"Es ist auch eine Art Suizidprogramm" Ein deutscher Anwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung.

"Es ist auch eine Art Suizidprogramm" 

Der Anwalt Gunter Christ ist spezialisiert auf Verfahren afghanischer Asylbewerber - und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Mit den Abschiebungen nach Afghanistan nehme die Suizid-Gefahr dramatisch zu. Christ beklagte, die deutsche Flüchtlingspolitik sei nicht humanitär - und sei es nie gewesen.


Keine Abschiebung nach Afghanistan

Ein Artikel vom Deutschlandfunk vom 22.02.2017 

Ein Absatz aus dem Artikel >> 

Christ ist Rechtsanwalt in Köln, spezialisiert auf Verfahren afghanischer Asylbewerber. Seit 30 Jahren vertritt er ihre Fälle. Rund 60 seiner Kollegen, so Christ, seien auf Verfahren für Afghanen spezialisiert. Zu wenige. Denn angesichts des aktuellen Drucks auf Ausreisepflichtige, sprich Geduldete, drohe eine neue Rekordzahl an Abschiebungen. Für seine Mandanten bedeute dies:

"Ich denke, dass die Suizid-Gefahr dramatisch zugenommen hat. Es gibt immer mehr, die in die Kliniken eingewiesen werden. Insofern ist es auch ein Art Suizidprogramm. Andere bringen sich nicht um, aber drehen völlig durch. Und landen in der Psychiatrie."

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Grotesk und menschenverachtend!

Gestern haben wir über die gut integrierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter in Firmen berichtet, die vom deutschen Staat aus den Firmen herausgerissen und abgeschoben werden. 

Firmen integrieren - Staat schiebt ab! Artikel vom 27.03.2017 aus dem BLOG. (von Horst Berndt)

Heute nun müssen wir darüber berichten, dass der ungeheure Druck, der auf diesen Menschen lastet, sich auch in Suiziden zum Ausdruck bringt. Wer in wirklicher Todesangst lebt, können wir uns das überhaupt im Ansatz vorstellen, was das bedeutet. Ich kann es mir wirklich nicht vorstellen. Meine Eltern konnten da eher mitreden. Das habe ich auch noch in Erinnerung. Wer den Artikel >> "Es ist auch eine Art Suizidprogramm" gelesen hat, wird wahrscheinlich nur den Kopf schütteln können. 

Der Staat hat Kenntnis darüber, aber er nimmt dies wohl eher als peripheren Schaden hin. Und was natürlich auch wieder auffällt:

In den sogenannten Leitmedien wird das kaum thematisiert. 

Ein Artikel von der Abendzeitung vom 27.03.2017 (Dieser Artikel wurde von unserer Katja an uns weitergeleitet) 

Ein Absatz aus dem Artikel der Abendzeitung >> 

Die Realität in den Flüchtlingsheimen gibt dem Anwalt für Asylrecht leider Recht. Eine ehrenamtliche Helferin aus Haar klagt: "Die Afghanen bekommen alle negative Bescheide. In den Unterkünften geht die Angst um, denn die Asylbewerber stehen unter einem extrem hohen Druck."

Am Samstag hat ein 20-jähriger Afghane aus Haar diesen Druck nicht mehr ausgehalten. Nachdem er auf der Post die Ablehnung seines Asylantrags in Empfang genommen hatte, wartete er an den Gleisen den nächsten ICE ab ...

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Unsere Bloggerin Lemiye hat einen Kommentar zum FR-Artikel "Afghanistan - Kinder zwischen den Fronten verfasst. 


Besser kann man die Lage wohl nicht beschreiben. 

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Kommentare

  1. Die Lage kann für die Betroffenen nicht dramatischer sein! Sie glaubten, dem Tod entronnen und bei uns in Sicherheit zu sein - und müssen nun erleben, dass sie eiskalt in die tödliche Bedrohung zurückdeportiert werden.
    Ein ganz besonderes "Sahnehäubchen" auf dem Kuchen der Menschenverachtung ist der Umstand, dass auch Suizidversuche nicht vor Deportation schützen. Die von der Bundesregierung alimentierten Abschiebe"ärzte" bescheinigen die "Transport"fähigkeit nämlich nur aufgrund der sichtbaren körperlichen Verfassung! ´So wurde z. B. auch ein nicht anerkannter Flüchtling nach zweimaligem Suizidversuch mit anschließendem Klinikaufenthalt deportiert... Was soll das werden? Ist es für Deutschland besser, ein Mensch bringt sich in Afghanistan um statt in Deutschland?

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