanistan, sehr großes persönliches Risiko...
    Eigentlich müsste jeder Mensch mit einem Funken Anstand im Leib sich gegen diese Art der Menschenverachtung zur Wehr setzen.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen